Hitze-Schlacht bei Straßenrad-DM: RCW-Ass Emilia Pauli stürmt zu Silber
17.07.2026 – Iris Westphal
Das gesamte Meisterschaftswochenende stand im Zeichen einer gnadenlosen Hitzewelle. Bei extremen Temperaturen gerieten viele Sportler*innen an ihre körperlichen Grenzen – etliche mussten die Rennen vorzeitig aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Das U17-Rennen der weiblichen Jugend entwickelte sich schnell zu einem echten Krimi – allerdings völlig anders als geplant. Ein schwerer Sturz im parallel ausgetragenen Rennen der Jungen zwang die Rennleitung zu einer Neutralisation. Für die Fahrerinnen bedeutete dies: Das Rennen wurde komplett eingefroren, die mühsam erarbeitete Renndynamik ging verloren und alle im Vorfeld akribisch zurechtgelegten Taktiken waren schlagartig hinfällig. In dieser mentalen Zerreißprobe zeigte Emilia Pauli jedoch die Reife einer Spitzensportlerin. Statt sich aus dem Konzept bringen zu lassen, stellte sie sich blitzschnell auf die neue Situation ein. Mit einem extrem cleveren und fahrtechnisch starken Auftritt behielt sie im Finale kühlen Kopf. In einem packenden Finish sicherte sie sich hochverdient die Silbermedaille. „Wir sind unglaublich stolz auf dich, Emilia!“, hieß es im Anschluss voller Euphorie aus den Reihen des RCW Koblenz-Arzheim.
Bereits am Freitag hatte Tobias Willmes den Medaillenregen für die Koblenzer eingeläutet. Er startete beim kräftezehrenden Einzelzeitfahren der Eliteklasse. Das Starterfeld glich dem Who-is-Who des deutschen Radsports: Zahlreiche Weltklasse-Profis aus den renommierten World-Tour-Teams – darunter Top-Stars wie Nils Politt, Lennard Kemna, Maximilian Schachmann oder der Neuwieder Lokalmatador Maximilian Walscheid – kämpften um Sekunden. Unter den gleichen, unbarmherzigen Temperaturen lieferte Tobias Willmes ein bärenstarkes Rennen ab. Angesichts der enormen Leistungsdichte im Feld der Profis ist sein Resultat nicht hoch genug einzuschätzen: Mit einer kämpferischen Höchstleistung fuhr er bei über 50 Startern auf einen hervorragenden 29. Platz. Mit einer Silbermedaille und einer Top-30-Platzierung im Gepäck kehrt das Team des RCW Koblenz-Arzheim von einer denkwürdigen und hitzigen Deutschen Meisterschaft zurück.