Großartige Referent*innen, toller Austausch: 30 Coaches bei der vierten LSB-Trainertagung in Mainz
26.10.2026 – Michael Heinze
Vereinbarung unterzeichnet
Im Anschluss an die Begrüßung durch LSB-Präsident Rudolf Storck, LSB-Hauptgeschäftsführer Thomas Kloth und Amtschef Florian Birkmeyer von der Staatskanzlei zog der Impulsvortrag unter dem Motto „Verletzungsprävention im Nachwuchsleistungssport“ von Dr. Björn Andreß (Gelenkzentrum Mittelrhein Koblenz) das Plenum in seinen Bann. Im Rahmen einer Talk-Runde zum Thema „Leistungssport und Schule“ betonte LSB-Präsident Rudolf Storck, „dass wir nicht in Konkurrenz stehen, sondern uns als Schule und Sport miteinander entwickeln wollen. Sport und Schule konkurrieren jeden Tag um das gleiche Zeitfenster, um die gleiche mentale und körperliche Erschöpfung. Es gibt aber auch eine formale Unsicherheit bei den Schulen, im Sinne: Wie darf ich die Leistungssportler*innen bei ihrer Sportausübung überhaupt unterstützen? Deswegen auch die Unterzeichnung der „Vereinbarung Leistungssport und Schule“, die „ein erster großer Schritt“ sei, diese Situation zu verbessern und den Schulen hier Handlungssicherheit zu geben“. Storck wörtlich: „Ich würde mir von den Schulen wünschen, dass wir besser transportieren können, dass da jemand ist, der sich für den Leistungssport entschieden hat und einen beträchtlichen Teil seiner Zeit dafür investiert – damit von dort dann auch die entsprechende Unterstützung dafür kommen kann.“ Matthias Range, Amtschef im Ministerium für Bildung, betonte in Vertretung von Bildungsministerin Dr. Ute Eiling-Hütig: „Schule und Leistungssport unter einen Hut zu bringen – das ist für viele Talente eine Herausforderung. Uns als Land ist bewusst, wie viel Aufwand hinter sportlichem Erfolg steht: für das Training, für Wettkämpfe, für Reisen und zugleich fürs Lernen. Mit der Leistungssportvereinbarung setzen wir genau hier an: Wir sicher für das ganz Land in der Fläche mehr Vereinbarkeit von Schule und Leistungssport. Talentierte Athletinnen und Athleten können weiter im gewohnten Umfeld lernen und trainieren, ohne den Verein oder die Schule wechseln oder das Elternhaus verlassen zu müssen. Landessportbund und Bildungsministerium bekennen sich damit zu einem positiven Leistungsgedanken in Sport und Schule. Diese Vereinbarung hat Signalwirkung: Im Jugendalter wird das Fundament für große Ziele gelegt, wie sie sich Deutschland gerade mit der Olympiabewerbung gesetzt hat.“
„Leistungssport und Schule“
Jörg Blees, Bundesstützpunkttrainer Kanuslalom in Bad Kreuznach, erklärte, er sehe „da ein anderes Problem, ein zeitliches Problem – weil viele Trainer ehrenamtlich arbeiten“. Leichtathlet Simon Kunkel, Bundeskaderathlet vom USC Mainz, sagte, bei ihm sei die Vereinbarkeit von Leistungssport und Schule „ganz gut gegeben“ gewesen, „das lag aber nicht am System Schule, sondern an den Personen, die um mich rum waren. Das Einzige, was mich immer ein bisschen geärgert hat, war, dass ich, wenn ich im Trainingslager oder auf Wettkampf war, dafür immer Fehlzeiten bekommen habe und das mit einer Abwesenheit aus Krankheitsgründen gleichgesetzt war“. In den Augen von Christian Petri, Schulleiter des Gymnasiums an der Stadtmauer in Bad Kreuznach, wäre es zu begrüßen, „dass es noch systematischer ausgestaltet wird. Wir sehen zum Beispiel schon in der fünften Klasse, wer gut und weit springen kann, dann kann man eigentlich schon sagen: Geh doch mal zu diesem Verein, dort kannst du dich richtig weiterentwickeln. Wir können eigentlich viel tun, wir können im Zeugnis die Fehltage so einordnen, dass sie eben nicht aus Krankheitsgründen sondern aus Leistungssportgründen kommen.“
