1. „MeinSport-Konferenz“ in der IGS Bretzenheim bringt Stakeholder zusammen und vernetzt Partner

03.02.2026 –  Michael Heinze

Der Andrang war beachtlich bei der „1. MeinSport-Konferenz“ in der Sporthalle der Integrierten Gesamtschule (IGS) Mainz-Bretzenheim. Mehr als 50 Vertreter*innen aus Sportpolitik, Sportorganisationen und Schulen sowie Sportvereinen und Sportverbänden wollten bei der Premiere dabei sein, zu der der Landessportbund in Kooperation mit dem Ministerium für Bildung und dem Ministerium des Inneren und für Sport geladen hatten.

Erfolgreiche Verstetigung

Sinn und Zweck der MeinSport-Konferenz war es, relevante Stakeholder zum Thema „Schule und Sport(verein)“ zusammenzubringen und aktuelle Partner von MeinSport durch einen gemeinsamen Austausch stärker zu vernetzen. Vor dem Hintergrund des Ausbaus der Ganztagsschulen stand der Diskurs über den bewegten Nachmittag und die Rolle von MeinSport im Fokus. Die Konferenz stellte einen zentralen Baustein in der Entwicklung von MeinSport dar, die einen wesentlichen Beitrag zur erfolgreichen Verstetigung von MeinSport beitragen wird.

  • Personen sitzend in Sporthalle

    Wissen um die herausragende Bedeutung des MeinSport-Projekts unter anderem für die Talentförderung (v.l.): Moderator Prof. Mark Pfeiffer, Sportminister Michael Ebling, LSB-Präsident Rudolf Storck und Bildungs-Staatssekretärin Bettina Brück.

    Foto: Michael Heinze

Sportminister ist begeistert

Sportminister Michael Ebling würdigte das Projekt MeinSport als wichtigen Beitrag zur Stärkung von Bewegung und Sport an Schulen. „Mit MeinSport gelingt es, auch weniger bekannte Sportarten in den Schulalltag zu bringen und jungen Menschen neue Zugänge zu eröffnen“, sagte Ebling. Das Programm helfe dabei, Talente zu entdecken und Brücken in die Vereine zu bauen.

Zugleich betonte der Minister die Bedeutung der Schule als zentralen Ort für Bewegungsförderung. „Wer Kinder und Jugendliche früh für Sport begeistert, legt den Grundstein für ein aktives und gesundes Leben“, so Ebling. Davon profitierten langfristig auch die Sportvereine und der organisierte Sport insgesamt.

„MeinSport ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zum Bewegungsland Nummer eins“, sagte Ebling abschließend.

Brück: "Ganz tolles Projekt"

Von einem „ganz tollen Projekt“ sprach auch Bettina Brück, Staatssekretärin im Ministerium für Bildung RLP. „Die Lust an der Bewegung und die Lust, etwas aktiv mit anderen gemeinsam zu tun – genau das ist es, was wir im Sportunterricht auch intensiv fördern möchten“, sagte Brück. MeinSport sei „eine Dreifach-Win-Situation. Für die Schülerinnen und Schüler, weil sie ganz viele unterschiedliche Sportangebote kennenlernen. Dann für die Lehrkräfte, weil sie durch die ausgebildeten Coaches ein Miteinander haben und voneinander profitieren können. Und natürlich für die Schulen, die mitmachen, weil gerade im Ganztag die Sportangebote die beliebtesten Angebote sind und man davon eigentlich nie genug bekommen kann.“

Storck: "Mehrfach-Win-Situation"

LSB-Präsident Rudolf Storck untermauerte Brücks Analyse. „Ich sehe in diesem Projekt auch eine Mehrfach-Win-Situation für alle angelegt. „Natürlich war es bei MeinSport auch ein Anliegen, das Thema Bewegungsmangel aufzugreifen – und größtmögliche Teilhabe für alle Kinder. Die Ganztagsschule hat den zeitlichen Rahmen dafür geschaffen, dass ein solches Projekt den Platz in der Schule gefunden hat und den Vereinen die Möglichkeit gegeben hat, in die Schule zu kommen und den Kindern die Möglichkeit, qualifizierte Bewegungssituationen kennenzulernen“.

