Beim Bürgerempfang des Ministerpräsidenten steht das ehrenamtliche Engagement im Fokus
26.09.2026 – Michael Heinze
Storck: "Sport wird wahrgenommen"
LSB-Präsident Rudolf Storck bedankte sich im Namen des gesamten organisierten Sports im RLP dafür, „dass heute der Sport und das Ehrenamt im Sport im Mittelpunkt steht – das ist für uns nicht selbstverständlich“. Man nehme „dankbar zur Kenntnis, dass der Sport hier einen besonderen Stellenwert erhält“. Darin sehe man auch den Ausdruck einer erfolgreichen sportpolitischen Entwicklung. Der organisierte Sport werde wahrgenommen. Seine Stimme werde gehört. Seine gesellschaftliche Bedeutung werde (an)erkannt. „Wir haben nun in kommenden fünf Jahren die Chance, gemeinsam einiges zu bewegen“, betonte Storck. „Die ersten Monate der neuen Landesregierung machen Mut.“ In seiner Regierungserklärung habe Gordon Schnieder von einem „Pakt des Sports“ gesprochen. Neben den vielen maroden Schwimmbädern benötigten auch zahlreiche Sporthallen, Sportplätze und Sportanlagen dringend Investitionen, damit sie auch künftig Orte der Bewegung und Gemeinschaft bleiben können. Ein Herzensanliegen sei dem organisierten Sport zudem der Bürokratieabbau.
MP mit zwei guten Nachrichten
„Der heutige Tag ist für mich etwas ganz Besonderes, denn es ist mein allererster Empfang für ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger unseres Landes“, betonte Ministerpräsident Gordon Schneider. „Die Engagierten, die unsere Sportkultur lebendig halten, sind unsere Ehrengäste.“ Dank solcher ehrenamtlichen Lichtgestalten sei „Rheinland-Pfalz ein echtes Sportland“. Zur Erinnerung: Anfang 2026 meldeten die Mitgliedsvereine des LSB fast 1,48 Millionen Mitgliedschaften. Der Vereinssport in RLP wächst damit weiter. „Diese Zahlen sind der Beweis dafür, dass der Sport in Rheinland-Pfalz lebt und Menschen anzieht – weil tatkräftige Engagierte dahinterstehen und Verantwortung übernehmen“, so Schnieder. Dermaßen viel gebündelte Ehrenamtskraft sei „ermutigend und begeisternd“. Dies zeige, „wie sehr Sportvereine unsere Gesellschaft verbinden“. Rheinland-Pfalz sei ganz klar ein Land des Ehrenamtes. Mit dem Wechsel des Sports in die Staatskanzlei habe man „ein klares und sichtbares Zeichen gesetzt – Sport ist Chefsache in Rheinland-Pfalz“. Die Landesregierung nehme die mannigfaltigen Herausforderungen der Vereine und Verbände sehr ernst. Schnieder wörtlich: „Die Anliegen des Sports landen nicht auf der langen Bank. Wir prüfen sie sorgfältig und mit der gebotenen Offenheit – und schauen, welche Maßnahmen wir bereits im neuen Landeshaushalt 2027/2028 priorisiert angehen können.“ Moderne Sportstätten seien kein Luxus, sondern „die schlichte Grundlage dafür, dass Sport überhaupt stattfindet und Freude macht“. Deswegen investiere man gezielt in die Sportstätten. Dem LSB und den regionalen Sportbünden danke man „herzlich für die vertrauensvolle und partnerschaftliche Zusammenarbeit, die wir von Beginn dieser Landesregierung an aufgebaut haben“. Den fleißigen Ehrenamtlern überbrachte der Ministerpräsident zwei gute Nachrichten. Zum einen verhandele die Staatskanzlei seit Juli mit der GEMA über einen Pauschalvertrag für Vereine und gemeinnützige Organisationen in RLP mit dem Ziel, dass das Land ab 2027 die GEMA-Kosten für bis zu vier Veranstaltungen pro Verein und Jahr übernimmt. Für diese Info erntete der Landesvater spontanen Beifall. Zum anderen entwickele man die Ehrenamtskarte weiter und bringe sie ins digitale Zeitalter – die dazugehörige App gebe es schon nächste Woche. Mit 780 Vergünstigungen bei fast 150 beteiligten Kommunen sei die Karte durchaus attraktiv.
Sportminister will im Dialog bleiben
Sportminister Marcus Klein nahm Stellung zu aktuellen Themen in zwei Talkrunden mit der Überschrift „Leistungssport im Fokus“ und „Vereinssport im Fokus“. In letzterer erläuterte Axel Rolland, Aufsichtsratsmitglied beim Sportbund Rheinhessen und Vorsitzender des Sportkreises Birkenfeld im Plausch mit Moderatorin Mara Pfeiffer das Prinzip des „One-Stop-Shop“ im Sinne einer zentralen Anlaufstelle für Vereinsbürokratie, Genehmigungen oder Förderanträge. Carsten Eider, Vorsitzender des MTV Bad Kreuznach, betonte, Datenschutz und der Kampf gegen (sexualisierte) Gewalt im Sport seien sehr wichtige Themen, „aber eigentlich wollen wir doch Sport machen können“. Um sich mehr auf den Sport zu konzentrieren („Das ist das, was wir können“) sei „mehr Support von oben“ hilfreich. Minister Klein machte deutlich, der Kampf mit den Formularen betreffe nicht nur den Sport, sondern die komplette Gesellschaft. Da habe sich etwas Ungutes entwickelt. Wenn ein Verein einen Zuschussantrag über 5.000 oder 10.000 Euro stelle, sei aktuell viel zu viel Bürokratie mit im Spiel. Klein: „Das ist nicht bösem Willen entwachsen, aber hat sich in den letzten Jahren in eine Richtung entwickelt, die uns allen nicht guttut.“ Jeder wisse, dass Geld, das im Sport angelegt wird, gut anlegt sei. „Wir wollen es dahin bringen, wo es am meisten gebraucht wird.“ Klar sei aber auch: „Das Geld wird nie genug sein für alle guten Ideen, die wir haben.“ Deswegen gelte es, im Dialog zu bleiben. Manchmal könne man auch ohne Geld optimieren – etwa bei den Hallenbelegungen. Stefan Letztelter, 1998 Deutscher Meister über 400 Meter und seit 2022 als Leitender Landestrainer für die Leichtathletik in RLP zuständig, bekräftigte: „Neben der finanziellen und personellen Unterstützung, für die wir unheimlich dankbar sind, würden wir uns über mehr ideelle Unterstützung freuen.“
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