Engagierte Diskussion zu Auswirkungen energetischer Anforderungen auf vereinseigene Sportstätten
11.09.2026 – LSB-Pressestelle
Energiebilanz verbessern
Diplom-Ingenieur und Energieberater Achim Hill zeigte anhand zahlreicher praktischer Beispiele auf, an welchen Stellen Vereine ansetzen können, um die Energiebilanz ihrer Sportstätten zu verbessern. Dabei ging es unter anderem um Fenster und Gebäudehülle, Lüftungsanlagen sowie die Modernisierung von Heizungsanlagen. Gleichzeitig erläuterte Hill die Hintergründe und Zielsetzungen der aktuellen Gesetzeslage und zeigte auf, welche Veränderungen durch das neue Gebäudemodernisierungsgesetz vorgesehen sind und zu welchen Zeitpunkten neue Vorgaben und Anforderungen relevant werden.
Besonderes Spannungsverhältnis
ISE-Leiter Stefan Henn stellte in seinem Impulsvortrag anhand praktischer Erfahrungen aus Sportentwicklungsprojekten in Rheinland-Pfalz heraus, dass energetische Fragestellungen für Sportvereine zunehmend an Bedeutung gewinnen. Dabei entsteht für die Vereine ein besonderes Spannungsverhältnis: Einerseits müssen sie ihre Sportstätten so erhalten und weiterentwickeln, dass Trainings- und Wettkampfbetrieb für die unterschiedlichen Sportarten gewährleistet werden können. Investitionen werden beispielsweise für Spielfelder, Hallenböden, Beleuchtungsanlagen oder andere unmittelbar für den Sportbetrieb notwendige Einrichtungen benötigt. Andererseits treten zunehmend energetische Anforderungen hinzu. Steigende Energiekosten und gesetzliche Vorgaben führen dazu, dass Investitionen in Heizungsanlagen, Lüftungstechnik, Gebäudehülle und weitere energetische Maßnahmen notwendig werden können. Damit entsteht auch eine zunehmende Konkurrenz um begrenzte finanzielle Mittel: Investitionen, die unmittelbar der Verbesserung des Sportbetriebs dienen, stehen Investitionen zur energetischen Modernisierung der Gebäude gegenüber. „Der Sport will und muss seinen Beitrag zu Nachhaltigkeit und Energieeinsparung leisten. Gerade ehrenamtlich geführte Sportvereine müssen aber auch in die Lage versetzt werden, diesen Beitrag tatsächlich leisten zu können“, machte Henn deutlich.
Drei Bausteine sind notwendig
Dafür sind aus Sicht des ISE insbesondere drei Bausteine notwendig. Zunächst benötigen Vereine verständliche und verlässliche Informationen darüber, welche gesetzlichen Regelungen für ihre Sportstätten gelten und wann Handlungsbedarf entsteht. Darauf aufbauend braucht es eine qualifizierte fachliche und technische Beratung durch Energieberater, Fachingenieure und Planer, um für die jeweilige Sportstätte geeignete und wirtschaftlich sinnvolle Maßnahmen zu entwickeln. Schließlich müssen passende Fördermöglichkeiten zur Verfügung stehen, die den besonderen finanziellen und organisatorischen Rahmenbedingungen ehrenamtlich geführter Sportvereine mit eigenen Sportstätten Rechnung tragen.
Thema gewinnt an Bedeutung
Die hohe Beteiligung und die engagierte Diskussion der mehr als 30 teilnehmenden Sportvereine machten deutlich, dass das Thema im organisierten Sport angekommen ist und in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen wird.
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