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Zum Projekt "Sport für alle - Wir helfen mit"

Das Thema Chancenminderung und soziale Ausgrenzung durch Verarmung gehört aktuell zu den zentralen gesellschaftspolitischen Themen. Beinahe täglich hört man von neuen Meldungen, die das soziale Ungleichgewicht in Deutschland aufzeigen. Besonders betroffen sind davon Kinder und Jugendliche, die aufgrund der schwierigen familiären Lebenssituation an vielen Aktivitäten des alltäglichen Lebens nicht teilnehmen können.

Sportvereine – welchen Beitrag können sie leisten?

Sportvereine sind es, die durch ihren täglichen Umgang mit Vereinsmitgliedern einen tiefgehenden Einblick in die sozialen Ungleichheiten erhalten und während ihrer Arbeit damit konfrontiert werden.

Häufig sind es die Übungsleiter und Trainer, die schnell merken, wenn es familiäre Probleme gibt und Kinder nicht mehr am Training teilnehmen können. Sportvereine sind es, die erste Signale erhalten, wenn im wahrsten Sinne des Wortes der Schuh drückt, etwa weil das Geld fehlt, um ein paar neue Sportschuhe zu kaufen. Häufig müssen Kinder und Jugendliche aus Sportvereinen austreten, da die Eltern den Mitgliedsbeitrag nicht mehr finanziert können.

Die „Ortskenntnisse“ der Vereine erlauben es, dass genau dort geholfen werden kann, wo Hilfe dringend notwendig ist. Sei es durch Patenschaften für einzelne Kinder und Jugendliche oder durch die Förderung ganz individueller Projekte und Aktionen.

Der Landessportbund (LSB) Rheinland-Pfalz und die Sparda Bank Südwest eG (Sparda-Bank) setzen seit 2010 ein gemeinsames Zeichen gegen Armut und soziale Ausgrenzung. Mit dem Projekt „Sport für alle – Wir helfen mit“ bieten LSB und Sparda-Bank rheinland-pfälzischen Sportvereinen umfangreiche Hilfen an und unterstützen sie in dem Vorhaben, Kindern und Jugendlichen den Zugang zum Vereinssport zu ermöglichen.

Vielfältige Unterstützung

Da „Sport für alle – Wir helfen mit“ für alle Beteiligten eine anspruchsvolle Aufgabe darstellt, die viel Sensibilität, Eigeninitiative und persönliches Engagement erfordert, erhalten Verantwortliche aus 39 rheinland-pfälzischen Sportvereinen umfassende Hilfen.

Seit Projektbeginn steht jedem Projektteilnehmer ein Budget von jeweils 6.500 Euro zur Verfügung. Das Geld soll armutsbetroffenen jungen Menschen zu Gute kommen und sie langfristig an den Vereinssport binden. Denkbar sind Maßnahmen wie die Finanzierung von Sportbekleidung oder die finanzielle Unterstützung bei Ausflügen oder Trainingsmaßnahmen.

Die Verwendung des Budgets obliegt so genannten „Vertrauenscoaches“. Dabei handelt es sich um jeweils ein bis zwei Vereinsmitglieder, die dem Thema „Soziale Ausgrenzung durch Verarmung“ einen Bewusstsein schaffenden personellen und institutionellen Rahmen geben. Sie gelten als Ansprechpartner vor Ort und sind für die Umsetzung der Unterstützungsmaßnahmen zuständig.

Alle „Vertrauenscoaches“ treffen sich zu regelmäßigen Schulungen, in denen sie ihre verantwortungsbewusste Aufgabe reflektieren und neue Ideen entwickeln.

Zur weiteren Unterstützung zählen außerdem Qualifikationsinstrumente, wie beispielsweise die Beratung durch Gerda Holz (Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V., Frankfurt a. M.) oder ein moderierter geschlossener Internetblog. Dieser gibt den „Vertrauenscoaches“ die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen und sich gegenseitig mit Rat und Tat zu unterstützen.

Kommunikation und Auswahl der Sportvereine

2010 wurde „Sport für alle – Wir helfen mit“ rheinland-pfalz-weit durch LSB und Sparda-Bank vorgestellt. Von weit über 150 Sportvereinen gingen Bewerbungen ein. Eine Jury wählte 33 Sportvereine – die sich bereits mit dem Thema Armut und soziale Ausgrenzung beschäftigten – aus den Regionen Rheinhessen, Rheinland und Pfalz aus. In einer zweiten Projektphase wurde 2013 die Teilnehmerzahl auf 39 Sportvereine aufgestockt. Sportvereine, die nicht berücksichtigt werden konnten, erhalten seitdem in regelmäßigen Abständen Möglichkeit, von den Erfahrungen des Projektverlaufes zu profitieren.

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Nach vier Jahren Projektlaufzeit wurden die bisherigen Ergebnisse und Erfolge von „Sport für alle – Wir helfen mit“ in einer neuen Broschüre zusammengefasst. Getreu dem Motto „Aus der Praxis – Für die Praxis“ gibt sie interessierten Sportvereinen Möglichkeit, von den bisherigen Erfahrungen des Projektverlaufs zu profitieren. Die Broschüre kann über den Projektleiter Oliver Kalb kostenlos bezogen werden.

 

Broschüre zum Download

 

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