LSB-Mitgliederversammlung in Ingelheim: Storck mit 98,42 Prozent der Stimmen als Präsident wiedergewählt

19.09.2026 –  Michael Heinze

Die Mitgliederversammlung des Landessportbundes in Ingelheim hat am Samstag die Weichen für die Zukunft gestellt: Mit einem einstimmigen Beschluss (312:0-Stimmen) haben die Delegierten in der kING Kultur- und Kongresshalle die rechtliche BGB-Verantwortung vollständig ins Hauptamt verlegt. Als Präsident der größten Personenvereinigung des Landes wurde der 69 Jahre alte Landauer Rudolf Storck mit 98,42 Prozent der Stimmen (311:5) für weitere vier Jahre in seinem Amt bestätigt.

Kürzere Entscheidungswege

Der Wechsel hin zu einem dualen, hauptamtlichen Führungssystem bringt dem LSB wesentliche Vorteile: Er verteilt die hohe rechtliche sowie wirtschaftliche Verantwortung auf zwei Profi-Schultern, verkürzt Entscheidungswege durch flachere Hierarchien und sichert die Handlungsfähigkeit des Verbandes im Alltag, indem die beiden Vorstandsmitglieder im Sinne des Sports deutlich mehr Handlungsspielraum haben. Mit der Übertragung der operativen BGB-Verantwortung ins Hauptamt geht eine Entlastung des Ehrenamts von komplexen Haftungsrisiken einher. Durch die Trennung von operativer Umsetzung und strategischer Kontrolle agiert der hauptamtliche Vorstand als professioneller Partner auf Augenhöhe, während das Ehrenamt gestärkt und die Entscheidungswege im Verband beschleunigt werden. Damit hat der LSB seinen Worten Taten folgen lassen. „In zwei Jahren bestenfalls wollen wir den BGB-Vorstand ins Hauptamt verlegen“, hatte Dr. Martin Hämmerle bei der vergangenen Mitgliederversammlung am 28. September 2024 in Bingen angekündigt. Jetzt sagte er: „Wir sind stolz darauf, dass wir diesen Schritt geschafft haben. Wir werden diesen Prozess intensiv begleiten – und in der nächsten Mitgliederversammlung über die Erfahrungen berichten.“ Präsident Storck sprach von einem „Meilenstein in der Geschichte des LSB“, mit dem die Delegierten dem LSB „einen neuen Weg in seiner Arbeitsweise und in seiner Struktur“ eröffnet hätten.

  • Neues LSB-Präsidium

    Das neue LSB-Präsidium (v.l.): Jan Krämer, Thorsten Richter, Florian Düx, Claudia Altwasser, Thomas Kloth, Präsident Rudolf Storck (vorne), Dr. Martin Hämmerle, Martin Weinitschke, Klaus Kuhn, Nina Fiedler, Tristan Werner und Monika Sauer. Auf dem Foto fehlt Prof. Marc Pfeiffer.

    Foto: Michael Heinze

Nina Fiedler neu im Präsidium

Satzungsgemäß wurde das LSB-Präsidium für die nächsten vier Jahre neu gewählt. Die 182 stimmberechtigten Delegierten wählten Rudolf Storck erneut zu ihrem Präsidenten. Er werde alles daran setzen, die fünf Personen, die nicht für ihn votiert hatten, künftig auch noch zu überzeugen, versprach der Pensionär aus der Südpfalz. Für die Wahlen der vier Vizepräsidenten Storcks, der vor zwei Jahren in Bingen mit 257:0-Stimmen zum LSB-Präsidenten gekürt worden war, hatten mit Claudia Altwasser (Ransbach-Baumbach), Florian Düx (Kaiserslautern), Nina Fiedler (Bodenheim), Prof. Mark Pfeiffer (Mainz) und Michael Maxheim (Trier) fünf erfahrene Sportfunktionäre kandidiert. Gewählt wurden Prof. Pfeiffer (274 Stimmen), Düx (264 Stimmen), Fiedler (242 Stimmen) und Altwasser (157 Stimmen). Auf Maxheim entfielen 106 Stimmen. Die bisherige Vizepräsidentin Karin Beckhaus (Mainz) hatte ebenso wie Sebastian Dörr (Edesheim) und Walter Desch (Alterkülz) nicht mehr kandidiert. Der langjährige LSB-Vizepräsident und rührige Multi-Funktionär Desch wurde für seine herausragenden Verdienste in seinem Sportfunktionärsleben unter Standing Ovations zum Ehrenmitglied des Landessportbundes ernannt. Neben dem 81-Jährigen gibt es mit Günter Berg (Koblenz), Dieter Noppenberger (Deidesheim), Magnus Schneider (Mainz) und Heinz-Dieter Maahs (Koblenz) vier weitere LSB-Ehrenmitglieder und mit Karin Augustin (Mainz) eine LSB-Ehrenpräsidentin. Desch verriet, dass er auch Mitglied eines Cello-Ensembles ist. Er sei „relativ froh und relativ zufrieden mit dem, was der Sport einem im Laufe eines langen Lebens vermittelt hat“. Beckhaus und Dörr wurden mit der Silbernen LSB-Ehrenplakette dekoriert.

