Mehrere unterschiedliche Hände übereinander gefaltet, eine Hand trägt dabei ein Symbol der LGBTQ-Bewegung.
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LSB strebt weitere Maßnahmen im Bereich Antidiskriminierung im Sport an

Gegen Diskriminierung im Sport

13.11.2020 –  Landessportbund Rheinland-Pfalz

Trotz vieler Erfolge und positiver Beispiele in Rheinland-Pfalz wird zunehmend deutlich, dass der Sport mit seinen vielen Facetten im Breiten-, Freizeit-, Wettkampf- und Spitzensport kein flächendeckend diskriminierungsfreier Raum ist. Im Rahmen der LSB-Aktionswoche "Sport lebt Vielfalt" hat der Landessportbund unter dem Themenschwerpunkt "Antidiskriminierung" auf den oben beschriebenen Zustand aufmerksam gemacht. Obwohl viele Präsenzveranstaltungen, inbesondere im Bereich Antidiskriminierung, aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden mussten, konnte für das Thema sensibilisiert werden. Darüber hinaus strebt der LSB weitere Maßnahmen auf Grundlage der in der Studie "Outsport Sexuelle Orientierung, Geschlechtsidentiät und Sport" vorgestellten Handlungsempfehlungen an, die zeitnah vorgestellt werden.   

Studie zur sexuellen Orientierung, Geschlechtsidentität und Sport

Die Ergebnisse des Forschungsprojektes „Outsport – Sexuelle Vielfalt und Geschlechtsidentität im Sport“, an der unter anderem die Deutsche Sporthochschule (DSHS) Köln mitgewirkt hat, bestätigen, dass der Sport mit seinen vielen Facetten im Breiten-, Freizeit-, Wettkampf- und Spitzensport kein flächendeckend diskriminierungsfreier Raum ist. In einem Sportsystem, das analog zur Gesellschaft geprägt ist von einer traditionell binären Geschlechterordnung und Geschlechterstereotypen, fühlen sich Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans- oder intersexuelle Menschen teilweise verunsichert und diskriminiert, sodass sie an der aktiven Teilnahme am Sport und einzelnen Sportarten oftmals gehindert werden.

2018 wurde eine EU-weite Online-Befragung zu den Erfahrungen von LGBTI*-Personen durchgeführt, an der sich insgesamt mehr als 5.500 Befragte aus allen 28 EU-Mitgliedstaaten beteiligt haben. In Deutschland haben 858 Personen an der Onlinebefragung teilgenommen.

  • Ein Fünftel der Befragten fühlt sich aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität von bestimmten Sportarten ausgeschlossen. Dabei handelt es sich insbesondere um die Sportarten Fußball, Schwimmen, Tanzen und Kampfsport.
  • Transpersonen fühlen sich insgesamt deutlich häufiger ausgeschlossen (56%) – vor allem Transpersonen mit männlicher Geschlechtsidentität (73 %). 
  • 6% der aktiven Sportler*innen haben in den letzten 12 Monaten negative persönliche Erfahrungen im Sport aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität gemacht. Die homo- bzw. transphoben Vorfälle treten in unterschiedlichen Formen und Häufigkeiten auf. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um verbale Anfeindungen und strukturelle Diskriminierung, aber auch verbale Bedrohungen, digitales Mobbing sowie körperliche Übergriffe finden statt. Transpersonen (40%) sind insgesamt häufiger betroffen als Cisgender (9%).

LSB möchte Maßnahmen intensivieren

Für den organisierten Sport lassen sich laut der Studie eine Reihe von Empfehlungen ableiten. So schlägt Outsports unter anderem die Weiterentwicklung von Aktionsplänen, die das Thema Wertschätzung von Diversität relevant machen und hierbei den Aspekten der Vielfalt geschlechtlicher Identität und sexueller Orientierung einen erkennbaren Stellenwert geben oder die Etablierung von Arbeitsgemeinschaften, die die Thematik Homophobie und Transphobie sowie Zugangsbarrieren für Transgender und Intersexuelle aufarbeiten und den Vereinen Informationen und Unterstützung bereitstellen vor, um eine proaktive Haltung zu Fragen sexueller und geschlechtlicher Vielfalt einzunehmen. Vor dem Hintergrund der Studienergebnisse und den Handlungsempfehlungen ist es Ziel des Landessportbundes jeglicher Form von Diskriminierung entschieden entgegenzutreten und Maßnahmen für eine wertschätzende und vielfältige Kultur im rheinland-pfälzischen Sport zu entwickeln. Die LSB-Aktionswoche "Sport lebt Vielfalt" war dabei ein erster Schritt, zwar konnten zahlreiche Präsenzveranstaltungen im Themenbereich der Antidiskriminierung, aufgrund der Corona-Pandemie, nicht stattfinden, jedoch möchte der LSB auch in Zukunft weitere Maßnahmen im Bereich Antidiskriminierung intensivieren und neue anstreben. Weitere Informationen über diese Maßnahmen wird der Landessportbund zeitnah der Öffentlichkeit vorstellen.

Ansprechperson

Portrait Oliver Kalb
Oliver Kalb

Abteilungsleiter Gesellschaftspolitik - Ansprechperson Prävention sexualisierter Gewalt

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