Achter Sports for Peace-Workshop in Ruanda ein voller Erfolg

Intensive Woche mit Bewegung, Spiel und Spaß / Lotto Stiftung, Partnerschaft RLP/Ruanda und Ministerium des Innern, für Sport und Infrastruktur RLP leisten wertvolle Unterstützung

Eine arbeitsintensive, aber angenehme Woche mit gemeinsamer Bewegung, Spiel und Spaß – der Sport for Peace-Workshop in Ruanda war einmal mehr eine runde Sache. Foto: LSBRuanda, das Partnerland von Rheinland-Pfalz, hat einen Bevölkerungsanteil von unter 15-Jährigen von 42 Prozent (4,9 Millionen), eine der jüngsten Bevölkerungen der Welt, was gleichzeitig die große Bedeutung von Bildung und Erziehung hervorhebt. Ein effektives und vielfältig einsetzbares Bildungs- und Erziehungsangebot bietet sich im Sport. Bislang ohne formale Ausbildung für Lehrer und ohne strikte Vorgaben der Lehrinhalte ist in Ruanda das Schulfach Sport, weshalb der Landessportbund mit seiner Expertise im Sportbereich seit 1984 in der Aus- und Fortbildung von Sportlehrern, Übungsleitern und Jugendbetreuern in Ruanda aktiv ist. Bei der achten Auflage des „Sports for Peace“ Workshop unter der Mitwirkung der Lotto Stiftung RLP, der Partnerschaft Rheinland-Pfalz/Ruanda und dem Ministerium des Innern, für Sport und Infrastruktur RLP wurden von 28. Oktober bis 2. November 19 Sportlehrer und fünf Sportlehrerinnen von Partnerschulen des Partnerschaftsbüros RLP/Ruanda zu einem einwöchigen Seminar nach Kigali eingeladen.

Geleitet wurde das Seminar von der ehemaligen LSB-Mitarbeiterin Jessie Bohr, GIZ Südafrika, und dem ehrenamtlichen Referenten der Sportjugend RLP Daniel Hertzler, die tatkräftig von FSJlerInnen und Jean-Marie Vianney, Mitarbeiter des Koordinationsbüros der Partnerschaft RLP/Ruanda, unterstützt wurden. In Praxis- und Theorieeinheiten wurde den Sportlehrern Hintergrundwissen und eine Vielzahl von Methoden, Spielen und Übungen zur Vermittlung von Sozialkompetenzen durch Sport sowie zur Gewaltprävention und Friedenserziehung an die Hand gegeben. Bei der Umsetzung des Seminars wurde darauf geachtet, die Inhalte an den regionalen Kontext und die Gegebenheiten vor Ort anzupassen. So wurde etwa mit vor Ort vorhandenen Trainingsmaterialien improvisiert oder die Theorie zur Friedenserziehung in einer partizipativen Methode durch Rollenspiele statt durch PowerPoint vermittelt. Die konzentrierte Atmosphäre unter den Sportlehrern und deren Wissbegierde überraschte und motivierte die Referenten immer wieder aufs Neue. Die Pädagogen schrieben ihre Notizblöcke bis auf die letzte Seite voll und unterstützten sich gegenseitig im Peer-learning.

Die arbeitsintensive, aber angenehme Woche mit gemeinsamer Bewegung, Spiel und Spaß wurde am letzten Tag mit dem Highlight des Workshops gekrönt – einem Sports for Peace-Day mit vielen Kindern und Jugendlichen. Am Tag der Lehrproben wurden wie in den Vorjahren Kinder und Jugendliche aus der Umgebung eingeladen und die Sportlehrer konnten eindrucksvoll zeigen, wie Sport for Peace auf Kinyarwanda funktioniert. Nachdem die Kinder und Jugendlichen in Gruppen eingeteilt worden waren, teilte man sie den Sportlehrern zu, die in Dreier-Gruppen jeweils 30-minütige Lehrproben im Seminarraum und auf dem Sportplatz abhielten. Alle Kursteilnehmer meisterten ihre Lehrproben und wurden mit einem Zertifikat ausgezeichnet.

Dabei ist das Credo des Workshops allerdings „Eine Woche Kigali, ein ganzes Jahr Sport for Peace“. Der Erfolg des Workshops wird dabei nicht nur anhand der Lernerfolge der Teilnehmer, sondern vielmehr anhand der praktischen Umsetzung des Erlernten im Folgejahr gemessen. Die Teilnehmer sollen neben der Integration ihres neu erlangten Wissens und ihrer neuen Methoden im Schulalltag auch zur Organisation von eigenen Sports for Peace-Projekten angeregt werden. Das Koordinationsbüro der Partnerschaft RLP/Ruanda steht den Sportlehrern und seinen Partnerschulen dabei insbesondere durch die FSJler unterstützend zur Seite.