Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Sportbereich

Corona-Pandemie und Sport: Informationen vom Staatsminister des Inneren und für Sport

12.10.2020 –  Staatsminister im Ministerium des Innern und für Sport Roger Lewentz

Der rheinland-pfälzische Innen- und Sportminister Roger Lewentz informiert über die Entwicklung der Wiederzulassung von Zuschauern bei Sportverantstaltungen, die Aktualisierungen der bestehenden Förderprogramme des Landes RLP und des Bundes und den "Corona Warn- und Aktionsplan RLP" sowie dessen potentielle Auswirkungen auf den organisierten Sport.

Sehr geehrte Damen und Herren,

zunächst möchte ich auf die erfreuliche Entwicklung bei der Wiederzulassung von Zuschauern bei Sportveranstaltungen kurz eingehen, die am 15. September 2020 von den Bundesländern einheitlich beschlossen wurde. Damit wurden die Voraussetzungen geschaffen, Sportveranstaltungen zunächst mit begrenzter Zuschauerzahl möglichst bis zum Start der jeweiligen deutschen Profiligen bzw. Pokalwettbewerbe zuzulassen. Ermöglicht wird dies im Lichte der bundesweit zu beobachtenden Entwicklung des Infektionsgeschehens und durch die bisher gemachten Erfahrungen mit Hygienekonzepten. Um deren Funktionieren und die Durchsetzung durch die Vereine zu erproben und gegebenenfalls eine stufenweise Anpassung der Zuschauerzahlen zu ermöglichen, sollen die Konzepte einen sechswöchigen bundesweiten Probebetrieb durchlaufen. Als zulässige Höchstkapazität während des Probebetriebs werden bis zu 20 Prozent der jeweiligen Stadien- oder Hallenkapazität empfohlen. Sofern die in der aktuellen Corona-Bekämpfungsverordnung vorgesehenen maximalen Zuschauerzahlen (250 innen, 500 außen) überschritten werden, ist allerdings eine Ausnahmegenehmigung durch die örtliche Gesundheitsbehörde erforderlich.

"Corona Warn- und Aktionsplan RLP"

Die rheinland-pfälzische Landesregierung hat im Übrigen am 29. September 2020 den "Corona Warn- und Aktionsplan RLP" eingeführt, der in den vergangenen Wochen gemeinsam mit den Kommunen erarbeitet wurde. Dieser präventive Stufenplan sieht regionale Aktions-Stufen auf der Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte vor, der verhindern soll, dass es bei regionalen Infektionsherden zu Einschränkungen im ganzen Land kommt. Betrachtet werden dabei die Infektionszahlen jeweils auf 7-Tage-Inzidenz-Stufen. Ab der Gefahrenstufe Orange (Überschreitung des 7-Tage-Inzidenzwertes von etwa 35 Fällen pro 100.000 Einwohner an mehr als 5 Tagen) wird künftig eine regionale Task Force eingerichtet, an der alle Beteiligten auf kommunaler und Landesebene zusammenkommen. Diese erarbeitet Empfehlungen für konkret vor Ort zu ergreifende Maßnahmen, um regional die Infektionen einzudämmen und die negativen wirtschaftlichen, sozialen und gesundheitlichen Folgen für die Gesellschaft so gering wie möglich zu halten.

Der Stufenplan enthält auch konkrete Maßnahmen für den Sportbereich. So kann beim Erreichen der Gefahrenstufe Orange die Task Force maßgeschneiderte Schutzmaßnahmen empfehlen, beispielsweise das Verbot von Kontaktsport oder das Absehen von Ausnahmegenehmigungen zur Erweiterung der Stadien- oder Hallenkapazität auf bis 20% der am Veranstaltungsort vorhandenen Platzkapazität. Weitergehende regionale Einschränkungen können ab einer Überschreitung des 7-Tage-Inzidenzwertes von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner an mehr als 5 Tagen (Alarmstufe Rot) empfohlen werden. Näheres hierzu, auch zu den aktuellen Inzidenzzahlen auf der Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte, können Sie unter hier erfahren.

Aktualisierung bestehender Förderprogramme

Mit der nachfolgenden Zusammenfassung möchte ich Sie ferner über die Aktualisierung der bestehenden Förderprogramme des Landes Rheinland-Pfalz und des Bundes informieren, die im September 2020 zum Teil verlängert oder im Hinblick auf den Kreis der Antragsberechtigten erweitert wurden:

1. Schutzschild für Vereine in Not

Das Programm, das zunächst bis 31. Dezember 2020 ausgelegt war, wurde inzwischen bis zum 31. Dezember 2021 verlängert. Besonders wichtig: Vereine, die bereits in diesem Jahr eine Soforthilfe aus dem Programm erhalten haben, können auch 2021 bis zu 12.000  Euro über den Schutzschild beantragen, wenn Liquiditätsengpässe weiterhin bestehen.

