Mini-WM: E-Jugendliche von SV Bornheim und TuS Dansenberg siegen
13.04.2026 – Handballverband Rheinhessen-Pfalz
Das gilt in Nordamerika, wenn im Sommer die großen Fußballer in drei Ländern dem großen Ball nachjagen, genauso wie hier in Haßloch, wo der Handball-Nachwuchs den deutlich kleineren Ball bewegt. Das Final-Four-Turnier der Mini-WM steht auf dem Plan, bei dem die besten E-Jugendlichen des Handballverbands Rheinhessen-Pfalz (HVRP) um Medaillen und Siegerweihen kämpfen. Sie tun das aber nicht in ihren Vereinstrikots, sondern in den Farben eines ihnen zugelosten Landes, in dessen Namen sie schon in der Vor- und Zwischenrunde antraten und sich für das Final Four qualifizierten.
Tunesien gegen Serbien heißt es nun also im spannenden ersten Spiel des Tages, das knapp mit 11:10 an Serbien geht und somit an die Mädchen des SV Bornheim, die auch im Finale später das Glück auf ihrer Seite haben. 20 Sekunden vor dem Ende gelingt ihnen der umjubelte 14:13-Siegtreffer gegen den für die Schweiz antretenden TV Wörth, der sein Halbfinale noch deutlich mit 15:8 gegen Montenegro gewonnen hatte. Tunesien alias die JSG Mundenheim/Rheingönheim schlägt im Spiel um Platz drei die als Montenegro angetretene wSG Rheinauen mit 11:8.
„Wir sehen guten Handballsport und ein sehr gelungenes Turnier. Entscheidend ist für mich aber der faire und respektvolle Umgang miteinander“, freut sich HVRP-Präsident Ulf Meyhöfer über die positive Stimmung auf dem Spielfeld und den Rängen, wo sich viele Eltern ebenfalls in den Nationalfarben ihrer Kinder geschmückt haben.
Immer im Wechsel mit den Mädchen spielen die Jungen, bei denen ebenfalls Serbien – hier vertreten durch den TV Nieder-Olm – ins Finale einzieht. Nach dem 18:17-Halbfinalsieg gegen Italien (TV Kirrweiler) sind die serbischen Rheinhessen im Endspiel aber dem TuS Dansenberg mit 14:21 unterlegen. Somit heißt wie schon so oft im Handball der Weltmeister Frankreich. Für die Dansenberger um ihre Trainerin Nicole Holstein ist es der zweite Mini-WM-Titel in Folge. „Wir haben eine super homogene Truppe. Die Jungs sind immer im Training und haben richtig Bock auf Handball. Und sie haben schon in ihren jungen Jahren verstanden, dass die Abwehr Spiele gewinnt“, freut sich die Titelverteidigerin auf der Bank, die angesichts des Erfolgs unbedingt ihre Co-Trainerin Paula Hack und den Torwarttrainer Oskar Bembenik erwähnt haben möchte. Dass Letzterer gute Arbeit leistet, ist an den vielen Paraden des TuS-Keepers abzulesen, der schon mit professionellen Torwart-Bewegungen in die Ecken grätscht und einen gehörigen Anteil zum Erfolg beiträgt.
Auch ihr Halbfinale gegen den TV Offenbach hatten die Dansenberger deutlich mit 26:13 für sich entschieden. Die als Polen angetretenen Offenbacher sichern sich dafür mit einem 20:14 gegen Kirrweiler Platz drei. „Wir sind total begeistert und froh, dass es diesen Wettbewerb gibt“, dankt Holstein dem Verband – und das gleich im doppelten Sinne. Denn angetan ist sie auch von den jugendlichen Schiedsrichtern, die nach ihrer Ausbildung zum „Young Referee“ die Spiele souverän leiten. Tatsächlich ist es erstaunlich mitanzusehen, wie ruhig und umsichtig Julian Angel und Gustav Schier die beiden Finalspiele pfeifen und den kleinen Hitzeblitzen auf dem Feld ihre Entscheidungen geduldig erklären. Ein Sonderlob gibt es dafür dann auch von Meyhöfer und von den Jugendsprechern des HVRP, die in die Turnierleitung involviert sind und die Siegerehrung durchführen. Einer von ihnen, Tizian Weickenmeier, hat dabei ganz besondere Erinnerungen im Gepäck: Bei der Erstauflage anlässlich der Heim-WM 2019, war er selbst noch E-Jugendlicher und mit dem TuS Heiligenstein Premierensieger der Mini-WM.
Zehn Jahre später könnte es dann wieder eine ganz besondere Mini-WM werden. 2029 ist Deutschland erneut Gastgeber der Männer-WM, dann gemeinsam mit Frankreich, Der HVRP möchte das zum Anlass nehmen, die Verbindungen ins Nachbarland weiter zu intensivieren. Mit Danny Weitz war in Haßloch der Verbandstrainer des Département Bas-Rhin zu Gast, mit dem dann eine gemeinsame Mini-WM ausgetragen werden könnte.