Sport und Kommune

„Starker Sport – starke Kommunen“ eine Initiative des Landessportbundes und der kommunalen Spitzenverbände Rheinland-Pfalz.

Aktive kommunale Sportentwicklung steht für zukunftsorientierte Kommunalentwicklung. In Anerkennung dieser Bedeutung haben der Landessportbund (LSB) und die kommunalen Spitzenverbände Rheinland-Pfalz am 27.10. 2011 eine Kooperationsvereinbarung „Starker Sport – starke Kommunen“ unterzeichnet, um die Zusammenarbeit zu konkretisieren. Ausgangspunkt war eine ähnliche Unterzeichnung auf Bundesebene mit dem DOSB. Allerdings sollte es nicht bei einer Absichtserklärung verbleiben. Daher wurde ein gemeinsamer Ausschuss unter dem Dach des LSB gegründet.
In diesem Ausschuss „Sport und Kommune“, der sich aus Mitgliedern des Landessportbundes, der drei Sportbünde Rheinland, Rheinhessen, Pfalz, der kommunalen Spitzenverbände, eines Großvereins und eines städtischen Sportamtes zusammensetzt, werden gemeinsam berührende Fragen diskutiert.

mitgliede des ausschusses sport und kommune

Themen, die den Ausschuss bisher beschäftigt haben:

Braucht es eine Sportentwicklungsplanung vor Ort? Wie weit kann der Planungshorizont einer Sportentwicklungsplanung reichen? Stimmen Planungshorizont, Lebensdauer einer geschaffenen Einrichtung und deren Nutzung überein? Vielleicht erreichen Sport und Kommunen es gemeinsam, in der Sportentwicklung Zukunftsentwicklungen aufzuzeigen, ohne gleich zu erwarten, dass die dort dargestellten Konzepte auch 1:1 und sofort umgesetzt werden.

Die Frage der kostenlosen Nutzung von Sporteinrichtungen ist in der Vergangenheit oft sehr verhärtet geführt worden. Dabei steht fest, dass jede zusätzliche Belastung für den organisierten Sports letztlich auf die Mitgliedschaft durchschlägt; umgekehrt müssen Verein Verständnis haben, dass der Erhalt und die Pflege der Sportanlagen Finanzmittel brauchen, die in vielen kommunalen Haushalten nicht (mehr) vorhanden sind. So muss diskutiert werden, ob es andere Lösungsmöglichkeiten für die Sportfinanzierung geben kann.   

Auflagen von Dritten, wie die internationalen Sportverbände oder die Unfallversicherungsträger, belasten die Kommunen als Träger von Sporteinrichtungen. Kommen sie diesen Anforderungen nicht nach, kann der Sport seinen Trainings- und Wettkampfbetrieb nicht ordnungsgemäß ausüben. Vielleicht gelingt es uns gemeinsam, darauf hinzuwirken, dass diese externen Anforderungen reduziert werden und mit Augenmaß erfolgen.

Müssen Sportstätten (aus finanziellen, aus demografischen Gründen) aufgegeben werden? Wie kann ein solcher Prozess gestaltet werden? Welche Möglichkeiten der Kooperation gibt es auf der Ebene der Vereine, um Sportangebote zu sichern, die sei es auf Grund fehlender Einrichtungen oder auf Grund mangelnder Teilnehmerzahlen in der einzelnen Gemeinde nicht (mehr) durchgeführt werden können? Welchen Beitrag können die Gemeinden dazu leisten?

Wie kann der vielerorts bestehende Sanierungsstau bei Sportstätten aufgelöst oder reduziert werden? Können andere Gebäudekapazitäten z.B. in Bürger- oder Dorfgemeinschaftshäusern für sportliche Zwecke (mit-)genutzt werden?

Was sollte die Kommune bei ihrer Sportentwicklungsplanung berücksichtigen? Ist es mehr als der vereinsgebundene Sport? Sind auch Angebote Dritter (VHS, Wohlfahrtsverbände, gewerbliche Anbieter) zu berücksichtigen? Ist Sportentwicklungsplanung mehr als nur Sportstättenplanung?

Wie geht man mit dem nicht-organisierten Sport um? Die Kommunen haben inzwischen viele Angebote, vom Trimm-Pfad bis zur Mountain-Biker-Route. Sie sind nicht allein unter sportlichen sondern z.T. auch unter touristischen Gesichtspunkten zu sehen. Spielen diese Sportangebote hier eine Rolle? Sind sie eine Konkurrenz zum organisierten Sport oder können beide Seiten in friedlicher Koexistenz leben?

Wie werden Konflikte zu anderen Politik-/Rechtsbereichen (Landschafts-/Lärmschutz, konkurrierende Nutzungen), möglicherweise auch innerhalb des Sports, ermittelt und gelöst?

Konkrete Ergebnisse

Die Themenvielfalt ist außerordentlich groß, aber es wurden auch konkrete Ergebnisse erzielt. So begleitete der Ausschuss einen Wettbewerb in Zusammenarbeit mit der Sparda-Bank Südwest und unterstützte Vereine und Verwaltungen bei der anschließenden Umsetzung der prämiierten Vorschläge.

