Welte, Kazmirek und Osborne/Moos machen das Rennen

Landessportlerwahl 2014: Zwei knappe Entscheidungen – Nachwuchsförderpreis an Lisa Klein und Oleg Zernikel
Gemeinsam mit den erfolgreichen Sportlern, Sportlerinnen und Teams freuen sich Werner Schröter (LSB-Vizepräsident Leistungssport/ganz links), Lotto-Geschäftsführer Jürgen Häfner (3.v.l.), LSB-Präsidentin Karin Augustin (4.v.l.) sowie Innenminister Roger Lewentz (ganz rechts) über deren tolle Leistungen im vergangenen Jahr. Foto: LSB/B.EßlingGemeinsam mit den erfolgreichen Sportlern, Sportlerinnen und Teams freuen sich Werner Schröter (LSB-Vizepräsident Leistungssport/ganz links), Lotto-Geschäftsführer Jürgen Häfner (3.v.l.), LSB-Präsidentin Karin Augustin (4.v.l.) sowie Innenminister Roger Lewentz (ganz rechts) über deren tolle Leistungen im vergangenen Jahr. Foto: LSB/B.Eßling

Gemeinsam mit den erfolgreichen Sportlern, Sportlerinnen und Teams freuen sich Werner Schröter (LSB-Vizepräsident Leistungssport/ganz links), Lotto-Geschäftsführer Jürgen Häfner (3.v.l.), LSB-Präsidentin Karin Augustin (4.v.l.) sowie Innenminister Roger Lewentz (ganz rechts) über deren tolle Leistungen im vergangenen Jahr. Foto: LSB/B.Eßling

Miriam Welte bei den Frauen, Kai Kazmirek bei den Männern und Jason Osborne/Moritz Moos bei den Teams heißen die Gewinner der 2014er Landessportlerwahl des Landessportbundes Rheinland-Pfalz (LSB). Die Ehrung fand mit 250 Freunden, Familienangehörigen und Wegbegleitern der Athleten am Sonntagabend im Foyer des Landesfunkhauses des SWR in Mainz statt. In der Sendung „Flutlicht“ wurden die Gewinner auch der Öffentlichkeit vorgestellt.

Nachdem der zuletzt zweimal siegreiche Raphael Holzdeppe 2014 nicht nominiert wurde, landete bei den Männern diesmal mit Kai Kazmirek ein anderer Leichtathlet ganz vorne in der Publikumsgunst. Der Zehnkämpfer brachte es auf 22,66 Prozent der Stimmen. Vor einem Jahr war Kazmirek noch Zweiter hinter Holzdeppe geworden. Drei Jahre in Folge Zehnkämpfe auf einem Niveau jenseits der magischen 8.000 Punkte, 2014 die Steigerung auf 8.471 Punkte, Platz sieben der Welt: Das Fachpublikum verfolgt die rasante Entwicklung des jungen Rheinländers schon lange akribisch. Dem Titel bei der U23-EM im Zehnkampf im Jahr 2013 folgte Anfang 2014 der nächste Coup: Der Gewinn des DM-Titels. Bei der Hallen-WM verbuchte das Ass der LG Rhein-Wied die dritthöchste jemals erreichte Punktzahl eines Deutschen. Bei der EM in Zürich lag Kazmirek nach dem ersten Tag auf Goldkurs und auch bis zum Stabhochsprung am zweiten Tag noch in Führung – am Ende stand Rang sechs. Im November nahm Kazmirek die Saisonvorbereitung für 2015 auf. Der 23-Jährige zählt zu Deutschlands großen Hoffnungen für die Olympischen Spiele 2016 in Rio. „Diese Auszeichnung ist etwas Besonders“, freute sich Kazmirek, der sich bei Landessportbund und Lotto Rheinland-Pfalz „für die tolle Unterstützung“ bedankte. „Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet.“

Platz zwei bei der 19. Auflage der Sportlerwahl erreichte Para-Leichtathlet Mathias Mester. Auf den Sympathikus vom 1. FC Kaiserslautern, der bei der Leichtathletik-EM der Menschen mit Behinderung den Titel im Speerwurf gewann, entfielen 21,73 Prozent der Stimmen. Rang drei sicherte sich Richard Schmidt (RV Treviris Trier), Europameister und Vize-Weltmeister mit dem Deutschlandachter, mit 21,23 Prozent.

Bei den Frauen setzte sich wie vor einem Jahr Miriam Welte durch, die mit 23,67 Prozent noch mehr Stimmen auf sich vereinen konnte als 2013 (22,13). Die 28 Jahre alte Bahnrad-Sprinterin vom 1. FC Kaiserslautern ist bei der Landessportlerwahl seit Jahren ganz weit oben zu finden. Diesmal landete die Pfälzerin, die sich im kolumbianischen Hochland mit ihrer kongenialen Partnerin Kristina Vogel ihren dritten WM-Titel in Folge im Teamsprint und dazu im nichtolympischen 500-Meter-Zeitfahren auch den ersten WM-Einzeltitel ihrer Laufbahn sicherte, vor Kanuslalom-Europameisterin Ricarda Funk (KSV Bad Kreuznach/21,10 Prozent), die das bislang erfolgreichste Jahr ihrer Karriere auch noch mit zwei Weltcupsiegen garnierte, und der EM-Vierten im Stabhochsprung und Führenden der europäischen Jahresbestenliste, Lisa Ryzih vom ABC Ludwigshafen (20,36 Prozent) auf dem höchsten Podestplatz.