Marc Pfeiffers Wunsch
Laut Prof. Mark Pfeiffer, der den Talk moderierte, hätte „die gleiche Runde schon vor 30 Jahren stattfinden können. Alles, was wir heute hören, sind Fragen, die wir schon damals gehört haben. Ich komme gerade aus Südafrika, die haben das Problem nicht. Dort sind die Systeme nicht getrennt, sondern das Training findet in der Schule statt. Das zu kombinieren ist in vielen anderen Länder sehr erfolgreich. Deutschland ist eines der wenigen Länder, dass diese Trennung aufrechterhält. Ich würde mir wünschen, dass es in der Zukunft ein Dokument gibt, wo die Verbindlichkeiten und Zuständigkeiten genannt sind und wo wir klare Regeln zu Schule und Leistungssport haben, die wir jedem an die Hand geben können – auch jemandem, der neu im Geschäft ist. Daran würde ich gerne arbeiten in der Zukunft.“
Zwei Workshops
Sebastian Schulz (Anpfiff ins Leben e.V.) hatte seinen Vortrag unter das Motto „Der Trainer als Mensch - Führung in Momenten, die keiner im Spielplan vorsieht“ gestellt. Nach der Mittagspause standen noch die Workshops „Leistungssport und Schule“ (mit Stefanie Kaul, Leiterin des Referats Schulsport und Verkehrserziehung im Ministerium für Bildung, und Christian Petri, Schulleiter Gymnasium an der Stadtmauer Bad Kreuznach) sowie „Verletzungsprävention im Nachwuchs- und Leistungssport“ (mit Ruven Siemon & Dr. Björn Andreß (beide Gelenkzentrum Mittelrhein Koblenz) auf der Agenda.
Positives Resümee
„Wir sind sehr zufrieden mit der diesjährigen Trainertagung“, resümierte Dennis Weber von der LSB-Abteilung Leistungssport. „Wir hatten großartige Referentinnen und Referenten, die spannende Impulse gegeben haben, sowie einen sehr guten Austausch unter den Trainerinnen und Trainern aus den verschiedenen Sportarten. Wir haben uns zudem sehr über die Anwesenheit der Vertreterinnen und Vertreter von Staatskanzlei und Ministerium für Bildung gefreut – und darüber, dass auch hier ein Austausch mit den Trainerinnen und Trainern stattfinden konnte. Wir freuen uns, dass die LSB-Trainertagung nun bereits im vierten Jahr in Folge stattfinden konnte und haben erneut festgestellt, dass das Sportinstitut der JGU hierfür der passende Veranstaltungsort ist.“ Bei der Auswahl der Themen war es den Organisatoren wichtig, die Wünsche der Trainerinnen und Trainer zu berücksichtigen. So stand – wie im vergangenen Jahr gewünscht – das Thema der Vereinbarkeit von Schule und Leistungssport im Mittelpunkt der Veranstaltung. Auch praktische Inhalte waren von den Teilnehmenden zuletzt verstärkt gewünscht worden, was im Nachmittagsworkshop zur Verletzungsprävention aufgegriffen wurde.
Ansprechperson
Hauptgeschäftsführer
- t.kloth@lsb-rlp.de
- Telefon
- 06131 2814-465
- Standort
- Geschäftsstelle Mainz
Referent Leistungssport
- d.weber@lsb-rlp.de
- Telefon
- 06131 2814-477
- Standort
- Geschäftsstelle Mainz
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