FFC United

Noch ein Schritt bis zum neuen Trainer?


„Die Gemeinde Büchenbeuren, das Café International und der TuS Büchenbeuren sind mittlerweile echte Vorbilder. An vielen Stellen werde ich angesprochen, welche Angebote für Flüchtlinge gestartet werden können? Schaut in Büchenbeuren vorbei, da seht ihr es“, freut sich Walter Desch, Vize-Präsident des Landessportbundes Rheinland-Pfalz, und übergibt dem Vorsitzenden des TuS Büchenbeuren, Dietmar Schneider, einen Scheck in Höhe von 1.000 Euro. Den Betrag kann der LSB aus Mitteln der Lotto-GlücksSpirale weiterleiten.
„Wir wollten uns als ortsansässiger Sportverein am neu eingerichteten Café International beteiligen, aber wir wollten nicht nur Geld geben, sondern uns als langfristiger Partner einbringen“, erklärt Schneider. Unkompliziert und schnell haben die Verantwortlichen im Verein gehandelt und den Flüchtlingen angeboten, kostenfrei Mitglied im Verein zu werden und die Sportangebote zu nutzen. „Plötzlich wollten 20 bis 25 Jungs Fußball spielen. Eine solche Zahl in die erste und zweite Mannschaft auf einen Schlag zu integrieren war unmöglich – weder im Trainings- und schon gar nicht im Spielbetrieb“, so Schneider weiter. Dies war der Ursprung zur Gründung der Freizeitmannschaft FFC United Büchenbeuren.

Hierdurch ist es den Jungs möglich offizielle Spiele zu bestreiten. Gleichzeitig werde eine Plattform geschaffen, über die sie kurz- oder mittelfristig in einer der Seniorenmannschaften integriert werden können. Bei den Trainingseinheiten nehmen zudem auch regelmäßig Spieler aus dem Ort teil. „Im nächsten Schritt brauchen wir für diese Mannschaft einen Trainer. Mit einem Teil der Spenden könnten wir diesem einen kleine Aufwandsentschädigung zukommen lassen.“

Die Koordinatorin des Café International und aktuelle Interimstrainerin, Jenny Schulmerich, gibt einen Einblick in den Tagesablauf der jungen Erwachsenen, die allesamt um die 20 Jahre alt sind. „Die jungen Männer wohnen zu viert in einer kleinen Wohnung. Ein geregelter Tagesablauf fehlt anfangs völlig. Die Angebote des Cafés und das Fußballspielen geben zum einen Struktur, zum anderen auch die Möglichkeit Potenziale der Flüchtlinge zu erkennen und sozialen Anschluss zu gewinnen. Das Café ist an vier Tagen in der Woche geöffnet und dann ein beliebter Treffpunkt für die Neu-Büchenbeurener.
Mittlerweile leben 140 Flüchtlinge in der kleinen Hunsrück-Gemeinde Büchenbeuren. „Damit können wir es prozentual mit jeder Großstadt in Deutschland aufnehmen“, erklärt der Ortsbürgermeister Guido Scherer. „Wir scheuen uns nicht vor der Herausforderung, sondern versuchen den Familien, die zu uns kommen, so zu helfen, dass es ihnen besser geht.“
„Natürlich benötigt es unglaublich viel Engagement und Idealismus. Wir könnten mehr Schneiders, Schulmerichs und Scherers in Rheinland-Pfalz gebrauchen“, sagt Desch unter dem dankbaren Applaus der jungen Erwachsenen.
 Weitere Informationen zum FFC United Büchenbeuren und zum Café International findet man im Internet unter dem Link www.cafe-international-büchenbeuren.de.

Hintergrund:

Der Landessportbund Rheinland-Pfalz ist neben der Wohlfahrt, dem Denkmal- und dem Naturschutz, der Musikkultur sowie der Stiftung Sporthilfe Rheinland-Pfalz Destinatär der GlücksSpirale von Lotto Rheinland-Pfalz. So fließt ein Teil der Einsätze bei der GlücksSpirale direkt in den Sport und kommt dort sozialen Projekten und Initiativen zugute. Ursprünglich wurde die GlücksSpirale zur Finanzierung der Olympischen Spiele 1972 in München ins Leben gerufen. Seit der ersten Ziehung wurden bundesweit mittlerweile 1,5 Milliarden Euro an soziale Zwecke ausgeschüttet.
(Text: D.Sonndag)

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