Arbeitsmarkt Sport als Chance – 6. Infomesse SPORT am 15. März in Koblenz

Auf der 6. Infomesse SPORT in Koblenz erhalten die mehr als 300 Besucher Expertenrat aus erster Hand / „Das Konzept lebt“

2014 infomesse sport mhImmer ein offenes Ohr: Rebekka Benner, Natalie König und Patrick Andres (v.l.) informierten die Besucher der Infomesse am LSB-Stand aus erster Hand. Foto: M. HeinzeDas Sportbusiness hat von seiner Attraktivität nichts eingebüßt und zieht viele Jugendliche magisch an: Mehr als 300 Besucher wollten am Samstag bei der sechsten Auflage der „Infomesse SPORT“ des Landessportbundes Rheinland-Pfalz (LSB) im Koblenzer Gymnasium auf der Karthause mit von der Partie sein.

Gemeinsam mit der hoch angesehenen Eliteschule des Sports, der Industrie- und Handelskammer Koblenz, der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen, Lotto Rheinland-Pfalz, der ADD sowie weiteren Partnern aus Sport, Wirtschaft und Forschung habe man „eingeladen, um den jungen Leuten mit Informationen und Beratung aus erster Hand Entscheidungshilfen mit auf den weiteren Schul-, Berufs- und Lebensweg zu geben“, betonte Günter Berg, LSB-Vizepräsident Bildung und Erziehung, zu Beginn der wieder einmal äußerst erfolgreichen Veranstaltung, bei der eine Expertenriege Schülern und deren Eltern in Workshops, Vorträgen sowie vor allem auch im persönlichen Gespräch an den Infoständen mit guten Ratschlägen und wertvollen Tipps aus erster Hand versorgte, wie man im Sport beruflich heimisch werden kann.

Wie Berg deutlich machte, seien es „nicht zuletzt der neue Ausbildungsberuf Sportfachfrau/Sportfachmann und ein damit verbundenes Gespräch im November 2007 mit der IHK Mainz, sondern auch die immer größer werdende Nachfrage nach einem Freiwilligen Sozialen Jahr oder Zivildienst im Sport sowie der boomende Markt an Studienangeboten für den Sport mit den neuen Abschlüssen Bachelor und Master“ gewesen, die diese Veranstaltungsidee hätten gedeihen lassen.

„Wir sind sehr darauf orientiert, mit externen Partnern zusammenzuarbeiten – insbesondere, was den Sport betrifft“, sagte Oberstudiendirektor Erich Babucke, Schulleiter des Gymnasiums auf der Karthause, das eine von zwei Eliteschulen des Sports in Rheinland-Pfalz ist. Zudem habe man eine sehr gute Verbindung zur Polizei, die übrigens auch bei der Infomesse zu den Partnern zählte. Dem engagierten Team um Babucke dankte Günter Berg ebenso wie dem Regierungsschuldirektor Stefan Kölsch als Vertreter der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), der die Infomesse seit 2009 unterstützt.

Prof. Dr. Lutz Thieme von der Fachhochschule Remagen machte in seinem Impulsreferat unter dem Motto „Fit für die Zukunft – Arbeitsmarkt SPORT als Chance?!“ deutlich, dass es diverse Zugänge zu Sportberufen gibt. Was eine Tätigkeit im Sportmanagement anbelange, so würden etwa die Fachhochschulen mit einem Praxisbezug werben. „Sie werden dort Betriebswirt mit einer Qualifizierung fürs Sportmanagement“, sagte der Forscher, der am RheinAhrCampus in Kooperation mit dem LSB den Studiengang Sportmanagement leitet. Auch mit einem VWL-, BWL-, Jura- oder Informatikstudium könne man ins Sportmanagement wechseln. Mit einem geisteswissenschaftlichen oder sprachlichen Studium indes falle dies relativ schwer, so der Referent, der selbst Vorsitzender eines großen Sportvereins ist.