Ein erstes konkretes Projekt war in 2012 das Förderprogramm „Wir machen’s. Gemeinsam.“, das durch die Sparda-Bank mit 150.000,00 € gefördert und in Kooperation mit den kommunalen Spitzenverbänden durchgeführt wurde.
Der Landessportbund hat mit diesem Projekt Sportvereine ermuntert, in Kooperation mit weiteren Vereinen und vor allem mit Gemeindeverwaltungen gemeinsam etwas zu bewegen.
Hierbei ging es um die Initiierung von Projekten, die im Bereich des Gesundheits- und Freizeitsports quer durch alle Altersschichten angesiedelt sind, die einen innovativen Charakter und Neuigkeitswert vorweisen, nachhaltig Bestand in der Region haben und zur Verbesserung der Nutzung des Sportangebotes beitragen.
Ausgelobt wurden Preisgelder in Höhe von 1.000, 4.000 und 10.000 €. Es beteiligten sich 36 Vereine, 32 zeigten bemerkenswerte Kooperationsprojekte auf und konnten somit in die Bewertung einfließen.
Exemplarisch für ein Großprojekt soll „Gemeinde Pracht in Bewegung“ kurz dargestellt werden.
Die Gemeinde hat einen Wanderweg eingerichtet, der die drei Gemeindeortsteile verbindet. Attraktionen am Wegesrand wurden in diesem Projekt eingerichtet und sind z.B. eine 3m-Kletterwand, Klangobjekte im Wald, ein Kulturplatz für Lesungen, Spielplatz mit Boule-Spielfeld, Versammlungsplatz mit Lagerfeuer und Sitzrunde, Barfußweg, Bolzplatz mit „Riesenschaukel“ auch für Erwachsene, Außen-Schach-und Damespiel und ein „singender“ Trimm-Dich-Weg mit Tafeln für Übungen, Lieder, Anekdoten.
Eine Dokumentation aller Projekte des Wettbewerbs finden Sie hier!

Eine besondere Rolle übernahm der Ausschuss, als er das Verfahren für das aus dem kommunalen Finanzausgleich finanzierte Sonderprogramm für kleinere bauliche Maßnahmen der Vereine gemeinsam mit dem zuständigen Ministerium diskutierte und einen praktikablen Vorschlag unterbreitete. Der Ausschuss konnte damit die Position von Sport und Kommunen bündeln.

Aber auch Zukunftsgedanken wie die Einrichtung eines Instituts für Sportstättenentwicklung RLP durch den Landessportbund, werden in dem Gremium erörtert. Die Gründung eines Instituts soll einen institutionellen Lösungsansatz darstellen, um Lösungsansätze hinsichtlich Sportstätten und Sporträume in der Regional- und Kommunalentwicklung aufzuarbeiten. Das Institut soll dabei als Kompetenzzentrum und Beratungsinstanz auf die Prozessberatung von Vereinen, Kommunen, Verbandsgemeinden, Landkreisen und Landeseinrichtungen setzen.

Ebenso führten die Kooperationspartner ein Symposium  „Sport, Bewegung und Sportstätten - Einfluss auf Stadt- und Raumentwicklung“ durch und diskutierten mit den Zuhörern, wie sehr räumliche Faktoren, Sportanlagen und ihre Architektur, Nutzung- und Auslastung, die Sozialstruktur und das Image der Kommunen beeinflussen.

Zum Abschluss sei der Vorsitzende des Gremiums, der Geschäftsführer des Städtetages, Prof. Dr. Gunnar Schwarting, zitiert: „Es ist erstaunlich, dass wir nicht früher auf den Gedanken gekommen sind, die Interessen und Fragestellungen rund um den Sport in einem gemeinsamen Gremium zu erörtern. Es zeigt sich bereits heute, wie gut dieser Schritt 2011/2012 gewesen ist.“

Mitgliederliste des Ausschusses Sport und Kommune

Prof. Dr. Gunnar Schwarting (Vorsitzender)
Landessportbund RLP, Dieter Krieger (stv. Vorsitzender)
Städtetag RLP, Georg Rieth
Gemeinde- und Städtebund RLP, Gerd Thielmann
Landkreistag RLP, Burkhard Müller
Sport- und Bäderamt Ludwigshafen, Thomas Gerling
Sportkreisvorsitzender, Peter Michaeli
ARGE der Stadtsportverbände RLP, N.N.
Sportbund Pfalz, Geschäftsführer Martin Schwarzweller
Sportbund Rheinland, Monika Sauer
Sportbund Rheinhessen, Wolfgang Bärnwick

Die Kooperationsvereinbarung können Sie als PDF-Datei downloaden. Einfach hier klicken.

 


Ansprechpartner Sport & Kommune

gunnemann2013Ihre Ansprechpartnerin im Landessportbund für Sport & Kommune ist: Hiltrud Gunnemann.

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