Freiwilligendienste gestärkt

Einstimmig machte sich die Mitgliederversammlung für die Stärkung der Freiwilligendienste im Sport stark. Mit der von der Sportjugend Rheinland-Pfalz eingebrachten Resolution bekannte sich die Versammlung ausdrücklich zur Bedeutung von FSJ und BFD für den organisierten Sport und die Gesellschaft. Jährlich engagieren sich in Rheinland-Pfalz mehr als 270 junge Menschen im Sport – in Vereinen, Verbänden und Ganztagsschulen. Sie unterstützen die Kinder- und Jugendarbeit, entlasten Ehrenamtliche, übernehmen Verantwortung und werden vielfach auch über ihren Freiwilligendienst hinaus zu engagierten Kräften im Sport. Angesichts steigender Personal-, Sach- und Lebenshaltungskosten setzt sich die Mitgliederversammlung für eine nachhaltige finanzielle Absicherung der Freiwilligendienste, attraktive Rahmenbedingungen für junge Menschen und ein vergünstigtes landesweites ÖPNV-Angebot ein. Damit macht der organisierte Sport deutlich: Freiwilligendienste sind Investitionen in junge Menschen, in das Ehrenamt, in starke Sportvereine und in den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Sanierung der "Rheinallee 1"

Dem Tagesordnungspunkt „Antrag auf Sanierung der Geschäftsstelle“ ging ein langer Abwägungsprozess voraus, zu dem nun ein finaler Beschluss durch die Mitgliederversammlung gefasst wurde. Demnach votierten die Delegierten mit 283 Ja-Stimmen und sieben Nein-Stimmen (bei 25 Enthaltungen) dafür, dass „die Rheinallee 1“ in Mainz Schritt für Schritt renoviert werden soll.

Storck dankt Minister Klein

Im „Bericht des Präsidenten" blickte Storck auf die 75-Jahr-Feier des LSB mit 500 Gästen aus Sport, Politik und Wirtschaft zurück sowie auf die Gründung der „Hall of Fame des rheinland-pfälzischen Sports“. Außerdem auf die vier Wahlarenen, aus denen Forderungen an die Politik entwickelt worden waren – von denen viele im Koalitionsvertrag zu lesen sind. Bei Sportminister Marcus Klein bedankte sich Storck für dessen „positive und wertschätzende Worte“, sagte aber auch, dass man nicht über Geld streiten wolle. Storck wörtlich: „Wir hören sofort auf zu diskutieren, wenn wir das bekommen, was wir brauchen.“

Wertschätzende Worte

Klein hatte betont, dass aktuell mehr als 40 Millionen Euro in die rheinland-pfälzischen Sportverbände fließen. Dieses Level wolle man „halten und vielleicht noch ein bisschen drauflegen“. „Wir wollen dem Sport die Mittel geben, die er braucht, um sich weiter positiv zu entwickeln“, sagte Klein weiter. „Ich setze da auf die Unterstützung des ganzen Hauses im Landtag.“ Man wolle auch künftig „Trainerinnen und Trainer stärken, Talente fördern und die Nachwuchsleistungssportstrategie des Landes gemeinsam mit dem LSB weiterentwickeln“. Nicht zuletzt müsse man „auch überlegen, wie man die Förderstrukturen so weiterentwickelt, dass man die Schwerpunkte richtig setzt“.

Lotto-DNA gehört Sport

Lotto-Geschäftsführer Christian Baldauf betonte, sein Unternehmen sei „eine DNA, die dem Sport gehört und die zu den Sportbünden gehört“. Den Delegierten rief er zu: „Gerade in schweren Zeiten ist es so besonders wichtig, dass Sie in Ihren ehrenamtlichen Positionen den Kitt für unsere Gesellschaft darstellen.“

Weikert lobt den LSB

DOSB-Präsident Thomas Weikert lobte das langjährige Engagement des LSB im Bereich „Integration durch Sport“, dort seien „viele gute Dinge gemacht worden“. Er begrüße es sehr, dass der LSB über Programme verfüge, um Trainer*innen besser zu alimentieren. In ganz Deutschland sei es „noch nicht gelungen, Trainerinnen und Trainer so zu alimentieren, wie das nötig wäre – deswegen wandern einige ins Ausland ab“. Zur deutschen Olympia-Bewerbung konstatierte der Hesse: „Ob München, NRW oder Berlin ist erstmal völlig wurscht – Hauptsache, wir stehen alle hinter dieser Bewerbung.“

Ansprechperson

Portrait von Thomas Kloth
Thomas Kloth

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