Weitere Informationen zum Soforthilfeprogramm "Schutzschild für Vereine in Not" finden sie unter: www.wir-tun-was.rlp.de/de/service/corona-pandemie

2. Corona Soforthilfe Kredit RLP - Gemeinnützige Organisationen

Die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) vergibt zinsgünstige Kredite für Betriebsmittel und Investitionen an gemeinnützige Organisationen und Unternehmen mit Sitz oder Betriebsstätte in Rheinland-Pfalz zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen der andauernden Corona-Krise 2020 in Rheinland-Pfalz. Antragsberechtigt sind gemeinnützige Organisationen und Unternehmen (gemäß §§ 52 - 54 AO) unabhängig von Größe, Rechtsform und Trägerschaft mit Sitz, Betriebsstätte oder Niederlassung in Rheinland-Pfalz. Die Frist zur Antragstellung endet am 30.11.2020.

Der Kredithöchstbetrag beträgt 800.000 Euro pro Organisation bei einem Endkreditnehmerzinssatz fest 1,50% p. a. sowie einer 100%igen Haftungsfreistellung für das durchleitende Kreditinstitut. Der Kredit wird im Hausbankverfahren beantragt. Die Kreditgewährung erfolgt durch die ISB an die Hausbank zur Weiterleitung an den Endkreditnehmer. Fragen zum Soforthilfekredit beantworten die Hausbanken sowie die Kundenberatung Wirtschaftsförderung der ISB: https://isb.rlp.de/service/beratung.html

Die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) vergibt zinsgünstige Kredite für Betriebsmittel und Investitionen an gemeinnützige Organisationen und Unternehmen mit Sitz oder Betriebsstätte in Rheinland-Pfalz zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen der andauernden Corona-Krise 2020 in Rheinland-Pfalz. Antragsberechtigt sind gemeinnützige Organisationen und Unternehmen (gemäß §§ 52 - 54 AO) unabhängig von Größe, Rechtsform und Trägerschaft mit Sitz, Betriebsstätte oder Niederlassung in Rheinland-Pfalz. Die Frist zur Antragstellung endet am 30.11.2020.

Der Kredithöchstbetrag beträgt 800.000 Euro pro Organisation bei einem Endkreditnehmerzinssatz fest 1,50% p. a. sowie einer 100%igen Haftungsfreistellung für das durchleitende Kreditinstitut. Der Kredit wird im Hausbankverfahren beantragt. Die Kreditgewährung erfolgt durch die ISB an die Hausbank zur Weiterleitung an den Endkreditnehmer. Fragen zum Soforthilfekredit beantworten die Hausbanken sowie die Kundenberatung Wirtschaftsförderung der ISB: https://isb.rlp.de/service/beratung.html

 

3. Überbrückungshilfe des Bundes

Die Überbrückungshilfe geht in die Verlängerung. Die 2. Phase der Überbrückungshilfe umfasst die Fördermonate September bis Dezember 2020. Anträge für die 2. Phase können voraussichtlich ab Oktober gestellt werden.

Die Corona-Überbrückungshilfe des Bundes richtet sich auch an Profisportvereine der „unteren Ligen“, welche die Antragsvoraussetzungen erfüllen. Antragsberechtigt sind u.a. entsprechende Vereine, bei denen der Umsatz um durchschnittlich mindestens 60 % gegenüber den gleichen Vorjahresmonaten eingebrochen ist.

Die Antragstellung erfolgt bundesweit über ein einheitliches Onlineportal: www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de. Fragen zur Überbrückungshilfe beantwortet der bundesweite Helpdesk des Antragsportals: https://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de/UBH/Navigation/DE/Formulare/Kontakt/kontakt.html

4. Coronahilfen Profisport „Überbrückungshilfen für Sportvereine im professionellen und semiprofessionellen Wettbewerb"

Die Bundesregierung hat am 9. September 2020 entschieden, den Kreis der berechtigten Antragsteller zu erweitern. Nachdem zunächst Sportvereine und Unternehmen im professionellen und semiprofessionellen Wettbewerb in olympischen und paralympischen Individual- und Mannschaftssportarten in der 1. und 2. Liga der Männer und Frauen sowie der 3. Fußballbundesliga der Männer antragsberechtigt waren, wurde nunmehr der Kreis der Antragsberechtigten auf alle 3. Ligen ausgeweitet. Vereine der 1. und 2. Fußballbundesliga der Männer sind allerdings nicht antragsberechtigt.

Mit den „Coronahilfen Profisport“ sollen die infolge des staatlichen Verbots größerer Zuschauerveranstaltungen unverschuldet entgangenen Einnahmen aus Ticketverkäufen ausgeglichen werden. Anträge können ausschließlich über ein auf der Internetseite des Bundesverwaltungsamtes unter www.bva.bund.de zur Verfügung gestelltes elektronisches Verfahren an das Bundesverwaltungsamt gerichtet werden.

Sehr geehrte Damen und Herren,

es bleibt zu hoffen, dass sich wie bisher der weit überwiegende Teil der Bevölkerung unter Beachtung der notwendigen Abstands- und Hygienemaßnahmen vernünftig und rücksichtsvoll verhält, so dass auch die bisher erreichten Lockerungen bei dem Wiedereinstieg in den Sport- und Wettkampfbetrieb sowie bei der Wiederzulassung von Zuschauern bei Sportveranstaltungen auch längerfristig Bestand haben.

Mit freundlichen Grüßen

Roger Lewentz

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