Der organisierte Sport zählt erstmals mehr als 29 Millionen Mitgliedschaften – so viele wie noch nie

11.11.2025 –  LSB-Pressestelle

Deutschlands Sportvereine zählen mehr Mitgliedschaften als jemals zuvor seit Beginn der Bestandserhebung 1954. Das geht aus der neuesten Statistik des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) hervor (Stichtag: 1. Januar 2025). So können die rund 86.000 Sportvereine im Land derzeit rund 29,3 Millionen Mitgliedschaften aufweisen. Das sind mehr als eine halbe Million Mitgliedschaften (+2,18 %) mehr als im Vorjahr. Damit bleibt der organisierte Sport unter dem Dach des DOSB die größte Bürgerbewegung des Landes und bricht zugleich seinen eigenen, gerade erst aufgestellten Mitgliederrekord aus dem vergangenen Jahr.

"Ein echter Aufschwung"

DOSB-Präsident Thomas Weikert: „Dieser erneute Rekord ist ein echter Aufschwung für den Sport und für unsere ganze Gesellschaft. Sport im Verein steigert die Gesundheit, steht für Respekt und Fairplay und sorgt für echten gesellschaftlichen Zusammenhalt. Dass Sportvereine so beliebt sind wie nie, ist eine gute Botschaft für unser Land. Wenn wir, und damit meine ich ausdrücklich auch die Politik, mehr in den Sport investieren würden, könnten wir das Potenzial der Vereine für unsere Gesellschaft noch viel besser nutzen.“

  • DOSB-Logo

    Der organisierte Sport unter dem Dach des DOSB bleibt die größte Bürgerbewegung des Landes und bricht zugleich seinen eigenen, gerade erst aufgestellten Mitgliederrekord aus dem vergangenen Jahr.

    Grafik: DOSB

Neuer Höchststand

Mit dem neuen Rekord setzt der organisierte Sport sein bemerkenswertes Wachstum der vergangenen Jahre fort. 2023 konnte mit knapp 28 Millionen Mitgliedschaften ein Zehn-Jahres-Hoch verzeichnet werden. 2024 folgte dann der erste Allzeitrekord seit 2013. Mit dem neuen Höchststand in diesem Jahr wird einmal mehr deutlich, was für einer enormen Beliebtheit die Angebote der Sportvereine sich derzeit erfreuen.

86.000 Sportvereine

Beachtenswert ist zudem, dass der bisherige Rückgang bei der Anzahl der Sportvereine aus den vergangenen Jahren nahezu zum Stillstand gekommen ist. Laut Bestandserhebung ist bundesweit ein Minus von zwölf Vereinen zu verzeichnen, womit die Gesamtzahl von rund 86.000 Vereinen fast unverändert bleibt. Bei dem gleichzeitigen fortwährenden Anstieg der Mitgliederzahlen deutet diese Entwicklung auf eine zunehmende Professionalisierung der Vereine hin, aber auch auf einen steigenden Druck auf ehrenamtliche Strukturen und die Sportinfrastruktur.

Deutlicher Appell an Politik

Der neue Mitgliederrekord kann deshalb bei aller Freude nicht über die strukturellen Sorgen der Sportvereine hinwegtäuschen. So zeigte zuletzt der Sportentwicklungsbericht im Mai dieses Jahres, dass fast jeder fünfte Verein große bis sehr große Probleme wegen maroder Sportvereinsanlagen meldet. Mehr als jeder sechste Verein sieht sich zudem in seiner Existenz bedroht, weil er es nicht mehr schafft, ausreichend ehrenamtlich Engagierte zu finden und im Verein zu halten.

"Ein starkes Signal"

DOSB-Vorständin Sportentwicklung Michaela Röhrbein betont: „Der erneute Mitgliederrekord zeigt eindrucksvoll, welche unverzichtbare Rolle unsere 86.000 Sportvereine für Gesundheit, Lebensfreude, Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt spielen. Dieses Wachstum ist ein starkes Signal, aber auch ein Weckruf. Die Vereine stoßen längst an strukturelle Grenzen: Marode Sportstätten, zu wenig Ehrenamtliche und hohe bürokratische Hürden bremsen das enorme Engagement vor Ort aus. Jetzt ist die Politik gefordert, ihre zugesagte Unterstützung konsequent umzusetzen – durch die Sportmilliarde, gezielte Investitionen in eine moderne Sportstätteninfrastruktur und den Zukunftspakt Ehrenamt. Letzterer muss weiter mit Leben gefüllt werden durch echten Bürokratieabbau und mehr Wertschätzung für Ehrenamtliche. Die Zahlen sprechen für sich: Ein Investment in den Sport ist ein Investment in unsere Gesellschaft.“

Plus bei Kindern und Jugendlichen

Aus den Zahlen der 16 Landessportbünde geht hervor, dass der Zustrom in die Sportvereine besonders bei den Jüngsten unserer Gesellschaft weiter anhält. Die Anzahl der Mitgliedschaften bei Kindern und Jugendlichen stieg überdurchschnittlich stark an: Bei den 0- bis 6-Jährigen mit 4,1 % (+64.591) und bei den 7- bis 14-Jährigen mit 4,58 % (+206.989). Dies wird als besonders wichtig gewertet, da Kinder und Jugendliche, die bereits in frühem Alter den Zugang zum Sport finden, statistisch länger Mitglied bleiben und dadurch ein bewegungsreicheres Leben führen.

Alle LSBs sind gewachsen

Und nicht nur dort geht es bergauf: Alle 16 Landessportbünde sind erneut gewachsen. Mit einem Zuwachs von insgesamt fast 700.000 Mitgliedschaften (+2,78 %) konnten sie sich auf einen Wert von knapp 25,8 Millionen steigern.

Hamburg Spitzenreiter

Spitzenreiter ist in diesem Jahr Hamburg mit einem Wachstum von 4,56 % im Vergleich zum Vorjahr (+25.455). Unter den Top 5 der am stärksten wachsenden Landessportbünde befinden sich mit Mecklenburg-Vorpommern (+4 %), Brandenburg (+3,83 %) und Sachsen (+3,7 %) zudem gleich drei Bundesländer aus dem Osten Deutschlands. Historisch liegen diese Regionen sowohl bei der Anzahl der Mitgliedschaften als auch der Anzahl der Sportvereine unter dem bundesweiten Durchschnitt. Mitgliederstärkstes Bundesland ist und bleibt Nordrhein-Westfalen. Der dortige Landessportbund weist mittlerweile 5.475.642 Mitgliedschaften auf und damit 153.730 (+2,89 %) mehr als noch im vergangenen Jahr.

Sportarten-Trends

Innerhalb der Sportarten lässt sich vor allem erkennen, dass die großen Breitensportarten den Aufwärtstrend stabilisieren. Zuwächse im Fußball, Turnen, Tennis und der Leichtathletik tragen allein zu einem Plus von gut 500.000 Mitgliedschaften bei. Aber auch innerhalb kleinerer Sportarten lässt sich punktuell starkes Wachstum erkennen, so etwa in den Sportarten Dart (+59 %), Cheerleading (+17 %) und Tanzen (+3,5 %).

Breite als klare Stärke

Deutlich wird einmal mehr, dass die Breite des Sportangebots eine klare Stärke der deutschen Sportvereinslandschaft ist, indem sie Millionen von Menschen passende Angebote machen kann. Der erneute Mitgliederrekord ist somit ein klarer gemeinschaftlicher Verdienst aller Sportvereine und -verbände in ganz Deutschland, den es bestmöglich zu nutzen gilt für unsere Gesellschaft.

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