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Sport mit geflüchteten Menschen

Aufgrund weltweit zunehmender Kriege und Krisen kommen vermehrt Flüchtlinge nach Deutschland. Es sind Menschen, die ihre Heimat verlassen haben, um Leib und Leben fürchten mussten, von Familienmitgliedern und Freunden getrennt wurden und nun in Deutschland Zuflucht suchen.

Landesweit reagieren zunehmend mehr Sportvereine auf den Zustrom von Flüchtlingen mit großem Engagement. Die Hilfs- und Unterstützungsangebote nehmen stetig zu. Beispielhaft ist die Ausrichtung von integrativen „Willkommens-Sportfesten“ zu nennen, ebenso das Sammeln von Sportbekleidung oder die Möglichkeit, kostenfrei an Vereinsangeboten teilnehmen zu können.

Gleichwohl existieren vielerorts auch Berührungsängste aufgrund sprachlicher Barrieren, kultureller Unterschiede und rechtlicher Fragestellungen. Mancherorts sind die Rahmenbedingungen und besonders die Möglichkeiten zur Integration von Flüchtlingen einfach nicht bekannt.

Der Internetauftritt soll die vorhandenen Unsicherheiten abbauen und für die Vereinspraxis Anregungen und Ideen aufzeigen, wie die Integration von Flüchtlingen in rheinland-pfälzischen Sportvereinen auf einfache Weise gelingen kann.

 


 

Bundesprogramm Integration durch Sport

Verein leben – Gemeinsame Sprache Sport

Sport benötigt keine gemeinsame Sprache, denn Sport ist die gemeinsame Sprache und verbindet damit Menschen unterschiedlicher Kulturen und sozialer Schichten. Diese Formulierungen bringen die Botschaft unserer Arbeit auf den Punkt. Sie beschreiben das Alleinstellungsmerkmal des Sports: Die Zusammenkunft von Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht, ihres finanziellen Status, ihrer Religion, ihrer Herkunft. Denn die Basis stellen das gemeinsame Spiel und die gemeinsame Bewegung dar.

Dennoch birgt der Sport Konflikt- und Stresspotenzial. Gerade, wenn es um den Wettkampfbetrieb geht, zeigt sich immer wieder, dass Integration nicht so leicht in die Praxis umzusetzen ist.

Das Bundesprogramm „Integration durch Sport“ (IdS) versorgt Sportvereine und -verbände mit vielem, was sie für die integrative Arbeit benötigen: Das reicht von der Beratung und Begleitung der Vereine und Verbände, der interkulturellen Qualifizierungen bis hin zur Unterstützung mit einer angemessenen Finanzierung. Das versetzt rheinland-pfälzische Sportvereine in die Lage, Menschen mit Migrationshintergrund, Geflüchteten und sozial schwachen Menschen konkrete und auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene, niedrigschwellige Angebote zu machen, die oft über reine Sportkurse oder Trainingsgruppen hinausreichen. Unterstützt werden die Neuankömmlinge zum Beispiel bei Behördengängen, Hausaufgaben und Praktika- oder Ausbildungsvermittlung. Weil die Umsetzung im Verbund leichter ist, entstehen vielerorts lokale Netzwerke, in denen die als Stützpunktvereine bezeichneten Partner von IdS mit sozialen Einrichtungen oder Migranteninitiativen zusammenarbeiten.

Der DOSB bestimmt in engem Austausch mit dem Bundesinnenministerium (BMI) und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) die strategische und konzeptionelle Ausrichtung von IdS. Er vereinbart entsprechende Ziele mit den Landesverbänden, um an der Basis ein gemeinsames Leistungsspektrum für die unterschiedlichen Zielgruppen zu garantieren. Ein besonderes Augenmerk richtet sich auf Angebote für Bildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen und auf die Gruppe der Mädchen, Frauen und der Älteren.

„Integration durch Sport“ ist so wichtig, dass sie fest im Integrationskonzept des Landes Rheinland-Pfalz 2017 verankert ist.

