Kunstrad-Vierer des RV Mainz-Ebersheim schnappt sich in Ludwigsburg zum zweiten Mal den WM-Titel
03.11.2026 – Radsportverband Rheinhessen
Knisternde Spannung in MHP-Arena
Weltmeisterschaften sind für das nichtolympische Kunstradfahren das absolute Highlight dieses faszinierenden Sports. Fünf WM-Titel werden vergeben und die Vierermannschaften hatten in diesem Jahr die Ehre, den Reigen der Titeljagden zu eröffnen. Im WM-Finale starteten die Titelverteidigerinnen aus der Schweiz unmittelbar vor dem deutschen Vierer. Aber die Kür der Eidgenossinnen verlief nicht fehlerfrei, womit sie die Tür zum WM-Titel ein Stück weit offen gelassen hatten. Aber durch diese Tür muss man ja erstmal durchgehen. Und so herrschte in der MHP-Arena in Ludwigsburg knisternde Spannung, bevor die Ebersheimerinnen als letzte Mannschaft des Finales antraten. Der große Fanblock aus Ebersheim, leicht erkennbar an den grünen T-Shirts und von Ex-Weltmeisterin Katrin Roßmann einmal scherzhaft als die grüne Wand bezeichnet, kaute sozusagen nervös an den Fingernägeln.
Die beste Leistung ever
Ihre Mannschaft dagegen wirkte superfokussiert, klatschte sich noch einmal ab, marschierte zur Startaufstellung und legte nach den einleitenden Drehungen wie an der Schnur gezogen perfekte fünf Minuten auf die Fläche. Sie ließen selbst die mit Höchstschwierigkeiten gespickte Kür irgendwie leicht aussehen – und wunderschön! Schon zehn Sekunden vor Schluss setzte in den Reihen der „grünen Wand“ allmählich der Jubel ein, weil man dort bereits erkannt hatte: Das kann nicht mehr schiefgehen! Der Schlussgong ging dann im Jubelsturm fast unter, während sich die vier Athletinnen strahlend in den Armen lagen. Noch bevor das offizielle Ergebnis feststand, war klar: Das war wohl die beste Leistung, die je ein Vierer bei Weltmeisterschaften erzielt hat. Die ausgefahrenen 239,65 Punkte dokumentierten das ebenso wie der riesige Abstand zu den Vizeweltmeisterinnen aus der Schweiz (185,05 Punkte) und den Bronzemedaillengewinnerinnen aus Frankreich (97,96 Zähler). Milena Schwarz, Tijem Karatas, Annika und Stella Rosenbach krönten damit eine perfekte Saison, in der sie wirklich alles gewonnen hatten, was es in ihrem Sport zu gewinnen gibt. Sie wurden Europameisterinnen, Deutsche Meisterinnen und nun auch Weltmeisterinnen. Zusätzlich setzten sie vor einigen Wochen mit ihrem neuen Weltrekord von 249,71 Punkten noch die Kirsche auf die Torte.
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