Drei World-Café-Foren

Mit von der Partie in Mainz-Bretzenheim waren auch Delegierte von 15 der 22 Partnergrundschulen in RLP sowie 20 MeinSport-Partnervereine und 15 MeinSport-Coaches. Zwei davon, Kaja Thoma und Max Höflich, gewährten mit Schüler*innen der Heinrich-Mumbächer Grundschule Bretzenheim anhand der Sportart Hockey praktische Einblicke in ihr Konzept. In drei World-Café-Foren diskutierten die Protagonist*innen zunächst über Chancen und Herausforderungen der Vereinsanbindung. Insbesondere darüber, wie Kinder nach der Entscheidung für eine Sportart erfolgreich in einen Verein überführt werden können. Ein Forum widmete sich der Schlüsselrolle der MeinSport-Coaches, wobei sowohl notwendige Kompetenzen als auch konkrete Unterstützungsbedarfe thematisiert wurden. Das dritte Forum richtete den Blick in die Zukunft unter dem Titel „Ganztag 2026+: MeinSport langfristig verankern“ und bezog gezielt die Perspektive der Schulen ein, um Möglichkeiten einer nachhaltigen, individuellen und schulspezifischen Verankerung im Ganztag zu erörtern. Besonders wertvoll war dabei, dass in allen Foren die zentralen Perspektiven von Schulen, Vereinen und Coaches durch entsprechende Vertreter*innen eingebracht werden konnten.

Strukturierte Evaluation

Die Ergebnisse der World-Café-Foren werden allen Teilnehmer*innen in aufbereiteter und zusammengefasster Form zur Verfügung gestellt. In einem anschließenden Rückmeldeprozess haben die Beteiligten die Möglichkeit, Ergänzungen, Präzisierungen oder Modifikationen vorzunehmen, sodass die unterschiedlichen Perspektiven angemessen berücksichtigt werden können. Auf dieser Grundlage wird ein abschließender World-Café-Bericht erstellt, der die zentralen Erkenntnisse, Handlungsempfehlungen und Entwicklungsbedarfe bündelt. Ergänzend dazu wird die MeinSport-Konferenz im Rahmen einer strukturierten Evaluation ausgewertet.

Perspektiven zusammengebracht

„Wir haben uns sehr gefreut, dass die zentralen Akteur*innen aus dem organisierten Sport, aus der Schule und aus der Politik zusammengekommen sind“, resümierte MeinSport-Projektkoordinator Leon Brüning. „So konnten wir die verschiedenen Perspektiven zusammenbringen – und MeinSport in all seinen Facetten weiterentwickeln.“

Leon Brüning koordiniert

Das Projekt „MeinSport – probieren, trainieren ein Leben lang!“ wurde vom LSB in Kooperation mit dem Ministerium für Bildung und dem Ministerium des Inneren und für Sport ins Leben gerufen. Die Basis des Projekts bildete die 2019 vom Innenministerium beauftragte Erstellung einer Expertise zu aktuellen Konzepten der Talentförderung und -entwicklung. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Mark Pfeiffer (Theorie und Praxis der Sportarten) und in Zusammenarbeit mit Prof. Tim Bindel (Sportpädagogik und Sportdidaktik), beide vom Institut für Sportwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, ist das Projekt im Januar 2020 in der Region Rheinhessen gestartet. Inzwischen ist „MeinSport“ über die Region Rheinhessen hinaus auf die Standorte Koblenz und Kaiserslautern ausgeweitet worden und wird seit dem 1. August 2024 von Leon Brüning koordiniert.

"Talente" entdecken

Ziel von „MeinSport“ ist es, die Kinder über das Kennenlernen einer Vielzahl an Sportarten und vielfältiger Bewegungsformen darin zu unterstützen, ihre „Talente“ im Sport zu entdecken und sie zu motivieren, eine zu ihnen passende sportliche Betätigung aufzunehmen. Erreicht werden soll ein langfristig aktiver Lebensstil, im Leistungssport oder in anderen Sportfeldern. MeinSport wurde im Schuljahr 2022/23 im Rahmen eines vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) geförderten Projekt zunächst wissenschaftlich begleitet und wird aktuell in einem weiteren bundesgeförderten Projekt evaluiert.

Langfristig motiviert

Im Rahmen von „MeinSport“ lernen die Kinder ganz unterschiedliche Bewegungsformen und Sportarten kennen, sammeln diverse Bewegungserfahrungen und können dabei ihre eigenen Interessen und Stärken mit einbringen, um langfristig motiviert Sport zu treiben. Das Projekt richtet sich an Kinder der dritten und vierten Klassen, also an Acht- bis Elfjährige. Das Bewegungsangebot wird in Kooperation mit Grundschulen mit Ganztagskonzept durchgeführt. Im aktuellen Schuljahr 2025/2026 sind insgesamt neun Grundschulen am Standort Mainz, acht am Standort Koblenz und fünf am Standort Kaiserslautern beteiligt.

Ansprechperson

Portrait von Thomas Kloth
Thomas Kloth

Hauptgeschäftsführer

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