Besonders der Beitrag des Sports zur Qualifizierung und Weiterbildung junger Menschen wird im Integrationskonzept hervorgehoben. Der Sport bietet jungen Menschen aus sozialschwachen Familien  und/ oder mit Zuwanderungshintergrund zahlreiche Möglichkeiten der beruflichen Weiterbildung und Qualifizierung. So absolvierten in diesem Jahr bereits ein junger Syrer und ein junger Afghane ihr Schulpraktikum im Referat Sportentwicklung beim Programm IdS im Landessportbund Rheinland-Pfalz. Sie konnten als Betreuer für Sportmobileinsätze und für Veranstaltungen gewonnen werden. Über den organisierten Sport knüpfen sie neue Kontakte, bauen sich ein Netzwerk auf und sammeln Erfahrungen, die für ihre zukünftige berufliche Orientierung von Interesse sein können. Im kommenden Jahr werden sie voraussichtlich an der Ausbildung zum Jugendbetreuer für die Ferienfreizeiten der Sportjugend des Landessportbundes Rheinland Pfalz teilnehmen.

So wird zunächst das Engagement der zahlreichen Vereine und Freiwillig Engagierten für Jung und Alt hervorgehoben und Beispiele aus der Praxis angebracht werden. Von der unermüdlichen Vereins- und Verbandsarbeit lebt das Bundesprogramm IdS, sei es im Schwimmunterricht für junge Männer mit Zuwanderungshintergrund oder ein riesen Sommerfest für Kinder aller sozialen Schicht und Couleur.

Aber auch die mobile Arbeit bringt Menschen durch Spiel, Spaß, Bewegung einander näher und trägt das Programm in Städte und Dörfer des Landes. Sei es bei Willkommenspicknicks, interkulturellen Festen oder Vereinsaktionen. Die Betreuer des Sportmobils leisten vor allem in der Hochsaison, im Frühling und im Sommer, eine unermüdliche Arbeit. Sie fahren im Team mit dem Mobil durch das Land, packen kleine und große Spiele, das geliebte Bungee-Run und die Hüpfburg – Liebling aller Kinder aus und betreuen die spielenden Sprösslinge. Der Soccer-Court ist ein Highlight für die Fußballliebhaber und erfreut sich einer großen Nachfrage.

Ein zentrales Handlungsfeld des Programms stellt die Bildung und Qualifizierung dar. Das bundesweite Bildungskonzept „Fit für die Vielfalt“ hilft, die Chancen von Verschiedenheit zu erschließen. Es verknüpft theoretische Hintergründe mit praktischen Übungen und ermöglicht den Teilnehmern und Teilnehmerinnen die oft überraschende Reflexion ihres eigenen Verhaltens. Doch Heterogenität bedeutet nicht für alle das Gleiche – und schon gar nicht überall. Die Seminare setzen deshalb thematische Schwerpunkte wie Interkulturalität, Werte und Konflikte, Wahrnehmung und Kommunikation, Anti-Diskriminierung.

Im alljährlichen Diskussionsforum, das im Rahmen der Interkulturellen Wochen stattfindet, werden aktuelle Themen gemeinsam mit den Vereinen, Verbänden und freiwillig Engagierten beleuchtet und diskutiert. In diesem Jahr wurde die aktuelle Kampagne des Landessportbundes Rheinland-Pfalz „Beim Sport gelernt“ aufgegriffen und mit einem Impulsreferat des syrischen Doktoranden am Karlsruher Institut für Technologie – Institut für Sport und Sportwissenschaft unterstrichen.

 

Praxis-Beispiele 2017

Kinderfest in Koblenz:

Integration durch Bewegung, Spiel und Leidenschaft – die Barrieren im Kopf überwinden.

Zum zweiten Mal fand das Kinderfest in den Rheinanlagen auf dem Oberwerth statt. Was auf den ersten Blick nur ein schöner Nachmittag für die Kleinen war, ist auf den zweiten Blick ein wichtiger Beitrag zum Zusammenleben und zur Integration. An diesem Tag wurde hier von über 1.200 Gästen das Angebot zum Spielen, Toben und Lachen dankbar angenommen. Das Sommerfest wurde in enger Kooperation zwischen Landessportbund Rheinland-Pfalz mit dem Bundesprogramm „Integration durch Sport“, Koblenz lernt e.V. und Refugees in Koblenz organisiert. Ein gemeinsames Ziel stand dabei im Mittelpunkt: Ein schönes und abwechslungsreiches Fest durch Begegnung, Bewegung und mit Leidenschaft, speziell für Kinder.

