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LSB-Aktionswoche „Sport lebt Vielfalt“ überzeugt auch im digitalen Format

„Starke Botschaft entsendet“

19.11.2020 –  Landessportbund Rheinland-Pfalz

Auch wenn sie aufgrund der allgemeinen Pandemie-Lage bei ihrer Premiere „nur“ in digitaler Version stattfinden konnte: Die Aktionswoche „Sport lebt Vielfalt“, die der Landessportbund Rheinland-Pfalz (LSB) in Kooperation mit dem Bundesprogramm „Integration durch Sport“ sowie der Steuerungsgruppe Inklusion (Behinderten- und Rehabilitationssportverband RLP, Special Olympics RLP und der Gehörlosen-Sportverband RLP) auf die Beine stellte, war ein voller Erfolg auf dem Weg hin zu mehr Inklusion, Integration und Antidiskriminierung.

„Wir blicken zurück auf eine Fülle toller Veranstaltungen, die eine starke Botschaft für eine gewaltfreie und vielfältige Sportlandschaft in RLP entsendet haben“, resümierte Oliver Kalb, LSB-Abteilungsleiter für Gesellschaftspolitik. „Trotz der coronabedingten Absage der Präsenzveranstaltungen haben wir in zwölf digitalen Veranstaltungsformaten für die Themen Inklusion, Integration und Antidiskriminierung sensibilisieren können.“ Die „Woche der Vielfalt“ habe unter der Schirmherrschaft der rheinland-pfälzischen Integrationsministerin Anne Spiegel eine Botschaft dafür entsendet, dass Vielfalt heutzutage eine Schlüsselqualifikation für ein friedvolles Miteinander ist. Und diese Vielfalt manifestierte sich in den zahlreichen Veranstaltungsformaten – die Palette reichte von Podcasts bis hin zu digitalen Trainings- und Fortbildungsangeboten sowie der landesweiten Bewegungsstein-Aktion. Gerade die digitalen Angebote wurden allesamt stark frequentiert.

Im Podcast „One and a half Sportsmen“ von Prof. Tim Bindel, Christian Theis und Laura Trautmann vom Sportinstitut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz sprachen die Protagonisten über Potenziale, Schwierigkeiten und persönliche Erfahrungen rund um die Inklusion im Sport. Aus dem Bereich Integration gab es das digitales Trainingsangebot „Sport für starke Frauen“ mit dem Ziel, Frauen mit Migrationshintergrund zum Sport zu führen und darüber eine Hilfestellung zur Integration in die Gesellschaft zu leisten. Special Olympics RLP führte einen interaktiven Diskurs durch unter dem Motto „Wir gehören dazu“. Menschen mit geistiger Behinderung tauschten sich dabei digital aus mit allen, die sich für Inklusion im Sport interessieren. Getreu dem Motto „Nichts über uns ohne uns“ berichteten Athlet*innen mit geistiger Behinderung von ihren Lebenswelten, Erfahrungen sowie Wünschen für den inklusiven Sport.

Die SpVgg Burgbrohl bot ein digitales Format für Sitzvolleyball an. Mit dabei Michael Merten, Bundestrainer der Sitzvolleyball-Nationalmannschaft, der einen spannenden Einblick in den nationalen wie internationalen Spielbetrieb lieferte. Katja Froeschmann, Volleyballspielerin der SpVgg Burgbrohl und Inklusionslotsin des LSB, erstellte ein zweistündiges digitales Angebot rund um die rasante Sportart. 14 Interessierte erfuhren so Wissenswertes rund um Historie, Regelwerk und Praxistipps. Silvia Wenzel, Koordinatorin für Inklusion beim Landessportbund, gab den Teilnehmern zusätzlich mit auf den Weg, wie Inklusion im Verein gelingen kann. Zum einen stehen 14 Sport-Inklusionslotsen in ganz Rheinland-Pfalz den Vereinen zur Beratung zur Seite, zum anderen lassen sich auch finanzielle Hilfen über die sogenannte INpuls-Prämie beantragen. „Es war keine Option, nichts zu machen“, resümierte Katja Froeschmann. „Der Sitzvolleyball und die Inklusion insgesamt benötigen eine Plattform und wenn es derzeit digital ist, dann nehmen wir die Herausforderung an. Wir stehen bzw. sitzen bereit, sobald es wieder in die Hallen geht.“

Eines der Highlights der Aktionswoche war auch das digitale „Netzwerktreffen Inklusion“. Der fachliche Austausch dieser 40-köpfigen Expertenriege – darunter auch alle 14 rheinland-pfälzischen Sport-Inklusionslotsen sowie die 2016 gegründete Steuerungsgruppe Inklusion um Michael Bergweiler, Olaf Röttig und Johannes Bildhauer – war einmal mehr fruchtbar. Sinn und Zweck des Netzwerktreffens war es auch, der Zielgruppe des Sport-Inklusionslotsenprojektes eine Stimme zu geben. Wie Silvia Wenzel ankündigte, soll die eine oder andere Veranstaltung der Aktionswoche nachgeholt werden. „Den Austausch untereinander habe ich als äußerst gewinnbringend empfunden“, rekapitulierte LSB-Abteilungsleiter Kalb. „Denn die Vorstellung der Arbeit der Sport-Inklusionslotsen hat gezeigt, dass die Inklusion im rheinland-pfälzischen Sport positiv vorangetrieben wird und es vielerorts tolle Beispiele dafür gibt, dass Menschen – ob mit oder ohne Behinderung – gleichermaßen an den zahlreichen Sport- und Bewegungsmöglichkeiten teilnehmen können.“

Laut Oliver Kalb ist der LSB auf das Engagement der Vereine und Verbände angewiesen, um Werte wie Respekt, Toleranz und Achtung der Menschenwürde zu vermitteln. „Diese Schlüsselqualifikationen kann man durch den Sport im Verein erlernen“, weiß Kalb. „Unsere Aktionswoche hat eine tolle Plattform hierfür geboten.“ Als Landessportbund wolle man auch künftig dafür sensibilisieren, dass dieser Ansatz in den rheinland-pfälzischen Vereinen und Verbänden gelebt wird. Eine Neuauflage der „Woche der Vielfalt“ in 2021 sei denkbar.

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