Eindringlich appellierte Thieme an die jungen Zuhörer, „genau in sich hineinzuhorchen, was Sie wirklich tun möchten. Dabei sollte man aber bitte immer bedenken, dass es nur einen Uli Hoeneß gibt – auch wenn viele Uli Hoeneß werden wollen.“ Die Chance, von der Schulbank in die schicke Loge der Fußball-Stadien zu kommen, sei klein. Dahinter liege unheimlich viel Arbeit und Schweiß, die Konkurrenzsituation sei enorm. Thieme wörtlich: „Wichtig ist es, eigene Ziele zu formulieren und sich darüber klar zu werden, was man mit seinem Leben machen möchte.“ Wichtig sei es auch, sich ehrenamtlich zu engagieren („Damit beweist man anderen, aber auch sich selbst, dass man etwas kann“) und frühzeitig Praxiskontakte zu sammeln während der Ausbildung bzw. des Studiums – und diese Kontakte pflegen. „Der Sport ist eine Branche, in der sehr stark auf Persönlichkeit und persönliche Kontakte geachtet wird“, betonte Thieme, der den Jungen und Mädchen riet, „falsche Wege schnell zu beenden und neue Entscheidungen zügig zu treffen“.

Während Thieme in seinem Workshop Details zu den Studienmöglichkeiten im Sport nannte, leiteten Katja Gerlach (LSB-Sportjugend) und die 19 Jahre alte Melanie Matutis, die gerade bei der TGM Mainz-Gonsenheim ihr FSJ ableistet, den Workshop über Freiwilligendienste. Gerlach und Matutis erklärten, dass es drei verschiedene Freiwilligendienste gibt – neben dem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) in Vereinen und Verbänden noch das FSJ im Ganztag sowie den Bundesfreiwilligendienst (BFD) – und wie man dorthin kommt.

Olaf Lübke (Lehrer für BWL und Sport an der Berufsbildenden Schule Bad Neuenahr) und Franco Köhler (Ausbildungs- und Qualifizierungsberater für die Stadt Koblenz und Neuwied) brachten die Besucher auf den neuesten Stand, was die beiden Ausbildungsberufe im Sport anbelangt. Wobei künftige Sport- und Fitnesskaufleute den angehenden Sportfachleuten zahlenmäßig deutlich in der Überzahl seien. Die Ausbildungszeit betrage drei Jahre. „Der Beruf beinhaltet Management und Verwaltung“, erläuterte Lübke. „Im dritten Ausbildungsjahr wird der Stoff im kaufmännischen Bereich sehr vertieft.“ Sport- und Fitnesskaufleute rechneten für Fitnessstudios auch Verträge aus oder stellten Marketingkonzepte auf. Laut Lübke ist es aber auch denkbar, dass ein Sport- und Fitnesskaufmann einmal ein Fitnessstudio leitet.

„Das Konzept lebt“, zog Irene Klempan, als LSB-Referentin für Bildung und Erziehung Cheforganisatorin der Infomesse, ein rundum positives Fazit. „Wir sind sehr zufrieden.“

Wer nach der Schule einen Job im Sport anstrebt, ist hier genau richtig

2014 infomesse sport nkFreuen sich schon auf die 6. Infomesse SPORT (v.l.): Irene Klempan (LSB-Bildungsreferentin), Anne Quander (Bildungsberaterin Hochschule-Wirtschaft der IHK Koblenz), Ulrike Mohrs (Vorsitzendes Mitglied der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen) und Günter Berg (LSB-Vizepräsident Bildung und Erziehung). Foto: N. König/LSBDer Berufsorientierung für junge Leute dient die Infomesse SPORT am Samstag, 15. März, von 10 bis 16 Uhr. Der Landessportbund Rheinland-Pfalz präsentiert die mit Vorträgen, Workshops und Infoständen gespickte Messe unter dem Motto „Schule fertig, und dann…?“ mit zahlreichen lokalen Partnern in der Aula des Gymnasiums auf der Karthause in Koblenz.

Die Nachfrage nach Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten im Sport ist weiterhin groß. Attraktiv und zeitgemäß wird der Sport als eine der wenigen Wachstumsbranchen beschrieben. Welche Möglichkeiten aber bieten sich nach der Schule? Angefangen bei den nationalen und europäischen Freiwilligendiensten (FSJ im Sport, Bundesfreiwilligendienst) über die Ausbildungsberufe oder die Studienangebote an der Uni bzw. Fachhochschule bis hin zur Vereinbarkeit von spitzensportlicher und beruflicher Karriere. Auf der Infomesse SPORT werden der LSB und seine Partner in Workshops über Anforderungen und Möglichkeiten im Arbeitsmarkt Sport informieren. Auch Fitnessstudios sind vertreten, um das Berufsfeld abzubilden. An Infoständen können die Besucher direkt mit Mitarbeitern potenzieller Einsatzstellen ins Gespräch kommen. Darüber hinaus sollen aber auch die Vorstände von Sportvereinen und -verbänden informiert werden. In der Schaffung von Arbeitsplätzen können sie der Jugend und damit auch der Zukunft ihrer Vereine und Verbände eine Chance geben.

