Das Foto zeigt alle Teilnehmenden des Netzwerktreffens auf der Bezirkssportanlage Mainz Mombach. Die Gruppe hält ein Banner mit dem Logo von "Integration durch Sport".
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Vereine als Heimat und Motor gelebter Integration

Regionales Netzwerktreffen „Integration durch Sport“ Rheinhessen

13.05.2026 –  Lisa Engelhard

Wie wichtig Sportvereine für Integration, Gemeinschaft und das Gefühl von Zugehörigkeit sein können, wurde beim regionalen Netzwerktreffen des Bundesprogramms „Integration durch Sport“ in Rheinhessen eindrucksvoll sichtbar. Am vergangenen Samstag, den 09.05.2026, kamen beim TSV SCHOTT Mainz Vertreter*innen der Stützpunktvereine, freiwillig Engagierte aus Rheinhessen sowie ein Vertreter des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zusammen, um sich auszutauschen, voneinander zu lernen und neue Impulse mitzunehmen.

Austausch, Information und Vernetzung zum Auftakt

Nach der Begrüßung durch Larissa Rohr, Programmreferentin „Integration durch Sport“ und Ansprechpartnerin für Vereine und Engagierte in Rheinhessen, sorgte bereits eine ungezwungene und interaktive Vorstellungsrunde für eine offene Atmosphäre und einen ersten lebendigen Austausch unter den Teilnehmenden. Im weiteren Verlauf führte Larissa Rohr durch das Programm des Tages und informierte die Anwesenden zudem über aktuelle Entwicklungen und Themen im Bundesprogramm „Integration durch Sport“. 

Wie Sport zur zweiten Heimat werden kann - Olympionike Samuel Fitwi berichtet

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand anschließend eine Gesprächsrunde mit Samuel Fitwi, Markenbotschafter von „Integration durch Sport“ Rheinland-Pfalz, Olympionike und mit einer Marathonbestzeit von 2:04:45 Stunden der zweitschnellste deutsche Marathonläufer aller Zeiten. Gemeinsam mit seinem Manager Jörg Ullmann war Fitwi nach Mainz gekommen, um über seinen persönlichen Weg und die Bedeutung von Sportvereinen für Integration zu sprechen. 

Unter dem übergeordneten Thema „Vereine als  Heimat“ schilderte Samuel Fitwi offen seine Geschichte: Für eine bessere Perspektive war er als Jugendlicher unter menschenunwürdigen Bedingungen aus Eritrea geflüchtet und schließlich in der Vulkaneifel angekommen, wo ihn eine Familie aufnahm. Mit dem Laufsport hatte er damals noch nichts zu tun – in Eritrea spielte er gelegentlich Volleyball, später in Deutschland zunächst Fußball. 

Während eines Fußballtrainings wurde sein außergewöhnliches läuferisches Talent schließlich zufällig von einem Lauftrainer entdeckt. In den folgenden Jahren entwickelte sich Samuel Fitwi zu einem internationalen Spitzenathleten mit nationalen und internationalen Erfolgen und ist heute zugleich ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Integration durch Sport gelingen kann. 

Besonders bewegend waren seine Schilderungen über die ersten Jahre in Deutschland. Die Offenheit und Herzlichkeit, die er im Verein und in seinem Umfeld erfahren habe, hätten seinen weiteren Weg entscheidend geprägt. Bis heute verbinde er mit Sportvereinen vor allem Gemeinschaft, Unterstützung und gelebte Willkommenskultur. Trotz mehrerer Angebote – auch aus dem Ausland – entschied er sich bewusst dafür, weiterhin für einen rheinland-pfälzischen Verein zu starten, da die Region für ihn längst zu einer zweiten Heimat geworden sei. 

Die Gesprächsrunde verging für die Teilnehmenden wie im Flug. Das Interesse an Fitwis Person und Geschichte war groß.

  • Die Programmreferentin Larissa Rohr und Samuel Fitwi sitzen auf zwei "Integration durch Sport"-gebrandeten Sitzkissen uns unterhalten sich.

    Programmreferentin Larissa Rohr im Gespräch mit Samuel Fitwi.

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  • Die Teilnehmenden des Netzwerktreffens verfolgen gespannt Samuel Fitwis Geschichte

    Die Teilnehmenden des Netzwerktreffens verfolgen gespannt Samuel Fitwis Geschichte

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Sportliche Bewegung als verbindendes Erlebnis

Für eine sportliche Auflockerung des Tages und die Möglichkeit, sich auch abseits des Seminarraums auf einer anderen Ebene kennenzulernen, ging es anschließend gemeinsam auf die angrenzende Bezirkssportanlage in Mainz. Dort leitete Samuel Fitwi persönlich eine kleine Laufeinheit an und gewährte den Teilnehmenden einen direkten Einblick in die sportliche Praxis eines Spitzenathleten. 
Auch Thomas Kloth, Hauptgeschäftsführer des Landessportbundes Rheinland-Pfalz, machte sich dabei persönlich ein Bild vom sportlichen Teil der Veranstaltung.

  • Die Teilnehmenden des Netzwerktreffens während der praktischen Einheit.

  • Die Teilnehmenden des Netzwerktreffens während der praktischen Einheit.

Austausch und Vernetzung über das Veranstaltungsende hinaus

Beim gemeinsamen Mittagessen, das den Abschluss des Tages bildete, wurde deutlich, wie intensiv die Gespräche und Begegnungen während des Netzwerktreffens gewesen waren: Noch rund eine Stunde nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung saßen viele Teilnehmende zusammen, tauschten Erfahrungen aus und knüpften neue Kontakte. 

Das Netzwerktreffen in Rheinhessen zeigte damit einmal mehr, wie wertvoll persönliche Begegnungen, gemeinsamer Sport und offene Vereinsstrukturen für Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt sein können. 

Ansprechpersonen

Portrait von Christian Bürkel
Christian Bürkel

Programmleiter „Integration durch Sport“

Portrait von Larissa Rohr
Larissa Rohr

Programmreferentin „Integration durch Sport“ Rheinhessen / Referentin Inklusion

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