Aufgrund der vielen, verschiedenen Attraktionen war für die Kinder einiges geboten. Es gab neben zahlreichen Köstlichkeiten Spielattraktionen im Übermaß: Hüpfburg, Bungee-Run, Cage Soccer, der Inhalt eines kompletten Spielmobils wurde bespielt, es wurden an Stationen ‚Paracord‘ Armbänder, sowie Buttons gebastelt. Dazu gab es ein buntes Rahmenprogramm an Live- Musik und Tanz auf der Bühne. Obwohl das Fest auf Spaß für die Kinder ausgelegt war, stecken wichtige Ziele dahinter: Spielerisch war es hier möglich einen großen Schritt in Richtung Integration zu leisten und eine Plattform der Begegnung zu bieten, komplett losgelöst von Herkunft und Religion oder Einkommen. Nicht nur die Kinder, auch die Eltern kamen ins Gespräch und bauten so eventuelle Schranken in den Köpfen ab. Es war ein wirklich besonderer Nachmittag mit vielen lachenden Kindern, Erwachsenen an dem neue Freundschaften und Begegnungen geknüpft werden konnten. Das Fest soll auch im kommenden Jahr auf die Beine gestellt werden und noch mehr Kinder und Eltern begeistern.

Überwindung eines Traumas

Vier hochmotivierte Afghanen und vier Schwimmerfolge

Das Kooperationsprojekt zwischen dem Bundesprogramm „Integration durch Sport“ im Landessportbund Rheinland-Pfalz, der DLRG und dem Deutschen Roten Kreuz ermöglicht jungen Flüchtlingen einen Schwimmkurs.

Vier Bewohner der vom DRK Kreisverband Kaiserslautern-Stadt betreuten Gemeinschaftsunterkunft Post haben im Juli ihren Schwimmkurs erfolgreich mit dem Erwachsenenschwimmabzeichen in Bronze abgeschlossen.

„Als wir mit der Ausbildung begannen, berichteten uns die Jungs von ihrer Flucht aus Afghanistan. Als sie sich in einem kleinen Boot auf dem offenen Meer befunden hatten, sei ihr größter Wunsch gewesen, Schwimmen zu können“, berichtet Schwimmtrainerin Annette Zacher von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Gemeinsam mit ihrem Vereinskollegen Harald Lichter vermittelte sie den jungen Afghanen in insgesamt zehnUnterrichtseinheiten Brustschwimmen, Rückenschwimmen und  die Anfangsgrundlagen von Kraul. Alle können nun auf rund zwei Meter abtauchen und beherrschen Kopfvor- und Startsprünge und auch vom Dreimeterbrett sind die Schwimmschüler gesprungen.

Der Schwimmunterricht wurde vom Programm IdS in Zusammenarbeit mit der DRK Ehrenamtskoordinatorin Miriam Dieckvoß ins Leben gerufen. Der Kurs wurde vom Bundesprogramm mit finanzieller Unterstützung und vom DLRG mit großem fachlichen Know-How ermöglicht. Ziel ist es, die jungen Afghanen in Zukunft selbst zu Ausbildern zu qualifizieren.

Schwimmen ist zwar kein Teamsport, doch gerade die Anbindung an einen Verein wie der DLRG, bietet für Migranten eine gute Möglichkeit, in der Gesellschaft Fuß zu fassen und Freunde mit ähnlichen Interessen zu finden. Hier liegt der große Vorteil des Sports: Die gemeinsame Begeisterung verbindet Menschen über alle sprachlichen, nationalen und kulturellen Grenzen hinweg.