„Gerade für unsere Jugendlichen wollen wir einen Beitrag zur Berufswegorientierung leisten“, betont Günter Berg, LSB-Vizepräsident Bildung und Erziehung. Laut Bildungsreferentin Irene Klempan waren die große Nachfrage nach den Freiwilligendiensten im Sport und einem boomenden Markt an Studienangeboten für den Sport die Auslöser für dieses Messekonzept. „Sport fasziniert, Sport macht Spaß“, weiß Klempan aus eigener Erfahrung. „Natürlich wollen viele Jugendliche später einmal in diesem attraktiven Berufsfeld tätig sein.“ In den vergangenen Jahren habe man im Schnitt etwa 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ansprechen können mit dieser bundesweit einmaligen Informationsplattform.

„Wir haben mehr Stellen und weniger Bewerber“, erklärt Ulrike Mohrs, Vorsitzendes Mitglied der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen. Die Berufswahl sei ein Prozess und der Sport biete die Gelegenheit, sein Hobby zum Beruf machen zu können. „Es gibt eine breite Palette an Berufen im Sport“, so Mohrs. „Aber nur der kann sie nutzen, der sie auch kennt.“ Dazu will die Infomesse beitragen, bei der die Arbeitsagentur mit ihren Berufsberatern vor Ort sein wird. „In Workshops werden wir unter anderem das Berufsbild der Sportfachfrau bzw. des Sportfachmanns vorstellen“, kündigt Anne Quander, Bildungsberaterin Hochschule-Wirtschaft der IHK Koblenz, an.

Nach dem Impulsreferat „Fit für die Zukunft – Arbeitsmarkt SPORT als Chance?!“ von Prof. Dr. Lutz Thieme (FH Remagen) werden folgende Workshops jeweils dreimal angeboten:

Workshop I: Freiwilligendienste im Sport
Wer nach der Schule noch nicht weiß, welche Ausbildung oder welchen Beruf er ergreifen will und sich erst einmal persönlich orientieren und weiterbilden möchte, hat die Möglichkeit zu einem Freiwilligendienst im Sport. Bei der Sportjugend des LSB kann man ein FSJ im Sportverein/verband, ein BFD im Sportverein/verband oder ein FSJ im Ganztag absolvieren.

Workshop II: Die beiden Ausbildungsberufe im Sport und Weiterbildungsmöglichkeiten
Seit August 2001 wird die Ausbildung zur/zum Sport- und Fitnesskauffrau/-mann angeboten. Das Arbeitsgebiet liegt in den Geschäfts- und Organisationsbereichen von Vereinen, Verbänden, Betrieben der Fitnesswirtschaft und in der kommunalen Sportverwaltung. Seit August 2007 gibt es zudem die Ausbildung zur/zum Sportfachfrau/-mann.

Workshop III: Studienmöglichkeiten im Sport
Mit der Uni Koblenz, dem RheinAhrCampus Remagen, der Uni Mainz und der TU Kaiserslautern informieren vier Hochschulstandorte über ihre Studienmöglichkeiten für den Sport. Informiert wird auch über die Abschlüsse Bachelor und Master, Zulassungsvoraussetzungen, Dauer, Einsatzmöglichkeiten und Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Unter den Schülerinnen und Schülern, die an mindestens zwei der drei Workshops teilgenommen haben, werden 50 Karten für ein Heimspiel der Bundesliga-Fußballer von Mainz 05 verlost, die Lotto Rheinland-Pfalz zur Verfügung stellt.

Weitere Infos:
Landessportbund Rheinland-Pfalz
Irene Klempan
Tel.: 06131/2814-373, E-Mail: i [PUNKT] klempan [AT] lsb-rlp [PUNKT] de
Internet: www.lsb-rlp.de

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