SWR-Studio mit LSB-Präsident Jochen Borchert.
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Corona und der Sport - wie geht es weiter?

"Sport Rheinland-Pfalz braucht die Unterstützung der Politik!"

In der SWR Sport-Studiosendung "Corona und der Leistungssport - was machen unsere Olympioniken?" mit den rheinland-pfälzischen Athleten Mathias Mester (1. FC Kaiserslautern) und Richard Schmidt (Ruderverein Treviris Trier) sowie Sportsoziologe Norbert Schütte, vertrat der kommissarische LSB-Präsident Jochen Borchert den organisierten Sport in Rheinland-Pfalz und erinnerte im Gespräch mit SWR-Moderator Holger Wienpahl, neben dem Hauptthema Tokio 2020, auch an die aktuell schwierige Situation für die mehr als 6.000 rheinland-pfälzischen Sportvereine. Wir haben die wichtigsten Aussagen für Sie zusammengefasst. 

Diese Botschaft war dem kommissarischen LSB-Präsidenten Jochen Borchert trotz dem eigentlichen Thema "Olympia 2020" besonders wichtig: Sport Rheinland-Pfalz, mit seinen vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern in mehr als 6.000 Vereinen, braucht in Zeiten von ausfallenden Einnahmen durch fehlende Veranstaltungen, die Unterstützung der Politik. "Der Sport darf und wird nicht vergessen" sagte Borchert mit Blick auf die aktuell ausgehandelten finanziellen Maßnahmenpakete der Bundes- und Landesregierungen der politischen Verantwortlichen.   

 

Zudem verwies Borchert auf die wichtige Rolle des Sports im sozialen Gesellschaftsgefüge. Trotz dem aktuellen Verbot von Trainings- und Wettbewerbsveranstaltungen nehmen die Sportvereine soziale Aufgaben in Zeiten von Corona wahr. Ein Einkaufsservice für ältere Menschen oder digitale Sportübungen zum Nachmachen in den eigenen vier Wänden sind aktuell wichtig und notwendig, um die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen.

Olympia 2020? Die Gesundheit steht über dem Sport

Zuvor hatte die Runde ausführlich über die Durchführung der olympischen und paralympischen Spiele 2020 gesprochen. Trotz allem Bedauern war der Tenor einstimmig: Die Gesundheit der Menschen steht über dem Sport. Eine Verschiebung der Spiele sei bei aktueller Informationslage unausweichlich. Der Olympiasieger von 2012 Richard Schmidt appellierte im Namen aller Olympioniken an IOC-Präsident Thomas Bach "eine zeitnahe Entscheidung zu treffen."

Und auch der zugeschaltete Zehnkampf-Weltmeister Niklas Kaul (USC Mainz), der sein Trainingslager in Südafrika aufgrund der Corona-Pandemie abbrechen musste, pflichtete der Runde bei. Er stellte zudem die These in den Raum, dass die aktuellen Trainingsbedingungen sowie die Einschränkungen der Kontrollen der NADA offensichtlich keine fairen Spiele im Sommer ermöglichen. 

Mathias Mester zeigte sich konkret angesprochen auf seine persönlichen Sorgen anlässlich der ausbleibenden sportlichen Wettkämpfe dankbar gegenüber der finanziellen Unterstützung der Stiftung Sporthilfe Rheinland-Pfalz und versicherte, dass er auch bei einer Verschiebung der paralympischen Spiele sein Ziel "noch einmal bei den Spielen anzutreten" erreichen möchte.

Aktuell gibt es allerdings wichtigeres und auch der Sport muss seinen gesellschaftlichen Beitrag dazu leisten, das Corona-Virus zu besiegen. Jochen Borchert formulierte diesbezüglich zum Schlusswort treffend: "Die Sportfamilie hält zusammen".

Die komplette Sendung finden Sie in der SWR-Mediathek.