Jeder ist ein Sieger

Für das Jugendhilfezentrum Lionhof e.V. in Mainz steht das Motto „Jeder ist ein Sieger“ im Mittelpunkt seiner sportlichen Arbeit. So waren die Teilnehmer am SIGA-Newcomer Jugendturnier alle Gewinner und gingen mit Pokal oder Medaille nachhause. Es traten vor allem sozial benachteiligte Jugendliche des Jugendhilfezentrums Lionhof und unbegleitete minderjährige Flüchtlinge der Malteser Werke in den Sportarten Kickboxen und Fußball gegeneinander an.

Erfolgserlebnisse sind für junge Menschen wichtig für ihr Selbstbewusstsein. Hier zählt nicht die Leistung, sondern die Erfolgserlebnis jedes Einzelnen. Nach Baris Kayar, Trainier und Organisator des Turniers gibt es im Sport eine eigene Form der Kommunikation. Sport und Sprache, ein Phänomen für sich. Sprachkurse finden in den Trainingsstunden zwar nicht statt,  aber im Sport findet die Verständigung mit verständigt mit Gestik und Mimik statt, sodass keiner aufgrund fehlender Sprachkenntnisse ausgeschlossen wird. Für den Leiter der Malteser Werke, Behrouz Asadi stellte das Turnier einen weiteren Schritt in der Integration dar. Integration finde da statt, wo sich Menschen bewegen. Sie habe zwar viele Facetten, aber es sei vor allem wichtig, die jungen Menschen zu motivieren und ihnen zu zeigen, dass vieles möglich sei. Die Flüchtlinge könnten hier gemeinsam mit anderen Jugendlichen aus der Umgebung auf Augenhöhe Sport treiben und sich messen. Bei dem Turnier ging es um Fairness, Chancengleichheit und sich mal so richtig auszutoben. Sport ist ein Tor zur Integration. Über 50 Jugendliche nahmen an dem Turnier teil. Alle erhielten einen Preis. Wer gewinnt, war an dem Tag eigentlich egal. Wichtig war es, dabei gewesen zu sein.

Im Netzwerk klappt’s besser

Im Landkreis Bad Kreuznach findet eine enge Zusammenarbeit mit dem Modellprojekt "Integration von Flüchtlingen in Sportvereine des Landkreises Bad Kreuznach" (IFSLKH) (siehe SportInForm 07/2017) und der Projektkoordinatorin Dr. Claudia Eider statt. Der Schwerpunkt bei dieser Zusammenarbeit liegt in der Vermittlung von Förderungen für die Vereine, welche durch Claudia Eider vor Ort bei der Integration von Geflüchteten betreut und unterstützt werden. So konnte sie seit Projektbeginn im November 2016 bereits mehr als 160 Geflüchtete an Sportvereine vermitteln. Die herausragende Zusammenarbeit mit der Projektkoordinatorin als Schnittstelle zwischen Landessportbund, Menschen mit Fluchterfahrung und Vereinen ist nur ein Beispiel der sehr gut funktionierenden und vertrauensvollen Netzwerkarbeit – nah am Verein, nah an der Zielgruppe.

 

Hoher politischer Besuch beim Stützpunktverein ASV Karthause

Am Donnerstag, den 24.08.2017 fand der erste Besuch eines MdBs bei unseren Stützpunktvereinen in Koblenz statt. Detlev Pilger hat den ASV Karthause beim Training besucht und war nicht nur von der Anzahl, sondern auch von der Disziplin und der Begeisterung der Kinder und Jugendlichen beim Training begeistert. Etwa 36 kleine Ringer haben in einer für diese Sportart verhältnismäßig sehr kleinen Halle trainiert. Herr Pilger hat die Situation in den ersten Minuten erkannt und sofort seine Unterstützung bei der Suche nach geeigneteren Räumlichkeiten für die Zukunft zugesagt.

In einem sehr offenen Gespräch mit dem Vereinszuständigen hat sich Herr Pilger über die aktuelle Situation im Verein informiert und möchte in vielen Bereichen den Verantwortlichen helfen. Nach ca. einer Stunde Anwesenheit vor Ort wurde ein weiteres Treffen mit MdB Pilger für Oktober diesen Jahres vereinbart, um weitere Schritte zur Verbesserung der Bedingungen für die jungen Sportler zu unternehmen.

