Vier Medaillen für RLP-Asse bei den Europaspielen

Die Leichtathletinnen Sina Mayer und Majtie Kolberg und die Kampfsportler Ahmed Dudarov und Jonathan Horne holen in Minsk Bronze

Ein Traum wurde wahr: Ahmed Dudarov (blau) rang in Minsk Vizeweltmeister Fatih Erdin nieder und gewann Bronze. Foto: imagoDiese Bilanz kann sich sehen lassen: Neun Athlet*innen aus rheinland-pfälzischen Vereinen waren bei den Europaspielen in Minsk mit von der Partie – und gleich vier davon sind mit Edelmetall im Gepäck aus der weißrussischen Hauptstadt zurückgekehrt. Besonders die Leichtathletinnen und die Kampfsportler lieferten ab. Sina Mayer (LAZ Zweibrücken) und Majtie Kolberg (LG Kreis Ahrweiler) schnappten sich mit der Deutschen Leichtathletik-Mannschaft nach einem spannenden Kampf die avisierte Bronzemedaille. In einem neuen Wettkampfformat waren die Ergebnisse über 100 Meter und im Hürdensprint (jeweils Männer und Frauen), im Weitsprung und Speerwurf (Frauen), im Hochsprung (Männer) und einer aus jeweils zwei Männern und Frauen bestehenden 4 x 400-m- Staffel in Punkte umgerechnet worden. Christoph Kessler war die 800 Meter in 1:49 Minuten gelaufen und hatte als Vierter an Kolberg übergeben, die ihr Herz in beide Hände nahm und die 400-Meter-Marke in 56 Sekunden absolvierte. Auf den letzten 200 Metern hatte es einen harten Kampf mit der vor ihr liegenden Tschechin gegeben, kurz vor der Wechselmarke sicherte sich Kolberg den Bronzeplatz – und knüpfte damit nahtlos an ihre Leistungen von der U20-WM-Halbfinalteilnahme 2018 an.

Karateka Jonathan Horne (Teikyo Team Kaiserslautern), unterlag zwar im Kumite-Halbfinale der Gewichtsklasse über 84 Kilogramm dem Kroaten Andelo Kvesic, der amtierende Welt- und Europameister gewann damit aber Bronze. Über Rang drei durfte sich auch Freistilringer Ahmed Dudarov (SV Alemannia Nackenheim) freuen. Wobei: An ausgelassenen Jubel war im Moment seines größten sportlichen Erfolgs erst mal nicht zu denken. Ein Fingerzeig gen Himmel bzw. Richtung Hallendecke musste reichen, dann sank Dudarov entkräftet auf die Knie. Beim entscheidenden Fight in der Kategorie bis 86 Kilo gegen Vizeweltmeister Fatih Erdin hatte sich der Mittelgewichtler komplett verausgabt. Über weite Strecken des Kampfes hatte Dudarov gegen den Türken zurückgelegen, erst kurz vor Ultimo ausgeglichen – um dann mit der letzten Aktion den 10:8-Erfolg einzufahren. „Meine Gefühle sind gerade unbeschreiblich“, schwärmte er hernach. „Das ist meine erste Medaille auf der internationalen Ebene – das beflügelt mich.“

Dagegen konnte sein Nackenheimer Teamkollege Kubilay Cakici nach langer Verletzungspause ebenso wie Etka Sever (VfK Schifferstadt) nicht in die Medaillenränge vorstoßen. Auch Judoka Jasmin Külbs (1. JC Zweibrücken) blieb dies nicht vergönnt, sie schied in Runde zwei aus. Sambo-Ass Nam Vu (SC Muskelkater Mainz) blieb in Minsk ohne Sieg. Straßenradsportlerin Hannah Ludwig (RSC Stahlross Wittlich) derweil gehörte zu einer Dreier-Spitzengruppe des Straßenrennens über 120 Kilometer auf dem Rundkurs in der Minsker Innenstadt. Doch in der vorletzten Runde wurden die Führenden eingeholt, und im Spurt des ganzen Feldes wurde Ludwig am Ende 54.