Kinderschutz entsteht vor Ort: Bundesbeauftragte Kerstin Claus zu Besuch beim Mombacher TV

19.03.2026 –  LSB-Pressestelle

Die Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen (UBSKM), Kerstin Claus, startete ihre bundesweite Ländertour in Rheinland-Pfalz. Erste Station war am 11. März der Mombacher Turnverein (MTV). Der Auftakt sollte deutlich machen: Kinderschutz entsteht vor Ort – in den Vereinen, Schulen und Einrichtungen, in denen Kinder und Jugendliche ihren Alltag verbringen.

Die Strukturen stärken

Ziel ihrer Reise durch die Bundesländer ist es, gute Praxis sichtbar zu machen, Strukturen des Kinderschutzes zu stärken und gemeinsam mit Verantwortlichen vor Ort Lösungen für bestehende Herausforderungen zu entwickeln – auch mit Blick auf Risiken im digitalen Raum. „Kinder und Jugendliche werden vor Ort geschützt”, erläuterte Kerstin Claus. “Deshalb sammeln wir Beispiele, wo das bereits gut gelingt, wo hingesehen und nachgefragt wird. Diese positiven Beispiele wollen wir sichtbar machen, Dominoeffekte erzeugen - und so mehr Expertise im Kinderschutz erlangen.”

  • Gruppenbild in Turnhalle

    Wollen den Kinderschutz weiter stärken (v.l.): Elena Lamby (dsj),     Katrin Siemon (Sportjugend Rheinhessen), Elsa Meurer (LSB), Lilly Hupfauer (stellvertretende Jugendleiterin MTV), Mia Mesarec (Jugendleiterin MTV), Kerstin Claus (UBSKM), Manuela Preis (Kinderschutzbeauftrage MTV), Christine Bechtloff (Vorsitzende MTV) und Oliver Kalb (LSB).

    Foto: Mombacher TV

Gelebter Präventionsarbeit

Beim Termin in Mombach standen der Austausch über das Schutzkonzept, Präventionsmaßnahmen sowie Herausforderungen in der Vereinsarbeit im Zentrum. Die Unabhängige Bundesbeauftragte erhielt vor Ort bei dem traditionsreichen Breitensportverein wertvolle Einblicke in die konkrete Umsetzung und Entwicklung des Schutzkonzeptes sowie in die gelebte Präventionsarbeit des MTV.

„Klare Vorgaben entwickeln”

„Kinder- und Jugendschutz braucht Verantwortungsübernahme”, betonte Kerstin Claus. „Der Mombacher Turnverein hat Verantwortung übernommen und daran gearbeitet, klare Vorgaben für den Kinder- und Jugendschutz zu entwickeln und die Vereinskultur darauf auszurichten. Expertise kommt durchs Tun - hierfür ist der Mombacher Turnverein ein gutes Beispiel.”

„Schutzkonzept braucht Zeit”

MTV-Vorsitzende Christine Bechtloff weiß: „Das Wichtigste ist, keine Angst vor dem Thema zu haben. Entscheidend ist, dass sich mit dem Thema Kinderschutz beschäftigt und angefangen wird. Es muss und kann nicht von heute auf morgen ein perfektes Schutzkonzept entstehen, das braucht Zeit. Es hilft, mit einzelnen Präventionsmaßnahmen anzufangen - und dann Schritt für Schritt weitere Maßnahmen zu implementieren.”

Kinderschutz als zentrale Aufgabe

Der DOSB und die Deutsche Sportjugend (dsj) – beim Gespräch vertreten durch Elena Lamby – sowie der Landessportbund Rheinland-Pfalz und die regionalen Sportbünde engagieren sich bereits seit 2010 intensiv für den Kinderschutz im Sport. Als wichtige Impulsgeber unterstützen sie Sportvereine und -verbände dabei, wirksame Präventionsmaßnahmen einzuführen und nachhaltig umzusetzen. Hierfür stellen dsj/DOSB ein umfangreiches Angebot an Materialien, Arbeitshilfen und Mustervorlagen bereit, die Vereine in den Bereichen Prävention, Intervention und Aufarbeitung psychischer, physischer sowie sexualisierter Gewalt gezielt unterstützen.

Ganz wichtig: Stabile Strukturen

Mit Blick auf die Landtagswahlen am kommenden Sonntag betont der LSB, wie wichtig stabile und gesetzlich verankerte Strukturen im Kinderschutz sind – darunter auch Landesbeauftragte, Beratungsstellen und die Beteiligung junger Menschen. Oliver Kalb, Abteilungsleiter für Gesellschaftspolitik und LSB-Ansprechperson für Prävention von Gewalt im Sport, verweist auf die Unterstützungsangebote des LSB und der regionalen Sportbünde: „Zusammen mit den regionalen Sportbünden beraten wir Vereine und Verbände sehr gerne persönlich beim Aufbau eines Schutzkonzeptes. Zudem gibt es ein sehr breites Qualifizierungs- und Fortbildungsangebot. Im Materialwagen auf unserer Homepage finden sich eine Fülle an Infos und Hilfestellungen zu dem wichtigen Themenfeld Gewaltprävention in Sportverbänden und -vereinen.”

Weitere Infos

Weitere Infos, Beratung und Unterstützungsangebote der UBSKM gibt es unter www.beauftragte-missbrauch.de.

Ansprechperson

Portrait von Elsa Meurer
Elsa Meurer

Referentin Gewalt im Sport

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