Sportentwicklung: Spiegelbild des gesellschaftlichen Wandels

Verfasst von Christof Palm am .

Gesellschaftlicher Wandel und Sportentwicklung
Ebenso wie sich die Gesellschaft verändert, unterzieht sich auch der Sport einem ständigen Wandlungsprozess. Wer sich mit Sportentwicklung beschäftigt, verfolgt das Ziel, den Sport zu verändern, zu verbessern und den gesellschaftlichen Interessen anzupassen. Idealerweise entwirft man dazu ein Zukunftszenario, projiziert Ideen für einen wünschenswerten Soll-Zustand von morgen und nähert sich diesem an.

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Demografie

Die zentralen Faktoren der Demografie sind Zu- oder Auswanderung, die Geburtenrate und die Sterblichkeit. Diese Faktoren verändern sich mit fortschreitendem Strukturwandel und führen zu einer spürbaren Veränderung unserer Gesellschaft. Es kommen weniger Kinder zur Welt als früher, bei gleichzeitig steigender Lebenserwartung, wodurch sich das Durchschnittsalter der Bevölkerung erhöht. Ebenso wird die Gesellschaft in Folge von Wanderungsbewegungen vielfältiger. Auch für den Sport wird die Herausforderung größer und ist nur zu bewältigen, wenn sich Verbände und Vereine umfassend darauf einstellen. Die Organisationen des Sports müssen vermehrt strategisch denken und handeln. Sie brauchen Programme und Initiativen, mit denen einzelne Zielgruppen spezieller angesprochen werden müssen.

Gesundheitsbewegung
Das gesellschaftliche Interesse am Sport hat sich dahingehend verändert, dass nun in vielen Bevölkerungsschichten der Gesundheitsaspekt im Vordergrund steht. Darauf hat der Sport reagiert, mit gesundheitsorientierten Ausbildungen für Übungsleiter, mit Zertifikaten für qualitätsgesicherte Bewegungsangebote und neuen Sportangeboten im Verein. Da nicht zuletzt der Gesetzgeber eine präventiv engagierte Bevölkerung erwartet, wird eine hohe Summe in Präventivmaßnahmen und Gesundheitskurse investiert. Kunden freuen sich dabei über eine Erstattung ihrer Krankenkassen und Sportvereine füllen ihrerseits ihre Kassen auf.

Sportstättenplanung
Ein weiteres Beispiel ist die Sportstättenplanung im Bereich der kommunalen Sportpolitik. Vorhandene Sportstätten und das Interesse der Sporttreibenden passen nicht mehr zusammen, das Gros der Sportstätten ist überaltert und ein immenser Sanierungsstau verhindert eine Modernisierung. Dieses Thema beschäftigt den Sport in Rheinland-Pfalz insbesondere auch seinen 2011 gegründeten Ausschuss Sport und Kommune. Hier werden in Kooperation mit den kommunalen Spitzenverbänden Lösungsansätze erarbeitet und der Politik vorgeschlagenen. Mit der Gründung des Instituts für Sportstättenentwicklung (ISE) ist man hier ebenfalls sehr erfolgreich unterwegs. ISE berät Kommunen und Sportvereine bei ihren Vorhaben eine Sportstättenentwicklung zeitgemäß und zukunftsorientiert anzugehen.

Bewegung im öffentlichen Raum
Städte müssen Flächen haben für Sport und Bewegung, zum Verweilen und Entspannen, so der sich immer häufiger abzeichnende Wunsch der Menschen aller Altersklassen. Freiraum werde zum Maßstab für lebenswerte Städte und die Bevölkerung stelle zunehmend Ansprüche an diese Flächen und definiere sie. Rund zwei Drittel aller Sport- und Bewegungsaktivitäten sind selbst organisiert und finden im öffentlichen Raum statt, weil man gern rausgeht und sich in anregender Umgebung bewegt. Ziel von Städten und Gemeinden müsse es sein, attraktive Flächen vorzuhalten, freien Zugang zu diesen zu ermöglichen, für Pflege, Instandhaltung und Sicherheit zu sorgen und Konflikte zwischen unterschiedlichen Nutzern zu vermeiden. Idealerweise sind die Bewegungsangebote von Sportvereinen begleitet.

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Sport und Umwelt
Umweltbewusstes Denken vollzieht sich auch im Sport. Nicht nur umweltgerechtes Bewegen in der Natur sondern auch der Bereich energetischer Sanierung in vereinseigenen Anlagen sind beachtenswerte Bereiche.
Der organisierte Sport bekennt sich für eine naturverträgliche Sportausübung und einen zeitgemäßen Naturschutz im und durch Sport. In zahlreichen Gremien ist der Sport vertreten, kann so Nutzen und Schaden in Zusammenarbeit mit verschiedenen Experten abwägen und so manche Gesetzesentscheidung mit beeinflussen. Der Ökocheck bietet die Möglichkeit, Sportanlagen durch Fachleute beurteilen zu lassen und entsprechende Sanierungsmaßnahmen einleiten zu können.

Sport und Integration
Welche Auswirkungen der Zuwachs von Flüchtlingen in unserem Lande hervorgerufen hat, ist jedem präsent. Auch der Landessportbund unterstützt seit Jahren mit dem erfolgreichen Projekt „Integration durch Sport“ Sportvereine in ihrem Vorhaben, Flüchtlingen mit Bewegung, Spiel und Sport eine Willkommenskultur zu bieten.

Inklusion und gelingende Umsetzung der Behindertenrechtskonvention
Dass behinderte Menschen laut Behindertenrechtskonvention auf allen Ebenen in die Gesellschaft integriert werden sollen, ist spätestens seit dem Beschluss im Jahre 2009 bekannt. Der Landessportbund, Behinderten- und Rehabilitationssport Verband, Gehörlosenverband und Special Olympics haben mit der Einrichtung der Koordinierungsstelle Inklusion bereits in 2016 die Weichen gestellt, um Inklusion im Sport voranzutreiben. Das Innenministerium als Finanzier stellt sich ebenfalls den Herausforderungen und ist aktiv an der Umsetzung beteiligt. Inklusion ist also für viele Vereine inzwischen kein Fremdwort mehr und stellt keine Hürde mehr dar inklusiv Sport zu treiben.

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Ergebnisse des aktuellen Sportentwicklungsberichtes 2015/16 für Rheinland-Pfalz sowie für das gesamte Bundesgebiet, erschienen im Juli 2016, finden Sie unter http://www.lsb-rlp.de/lsbrlp/daten-a-fakten/sportentwicklungsbericht . 


Präsidialausschuss Sportentwicklung

Der Präsidialausschuss Sportentwicklung steht unter der Verantwortung des Vizepräsidenten des Landessportbundes, Dieter Krieger. Der Ausschuss tagt 2-3mal im Jahr. Dem Präsidialausschuss zugeordnet ist die Abteilung Sportentwicklung mit fünf hauptamtlichen Mitarbeiter/innen.


Ansprechpartner Sportentwicklung

Ihre Ansprechpartner in der Abteilung Sportentwicklung sind: Hiltrud Gunnemann, Katrin RiebkeHarald Petry, Andrea Lanari, Kerstin Wolf.

 
 
 

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