 

Bildung und Qualifizierung:

Fit für die Vielfalt

Für das Zusammenleben mit anderen Menschen bedeutet Vielfalt vor allem eins: Chancen. Wir alle haben unterschiedliche Merkmale, Fähigkeiten, Erfahrungen. Und darin steckt ein enormes Potenzial – vor allem im und für den Sport. Das Bildungsprogramm „Fit für die Vielfalt“ verknüpft theoretische Hintergründe mit praktischen Übungen und ermöglicht den Teilnehmern die oft überraschende Reflexion ihres eigenen Verhaltens. So unterstützt es die tägliche Arbeit ganz unterschiedlicher Teilnehmergruppen.

Wer dieses Potenzial nutzen will, muss allerdings wissen, wie heterogene Gruppen „ticken“ und wie man integrative Prozesse in ihnen befördern kann. Ähnlich einer Mannschaft mit begabten Einzelspielern und -spielerinnen muss zunächst die Kommunikation stimmen, damit aus individuellen Fähigkeiten ein starkes Team entsteht – und keine Chaostruppe. Die gute Nachricht: Kommunikationsmethoden lassen sich trainieren, ebenso wie Offenheit für andere Sichtweisen, Akzeptanz und Respekt.

Übungsleiter und Trainer profitieren von den Seminaren ebenso wie haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter von Vereinen oder Verbänden. Den Zugang erleichtern verschiedene Formate. So wird das Konzept verstärkt in Form von Kurzeinheiten in Seminaren für Absolventen des Freiwilligendienstes und in Ausbildungen der Fachverbände angefragt und verankert.

Neben dem ausgebuchten Kompaktseminar, das am 17. Juni 2017 in Haßloch stattfand, bieten wir in diesem Jahr auch ein zweitägiges Intensivseminar an, das vom 28. bis 29. Oktober in Worms stattfinden wird.

Die Teilnahmegebühr beträgt 30 Euro und beinhaltet die Kosten für Übernachtung und Vollverpflegung.

Anmeldung telefonisch oder per Mail an
Nedia Zouari-Ströher
Referentin des Bundesprogramms „Integration durch Sport“
06131 / 2814438
n [PUNKT] zouari [AT] lsb-rlp [PUNKT] de

 

Projektreihe „Verein leben – Gemeinsame Sprache Sport“

Wie kann der Sportverein gemeinsam so gestaltet werden, dass er für alle zu einer „VereinsHeimat“ wird?

Welche Voraussetzungen müssen konkret gegeben sein, damit geflüchtete Menschen aktiv in die Sportgruppen und in das Vereinsleben aufgenommen werden können?

Diesen Fragen stellten sich die Teilnehmer bei der Veranstaltungsreihe „Verein leben – Gemeinsame Sprache Sport“, die mit einem Fachtag eröffnet wurde. Die erste Veranstaltungsreihe fand in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Asyl und Integration der Kreisverwaltung Mainz-Bingen und dem Migrations- und Integrationsbüro der Stadt Ingelheim statt.

Die zweite Veranstaltungsreihe wird im Landkreis Bad Kreuznach in Kooperation mit der Kreisverwaltung Bad Kreuznach - Geschäftsbereich IV, dem Sportamt der Stadt Bad Kreuznach und dem Modellprojekt „Integration von Flüchtlingen in Sportvereine des Landkreises Bad Kreuznach (IFSLKH)“ stattfinden.

Der Fachtag wird die Projektreihe eröffnen.

Fachtag „Verein leben – Gemeinsame Sprache Sport“
am 04. November 2017
von 09:30 bis ca. 15:00 Uhr
im Großen Sitzungssaal der Kreisverwaltung Bad Kreuznach
Salinenstr. 47
55543 Bad Kreuznach

12. Diskussionsforum „Integration durch Sport“

„Beim Sport gelernt!“ Das Thema der aktuellen Bildungskampagne des Landessportbund Rheinland-Pfalz wurde in diesem Jahr auf die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund, mit Fluchterfahrung und von sozial benachteiligten Menschen im Sport übernommen. Die zahlreichen Facetten des organisierten Sports wurden an diesem Abend durch Praxisbeispiele betrachtet, diskutiert und durch ein Impulsreferat verstärkt. Welche Fähigkeiten lehrt einen der Sport? Wie hilft der Sport bei der Integration? Welche Lernerfahrungen macht man im bzw. durch Sport?

