Leidenschaft, Tradition und Ehrenamt: Ein Besuch bei der Rheinland Meute

01.06.2026 –  Claudia Altwasser

Jagdreiten ist ein traditioneller, unblutiger Pferdesport, bei dem Reitgruppen im flinken Galopp einer künstlich gelegten Fährte oder einem Vorreiter im Gelände folgen. Es wird in sogenannten „Feldern“ geritten, wobei das erste Feld die vorgegebenen Naturhindernisse (wie Hecken oder Baumstämme) überwindet, während das zweite Feld diese umgeht. Oberstes Gebot ist absolute Disziplin und Sicherheit: Es darf auf der Strecke unter keinen Umständen überholt werden. Die gesamte Gruppe folgt diszipliniert dem sogenannten „Master“, um Unfälle zu vermeiden und den Hunden ihren Freiraum zu lassen. Die Streckenlänge variiert je nach Region und Veranstaltung typischerweise zwischen 10 und 25 Kilometern. Neben Schleppjagden mit einer Hundemeute gibt es auch Fuchsjagden, bei denen ein Vorreiter einen Fuchsschwanz an der Schulter trägt, der am Ende symbolisch gefangen wird. Wettbewerbe im klassischen Sinne gibt es beim Jagdreiten nicht, da das gemeinschaftliche Naturerlebnis, die Tradition und die gute Ausbildung von Pferd und Reiter im Vordergrund stehen. Ein Erlebnisbericht von LSB-Vizepräsidentin Claudia Altwasser.

„Wenn ich auf das Pfingstwochenende und die Sportlandschaft im Rheinland zurückblicke, habe ich eine faszinierende Vielfalt gesehen“, sagt Claudia Altwasser. „Ein perfektes und besonders lebendiges Beispiel dafür durfte ich selbst miterleben: Ich war zu Gast beim Schleppjagdverein Rheinland e.V. – besser bekannt als unsere Rheinland Meute! Gerade an diesen Pfingsttagen, an denen viele Menschen die freie Zeit genossen haben, zeigte sich, was diesen Sport so besonders macht. Der Schleppjagdsport wird in der Öffentlichkeit manchmal als Nische oder Randsportart wahrgenommen. Doch wer dort genau hinschaute, sah die immense sportliche Leistung, die erbracht wurde: das blinde Vertrauen zwischen Reiter und Pferd, die faszinierende Arbeit mit den Hunden auf der Fährte und die tiefe Verbundenheit mit unserer Natur. Das war Spitzensport und gelebte Tradition zugleich!“

Hinter diesem faszinierenden Bild stand laut Claudia Altwasser ein unbezahlbarer Motor – das Ehrenamt. „Was dieser umtriebige Verein mit seinen Mitgliedern und Helfern – gerade auch an den Feiertagen – auf die Beine gestellt hat, war absolut bewundernswert“, so die Spitzenfunktionärin. „Von der aufwendigen Pflege und Ausbildung der Meute über die Organisation der Jagden bis hin zur Nachwuchsarbeit: Hier wird Gemeinschaft nicht nur besprochen, sondern mit unendlich viel Herzblut gelebt.“ Als Vizepräsidentin des Sportbundes Rheinland sowie des LSB sei es ihr „ein echtes Anliegen zu zeigen: Jede Sportart, die Menschen und Tiere so harmonisch zusammenbringt, bereichert unsere Region. Die Rheinland Meute hat dem Sport im Rheinland an Pfingsten ein ganz besonderes, stolzes Gesicht gegeben. Ein herzliches Dankeschön an die gesamte Meute für diesen großartigen, ehrenamtlichen Einsatz – macht weiter so und Horrido!“