Brückenpreis für Taekwondoka der Sportgemeinschaft DJK 1909 Andernach

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (4.v.l.) dankte der Andernacher Delegation um Vorstandsmitglied Holger Napierala (r.) für deren vorbildhaftes Engagement. Foto: Staatskanzlei/P. PulkowskiHelden des Alltags Dank sagen und deren Engagement öffentlich machen: Darum ging es Ministerpräsidentin Malu Dreyer bei der Verleihung des mit 1.000 Euro dotierten Brückenpreises im Festsaal der Staatskanzlei. Insgesamt hatten sich 69 Projekte beworben. In der Kategorie „Bürgerschaftliches Engagement von Menschen mit und ohne Behinderung“ machte die „Sportgemeinschaft DJK 1909 Andernach – Manu´s Taekwondo“ das Rennen. „Wir sind sehr stolz“, kommentierte Holger Napierala, Schatzmeister des 1.000 Mitglieder zählenden Gesamtvereins. „Das war schon eine Überraschung, dass wir den Preis bekommen haben. Aber Manuel Mayer, der Chef der Abteilung, ist nicht nur im Leistungssportbereich sehr engagiert, sondern auch bei der Integration von Menschen mit Behinderung.“ Die 20 Mitglieder zählende Abteilung habe schon große Erfolge vorzuweisen, unter anderem zwei Teilnehmer bei der EM.

Neben der Qualität der sportlichen Ausbildung zeigen die Andernacher Taekwondoka eindrucksvoll die verbindende Wirkung einer Sportart zwischen Sportlern mit und ohne Handicap und auch zu Athleten mit Migrationshintergrund. Neben dem Erlernen von Taekwondo geht es um die Vermittlung ethischer und sozialer Werte. Junge Sportler werden bei einer selbstbewussten und vorurteilsfreien Integration in die Gesellschaft unterstützt.

„Bei uns trainieren Sportler zwischen 6 und 37 Jahren“, erläuterte Melanie Skora, Zweite Vorsitzende. „Aus ganz unterschiedlichen Nationen. Mit unserem Engagement bauen wir Brücken, indem wir Sportler mit und ohne Handicap zusammenbringen. Bei uns ist jeder herzlich willkommen – die Hauptsache ist ganz viel Begeisterung für den Sport.“ Wobei Kinder ohne Handicap keine Vorurteile gegenüber Kindern mit Handicap hätten – „die machen sich darüber einfach keine Gedanken“.

Die Auszeichnung stellt die Menschen in den Vordergrund, die mit ihrem Engagement Brücken bauen und zum Zusammenhalt in unserer Gesellschaft beitragen“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Gesellschaftliche Integration gelinge dort, wo Menschen Mut haben, eine Idee verwirklichen, anpacken und Verantwortung übernehmen. Das hätten die sieben Preisträger und Preisträgerinnen in besonderer Weise getan.

„Wir können in Rheinland-Pfalz stolz darauf sein, dass sich fast die Hälfte unserer Bevölkerung ehrenamtlich engagiert. Das Thema Ehrenamt und Bürgerbeteiligung steht auch deshalb ganz oben auf meiner politischen Agenda. Mir ist es wichtig, dass wir gemeinsam gute Rahmenbedingungen gestalten“, so die Ministerpräsidentin. Neben konkreten Unterstützungsangeboten gehe es auch darum, den engagierten Menschen die Wertschätzung zukommen zu lassen, die sie verdienen.

Mit dem Brückenpreis sollen Projekte, Organisationen oder Initiativen geehrt werden, die das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung, den Dialog von Jung und Alt, das Zusammenleben mit unseren europäischen Nachbarn, die Integration von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Sprache und Hautfarbe sowie den Kampf gegen soziale Benachteiligung, Ausgrenzung und Diskriminierung fördern. Darüber hinaus sollen Kommunen und kommunale Projekte gewürdigt werden, die sich in besonderer Weise um die Förderung von bürgerschaftlichem Engagement und Bürgerbeteiligung verdient gemacht haben. Der Brückenpreis wird zum zwölften Mal vergeben. Die Preisträgerinnen und Preisträger erhalten eine stilisierte Brücke, eine Urkunde und jeweils 1.000 Euro als finanzielle Unterstützung für ihr Engagement.