Viele der über 70 Teilnehmer bedankten sich herzlich für das neue Format und für die Anerkennung der Integrationsarbeit.

Dabei wurde besonders auch der basisnahe Vortrag des Dozenten Iyas Ahmad (Doktorand am Karlsruher Institut für Technologie – Institut für Sport und Sportwissenschaft) gelobt, welcher sehr praxisnah und anschaulich die verschiedenen Kulturen und die daraus resultierenden Problematiken für die Vereine vor Ort dargestellt hat. Er zeigt Lösungswege für die Vereinsvertreter auf und wies auf die Wichtigkeit der rationalen und von der Verständigung geprägten Kommunikation hin.

Das Format wir auch im kommenden Jahr beibehalten und auch zukünftig wird die Veranstaltung mit Fokus auf unsere Vereine und Partner ausgerichtet werden.

Die Auszeichnung und damit auch die Würdigung der Stützpunktvereine stellte die wichtige und notwendige Integrationsarbeit der Vereine an der Basis in den Mittelpunkt. Das Forum stellte das Engagements des Bundesprogramms, der zahlreichen Vereine, Verbände und Netzwerkpartner für dieses gesellschaftlich sensible Thema in den Vordergrund.

Öffentlichkeitsarbeit:

Homepage: www.integration.lsb-rlp.de

Die programmeigene Homepage für Rheinland-Pfalz ist online und erfreut sich regen Besuchs. Hier lassen sich Informationen rund um das Bundesprogramm „Integration durch Sport“ und die Integrationsarbeit in Rheinland-Pfalz abrufen. Besonders hervorzuheben sind hier die Hinweise zu den Programm-Fördermitteln mit den dazu passenden Antrags- und Abrechnungsformularen. Die Formulare sind digital beschreibbar und sollen die Arbeit für Antragsteller und Antragbearbeiter vereinfachen. Ein besonderes Tool ist die Landkarte auf der alle programmgeförderten Vereine markiert sind und somit leicht für Suchende nach „dem Verein in der Nähe“ zu finden sind. Der Veranstaltungskalender beinhaltet alle programmeigenen sowie externe themenrelevante Seminar- und Veranstaltungstermine. In der Downloadbox lassen sich unter anderem alle Formulare, Broschüren, der viersprachige Sport-Guide und das Glossar herunterladen.

Es lohnt sich vorbeizuschauen: www.integration.lsb-rlp.de

 

Broschüre „Sport mit geflüchteten Menschen“ und Sport-Guide

Mit der Broschüre möchte der Landessportbund Rheinland-Pfalz noch immer existierende Unsicherheiten abbauen, Anregungen für die Vereinspraxis und Ideen aufzeigen, wie die Integration von Flüchtlingen in rheinland-pfälzischen Sportvereinen gelingen kann. Sie soll interessierten Vereinen einen mög­lichst leichten Einstieg in die Sachlage geben und sie mit Fakten und Argumenten versorgen. Dazu zählen notwendige Hintergrundinformationen, eine Fülle an Hilfestellungen für die Vereinspraxis sowie Best-Practice-Beispiele aus dem rhein­land-pfälzischen Sport.

Der Sport-Guide wiederum möchte Neuzugewanderten den organisierten Sport in kurzen Themenabschnitten in vier Sprachen erläutern. So werden beispielsweise der Sportverein, die Bedeutung des Ehrenamts, die Vereinsmitgliedschaft oder das Deutsche Sportabzeichen kurz und verständlich erklärt.

Sowohl die Broschüre als auch der Sport-Guide sind gratis beim Landessportbund Rheinland-Pfalz erhältlich.

 

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