In der Kategorie „Team des Jahres“ hatte diesmal anders als in den vergangenen Jahren kein Kunstrad-Duo die Nase vorne. In die Fußstapfen der inzwischen zweifachen Weltmeister im Kunstradfahren der Männer, André und Benedikt Bugner vom RSV Klein-Winternheim, die diesmal mit 21,06 Prozent Zweiter wurden, traten Jason Osborne und Moritz Moos vom Mainzer Ruderverein mit 21,58 Prozent. Osborne/Moos waren in ihrem ersten Finale bei einer A-WM im leichten Doppelzweier in Amsterdam trotz fiesen Seitenwinds Fünfter geworden. Außerdem holten sie Gold bei der U23-Weltmeisterschaft. „2015 wollen wir entweder wieder U23-Gold oder eine Medaille bei der A-WM“, kündigte Osborne an. Um dieses Ziel zu erreichen, schraubt das fleißige Duo eine Einheit während einer Trainingsfahrt auch schon mal auf 60 Kilometer hoch.

Dritter bei der Landessportlerwahl wurden die Minigolf-Frauen des 1. MGC Mainz, die ihrem Ruf als „Macht im Minigolf“ einmal mehr alle Ehre machten und im badischen Schriesheim bereits zum achten Mal den Europacup der Landesmeister holten, mit 19,62 Prozent. Im Gespräch mit Moderator Christian Döring plauderte MGC-Ass Alice Kobisch ein wenig aus dem Nähkästchen. So reisen die Minigolfer etwa mit einem Heizköfferchen von Wettbewerb zu Wettbewerb, weil die Gummibälle auch immer eine gewisse Temperatur benötigen. „So ein Koffer ist notwendig, weil manche Bahnen Bälle mit exakten Temperaturen erfordern“, sagte Kobisch und verriet, dass es im Falle eines fehlenden Heizkoffers Körperregionen gebe, um Minigolfbälle zu beheizen, „die nur Männer und nicht Frauen haben“. Ins Detail ging die erfahrene Minigolfspielerin hier allerdings nicht.

Der Nachwuchsförderpreis, den der Landessportbund zum sechsten Mal verlieh, ging an die von Hermann Mühlfriedel gecoachte 18 Jahre alte Radsportlerin Lisa Klein vom RV Edelweiß Kandel, die auf der Bahn wie auch auf der Straße flott unterwegs ist und WM-Silber bei der U19 in der Einer-Verfolgung über 2.000 Meter holte, sowie den 19 Jahre alten Stabhochspringer Oleg Zernikel (ASV Landau), der von Coach Jochen Wetter geformt wurde und sich auch dank seiner Nervenstärke bei der U20-WM in Eugene/USA mit neuem Stab und neuer Bestleistung von 5,50 Metern den dritten Platz sicherte.

Der von der Jury zum zweiten Mal vergebene Trainerpreis ging an Jörg Roos. Der Verbandstrainer im Landesverband Rheinland, der hauptberuflich ein Architekturbüro leitet, hat unter anderem den erfolgreichen Zehnkämpfer Kai Kazmirek unter seinen Fittichen.

Die Ergebnisse der Landessportlerwahl 2014 im Überblick:

Sportlerinnen
1.    Miriam Welte (28, 1. FC Kaiserslautern)                      23,67 Prozent
2.    Ricarda Funk (22, KSV Bad Kreuznach)                       21,10 Prozent
3.    Lisa Ryzih (26, ABC Ludwigshafen)                              20,36 Prozent
4.    Hannelore Brenner (51, Reitclub Hofgut Petersau)   17,45 Prozent
5.    Anna-Lena Friedsam (20, Andernacher Tennisclub) 17,43 Prozent

Sportler
1.    Kai Kazmirek (23, LG Rhein-Wied)                                 22,66 Prozent
2.    Mathias Mester (28, 1. FC Kaiserslautern)                   21,73 Prozent
3.    Richard Schmidt (27, RV Treviris Trier)                         21,23 Prozent
4.    Almir Velagic (33, AV 03 Speyer)                                     18,47 Prozent
5.    Denis Kudla (20, VfK 07 Schifferstadt)                          16,50 Prozent

Teams
1.    Jason Osborne/Moritz Moos (20/20, Mainzer Ruderverein)              21,58 Prozent
2.    André Bugner/Benedikt Bugner (18/20, RSV Klein-Winternheim)   21,06 Prozent
3.    1. MGC Mainz                                                                                            19,62 Prozent
4.    JSV Speyer                                                                                                18,98 Prozent
5.    TSG Friesenheim                                                                                    18,76 Prozent

Nachwuchsförderpreis männlich
Oleg Zernikel (19 Jahre, Stabhochspringer des ASV Landau – Bronze bei der U20-WM)

Nachwuchsförderpreis weiblich
Lisa Klein (18 Jahre, Radsportlerin, Bahn und Straße, des RV Edelweiß Kandel – Silber bei der U19-Junioren-WM in der Einer-Verfolgung 2.000 Meter)

Trainerpreis
Jörg Roos (unter anderem Trainer von Kai Kazmirek)

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