„Hut ab vor diesen Leistungen und dieser Leistungsbereitschaft“

Sportjugend zeichnet 158 erfolgreiche Nachwuchsathleten mit Ehrennadel des LSB aus / Viel Lob auch von Sportminister Roger Lewentz

Das große Abschlussbild: Die Protagonisten des Abends posieren gemeinsam mit dem kommissarischen LSB-Präsidenten Jochen Borchert (ganz links), Dr. Rüdiger Mittendorff von Sponsor Sebamed (ganz rechts), LSB-Vizepräsidentin Monika Sauer (2.v.r. Mitte), Alexander Focke (RPR1 Vereinsleben/3.v.r. Mitte) und Lotto-Geschäftsführer Jürgen Häfner (4.v.r. Mitte) sowie Maskottchen Twinkel für die Kameras und Smartphones. Foto: P. SeydelNeun-WM-Titel, zehn EM-Titel und 132 DM-Titel – die Bilanz der rheinland-pfälzischen Nachwuchsathleten aus dem Wettkampfjahr 2018 kann sich mehr als sehen lassen. Das unterstrichen neben Sportminister Roger Lewentz auch der kommissarische LSB-Präsident Jochen Borchert und der Ingelheimer OB Ralf Claus als Gastgeber bei der 25. Meisterehrung der Sportjugend des Landessportbundes. In der kING Kultur- und Kongresshalle in Ingelheim wurden am Gründonnerstag 158 herausragende Talente aus 27 Sportarten und 133 Disziplinen geehrt, die im vergangenen Jahr auf nationaler und internationaler Ebene Top-Erfolge geholt hatten.

„Ganz großes Kino“, schwärmte Borchert, der sich über „ein volles Haus“ freute – und neben den Erfolgen der Asse auch über die Geschichten hinter diesen Erfolgen. „Diese Erfolge sind aber nicht selbstverständlich.“ Nicht selten lägen Erfolg und Misserfolg eng beieinander. „Tränen der Freude oder Tränen des Leids haben alle hier mit Sicherheit schon erlebt“, sagte Borchert und wies auf die große Bedeutung des persönlichen Umfelds für die Erfolge hin. „Eltern, Großeltern, Schulleitern, Lehrern und sonstigen Unterstützern im Hintergrund muss man für dieses tolle Engagement besonders danken“, betonte der LSB-Chef. Als der Mann, der im LSB-Präsidium auch für den Leistungssport verantwortlich ist, freue sich Borchert sehr, dass der Landessportbund 1,3 Millionen Euro pro Jahr aus Steuermitteln für den Nachwuchsleistungssport in Rheinland-Pfalz zur Verfügung stellen könne. „Im Vergleich zu anderen Bundesländern sind wir da nicht in der Spitzengruppe – aber unser Ehrgeiz ist darauf ausgerichtet, uns dahin weiterzuentwickeln.“ Man sei „in gemeinsamen Gesprächen“ und nicht nur der Sport sehe hier Entwicklungsmöglichkeiten.

„Wir bewegen uns in der Ausstattung des Sports auf einem sehr hohen Niveau, aber es gibt neue Ideen und darüber werden wir reden“, kommentierte Minister Lewentz, Schirmherr der Veranstaltung. „Der LSB ist uns ein sehr wichtiger Partner.“ Lewentz lobte den vorbildhaften Einsatz von Jürgen Häfner und Lotto Rheinland-Pfalz um den Sport im Land sowie „die vielfältigen Bedeutungsmomente des Sports“. Er habe den Eindruck, dass der rheinland-pfälzische Sport auch im Nachwuchsbereich „sehr gut aufgestellt zu sein scheint“. So jung die ausgezeichneten Athleten auch noch seien, so starke Persönlichkeiten und so leuchtende Vorbilder stellten sie doch auch schon dar. „Man kann nur den Hut ziehen vor ihren Leistungen und ihrer Leistungsbereitschaft“, urteilte der Minister, der sich begeistert zeigte von der Organisation der Veranstaltung durch Steffen Grummt und sein Team: „Hier ist sehr viel Herzblut und sehr viel Niveau dabei.“ So sah es auch Ingelheims OB Ralf Claus, der selbst aus dem Handball kommt und die Bedeutung der Leibesübungen für die 25.000 Einwohner zählende Gemeinde mit ihren 34 Sportvereinen und fast 12.000 Sportlern („Davon 4.000 Jugendliche“) herausstrich. „Wir haben eine breit aufgestellte sportliche Vereinslandschaft – und fördern den Sport mit fast 400.000 Euro.“

Von der LSB-Sportjugend geehrt zu werden, ist kein ganz schlechtes Omen. Schließlich standen in den vergangenen Jahren auch heutige Weltklasseathleten wie Bahnradsprinterin Miriam Welte, Zehnkampf-Ikone Kai Kazmirek, Ringer-Star Denis Kudla oder Richard Schmidt aus dem legendären Deutschlandachter auf der Bühne. Die Asse, die diesmal in drei Ehrungsblöcken mit der LSB-Meisterschaftsnadel in Silber und Bronze ausgezeichnet wurden, waren zwischen 12 und 23 Jahre alt. Dekoriert wurden all jene Talente, die sich im vergangenen Jahr den Titel eines Deutschen Jugend- oder Juniorenmeisters geschnappt hatten oder bei Jugend- bzw. Junioren-Europa- oder Weltmeisterschaften aufs Podest geklettert waren. Unter dem Strich hatte die „Nachwuchsabteilung“ des rheinland-pfälzischen Leistungssports 2018 nicht weniger als 151 WM-, EM- und DM-Titel errungen – und damit 36 mehr als ein Jahr zuvor. Für die Protagonisten, von denen nicht wenige in Randsportarten wie Pétanque, Kegeln oder Schach daheim sind, war es gewiss ein erhebendes Gefühl, zu Klängen von „An Tagen wie diesen“ von den Toten Hosen, „Applaus, Applaus“ von den Sportfreunden Stiller oder „When love takes over“ von David Guetta/Kelly Rowland die große Bühne zu entern und im Gespräch mit Sportmoderator Heiko Bieser aus dem Nähkästchen zu plaudern. Für vier der Talente war es ein besonders schöner Abend, denn sie gewannen Tickets für ein Heimspiel der Fußballer von Mainz 05, der Handballer der Rhein-Neckar-Löwen oder für Konzerte von Mark Forster und Revolverheld, die Lotto RLP und RPR1 Vereinsleben zur Verfügung stellten.

Für beste Unterhaltung der 345 Besucher – neben den Sportlern waren auch zahlreiche Eltern, Trainer, Betreuer sowie hochrangige Repräsentanten aus Politik, Fachverbänden und Vereinen erschienen – sorgten das Streusandes Duo von der A.C.I.M. Dance Crew des SV Goethe Mainz, die Hingucker-Performance „1 Billion Rising“ vom 1. Kreativen Tanzsportclub Bad Kreuznach sowie die Aerobicturner der TG Nieder-Ingelheim, die Hip Hop-Gruppe Own Risk vom VfL Bad Kreuznach und nicht zuletzt der bärtige Beatboxer Saman D aus Kastellaun.