Leere Plätze in einem Sportstadion.
Foto: iStock/Korbinian Müller

Professionelle Sportvereine der 1. und 2. Ligen sind antragsberechtigt

Überbrückungshilfe für Profivereine

24.08.2020 –  Landessportbund Rheinland-Pfalz

Die Regierungskoalition hat ein umfassendes Konjunkturpaket mit einem Volumen von rund 130 Milliarden Euro aufgelegt. Neben der Absenkung der Mehrwertsteuer, Kinderbonus und Hilfen für Kommunen wurde auch ein 200 Millionen-Euro-Paket aufgelegt, um professionelle und semiprofessionelle Sportvereine zu unterstützen.

Die Corona-Pandemie und die damit zusammenhängenden Kontaktverbote haben auch im Profi- und Spitzensport zu tiefgreifenden Veränderungen und zum Teil zu existenzbedrohenden Situationen geführt. Insbesondere in den Monaten April bis Juni 2020 hat kein regulärer Wettkampfbetrieb stattgefunden und es konnten keine Liga- und Pokalveranstaltungen durchgeführt werden. Damit ist in diesen Monaten von einem Wegfall von Eintrittsgeldern im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auszugehen. Durch das voraussichtlich noch etliche Monate andauernde Verbot größerer Veranstaltungen mit Zuschauern fällt für Sportvereine weiterhin eine entscheidende Einnahmequelle weg. Es gilt daher, drohende Insolvenzen und Arbeitsplatzverluste in diesen Sportvereinen und Unternehmen abzuwenden.

Der Bund kompensiert durch die Bereitstellung von „Coronahilfen Profisport“ einen Teil der Ausfälle der Ticketeinnahmen. Die „Coronahilfen Profisport“ sollen neben den von Vereinen und Unternehmen selbst eingeleiteten Sparmaßnahmen wie Gehaltskürzungen die vom 1.4. bis 31.12.2020 eintretenden finanziellen Verluste zumindest zum Teil ausgleichen. Das Bundesinnenministerium (BMI) hat folgende Eckpunkte für die Umsetzung der „Coronahilfen Profisport“ erarbeitet.

Wer kann „Coronahilfen Profisport“ beantragen?

  • Die Mittel des Bundes sind für Überbrückungshilfen an Sportvereine im professionellen und semiprofessionellen Wettbewerb im Bereich der olympischen und paralympischen Individual- und Mannschaftssportarten in der 1. und 2. Liga der Männer (Ausnahme 1. und 2. Fußball-Bundesliga der Männer) und der Frauen sowie in der 3. Fußball-Bundesliga der Männer vorgesehen.
  • Antragsberechtigt sind Vereine mit nicht mehr als 249 Beschäftigten unabhängig von ihrer Rechtsform, wenn sie zum Zeitpunkt des Monats, für den ein Zuschuss beantragt wird, einer der beschriebenen Ligen angehörten.
  • Eine Auszahlung an Antragsteller, die ihren Geschäftsbetrieb eingestellt oder Insolvenz angemeldet haben, ist ausgeschlossen. Der Antragsteller darf sich am 31. Dezember 2019 gemäß EU-Definition nicht bereits in finanziellen Schwierigkeiten befunden haben.

Welche Einnahmeausfälle werden durch die „Coronahilfen Profisport“ ausgeglichen?

  • Es sollen die unverschuldet entgangenen Einnahmen aus Ticketverkäufen abzüglich der darauf entfallenden Steuern ausgeglichen werden. Der Einnahmeverlust errechnet sich aus der Differenz der erzielten Einnahmen aus Ticketverkäufen aus dem regulären Wettkampfbetrieb von Liga- und Pokalveranstaltungen im Zeitraum vom 1.4. bis 31.12.2019 zu den erzielten Einnahmen aus Ticketverkäufen für die Liga- und Pokalveranstaltungen im gleichen Zeitraum in 2020.
  • Ab einem nachgewiesenen Einnahmeausfall von 2.500 Euro können bis zu 80 % der Netto-Ticketeinnahmen aus 2019 als Billigkeitsleistung gewährt werden.
  • Die Hilfen sind pro Verein auf maximal 800.000 Euro begrenzt. Die Summe aus der beantragten Beihilfe und sonstiger im Jahr 2020 erhaltener Kleinbeihilfen (z.B. allgemeine Überbrückungshilfen, KfW-Schnellkredite, Soforthilfen des Bundes und/oder ggf. des Landes) darf den Gesamtbetrag von 800.000 Euro nicht übersteigen.

In welchem Verhältnis stehen die „Coronahilfen Profisport“ zu anderen Hilfsprogrammen?

  • Eine Kompensation der entgangenen Ticketeinnahmen aus diesem Programm ist grundsätzlich subsidiär zu anderen Unterstützungsprogrammen des Bundes und des Landes. Leistungen aus anderen Programmen des Bundes und des Landes werden nur dann anteilig angerechnet, soweit der Zeitraum, für den diese gezahlt werden, sich mit dem Zeitraum der „Coronahilfen Profisport“ überschneidet und soweit diese demselben Leistungszweck (Ausgleich der Ticketeinnahmeverluste) dienen.

Wie sieht das Antrags- und Bewilligungsverfahren aus?

Die „Coronahilfen Profisport“ werden in zwei Runden beantragt, bewilligt und ausgezahlt.

1. Runde: Anträge vom 1.4. bis 31.8.2020 können vom 1. bis 30.9.2020 gestellt werden. Dabei sind im Antrag nachzuweisen:

  • die tatsächlichen Ticketeinnahmen für Liga- und Pokalveranstaltungen vom 1.4. bis 31.12.2019 und
  • die tatsächlichen Ticketeinnahmen für Liga- und Pokalveranstaltungen im Zeitraum vom 1.4. bis 31.8.2020.

 

2. Runde: Anträge vom 1.9. bis 31.12.2020 können vom 1. bis 31.10.2020 gestellt werden. Dabei sind nachzuweisen:

  • die tatsächlichen Ticketeinnahmen für Liga- und Pokalveranstaltungen vom 1. bis 30.9.2020 und
  • die geschätzten Ticketeinnahmen für die Liga- und Pokalveranstaltungen vom 1.10. bis 31.12.2020.

 

Anträge können ausschließlich durch einen vom Antragsteller beauftragten Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwalt oder vereidigten Buchprüfer auf der Internetseite des Bundesverwaltungsamtes unter www.bva.bund.de zur Verfügung gestelltes Online-Portal gerichtet werden. Die „Coronahilfen Profisport“ werden unmittelbar nach Ablauf der Rechtsmittelfrist der jeweiligen Bewilligung an den Antragsteller ausgezahlt.

Welche Pflichten gehen mit der Antragstellung einher?

Die Gewährung der „Coronahilfen Profisport“ dient dem Fortbestand der Vereine sowie dem Erhalt der Arbeitsplätze. Der Verein verpflichtet sich deshalb, ab dem Zeitpunkt der Antragstellung bis zum 31.12.2020 auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten.

Wo sind die Details geregelt?

Diese Eckpunkte dienen lediglich zur ersten Information der potenziellen Antragsteller, sie sind vorläufig und aus ihnen lassen sich keine Rechte im späteren Antragsverfahren ableiten. Details der Antragstellung, Bewilligung, Abrechnung und Prüfung werden in einer Richtlinie des BMI geregelt, die zeitnah veröffentlicht wird.

Sie benötigen Hilfe?

Für eine Antragsstellung steht im Bedarfsfall der DOSB-Partner „Deloitte“ zur Verfügung. Weitere Infos: berliner-buero@dosb.de.