„Diese Einrichtung ist super wichtig“

Ob Weller, Welte oder Hussong: Spitzensportler von gestern und heute wissen die kontinuierliche Förderung durch die Sporthilfe Rheinland-Pfalz zu schätzen

Auch sie wurden auf ihrem Weg in die Weltspitze von der Sporthilfe RLP gefördert: Die pfälzischen Gewichtheber-Legenden Ronny Weller (l.) und Almir Velagic. Foto: M. HeinzeBei den Feierlichkeiten zum 30-jährigen Jubiläum der Stiftung Sporthilfe Rheinland-Pfalz wimmelte es nur so von Weltklasse-Athleten von gestern und heute. Viele von ihnen hätten ihren Sport nicht auf diesem Niveau ausüben können, wenn es die Sporthilfe nicht gäbe, die in den vergangenen drei Jahrzehnten Spitzenathleten im Land mit insgesamt gut 15 Millionen Euro unterstützt hat. Am Rande der Gala im Kurhaus in Bad Münster am Stein sprachen die Asse darüber, welche Bedeutung die Sporthilfe für sie hat und was sie ihr zu verdanken haben.

„Dank der Sporthilfe weiß man, dass man über die Runden kommt, dass man ohne Bedenken seinen Sport machen kann“, betonte Christin Hussong, Europameisterin in Speerwurf. „Dass man nicht verpflichtet ist, arbeiten zu gehen in einem festen Angestelltenverhältnis. Das hält einem den Rücken frei.“ Ohne die Sporthilfe wäre alles sehr schwierig, „wir haben ja doch einige Kosten zu tragen“.

Ihre Leichtathletik-Kollegen schlagen in die gleiche Kerbe. „Für mich ist die Sporthilfe sehr wichtig“, sagte Sprinter Roger Gurski. „Ich gehe ja noch meinem Beruf als Industriemechaniker nach und kann durch die Förderung meine Arbeitszeiten kürzen – ich arbeite 30 Prozent weniger, ohne dass ich deshalb weniger Gehalt habe. Wenn es die Sporthilfe nicht gäbe, wäre es sehr anstrengend für mich – 40-Stunden-Woche und dann noch abends zum Training.“ Für Zehnkämpfer Niklas Kaul ist die Sporthilfe „einer der wichtigsten Unterstützer auf dem Weg, den jeder einzelne Sportler, der heute Abend hier ist, sich als Ziel gesetzt hat.“ Ohne die Sporthilfe würde so mancher sportive Traum keine Wirklichkeit werden. „Deswegen ist die Sporthilfe für mich super wichtig.“ Sprinterin Sophia Junk sagte: „Ich denke, dass nicht nur die Sporthilfe, sondern alle Sponsoren für einen Sportler sehr wichtig sind. Wenn man an die Spitze will, ist es erstmal ganz egal, welche Unterstützer das sind.“ Die Sporthilfe zeichne sich dadurch aus, dass sie auch an einen glaube, wenn es einmal nicht so laufe. Aber auch dem Ausrüster Puma, dem Autohaus Scherhag in Koblenz oder dem LSB ganz allgemein habe sie sehr viel zu verdanken. „Die Sporthilfe ist für mich ein sehr flexibler und kooperativer Partner, der auch in schwierigen Zeiten für mich da ist.“ Ex-Weltmeisterin Marion Baumgärtner ließ wissen, dass es in ihren besten Zeiten durchaus Offerten anderer Klubs gegeben habe. „Aber ich hatte nie einen Grund, vom USC Mainz wegzugehen, weil das Gesamtpaket von Verein, Unterstützung durch LSB und Sporthilfe und die Familie immer gestimmt hat“, sagte die inzwischen 41 Jahre alte Essenheimerin, die jetzt Mama von drei kleinen Mädchen im Alter zwischen einem und vier Jahren ist.

In den Augen von Kanuslalom-Spezialistin Ricarda Funk ist die Sporthilfe RLP „fast schon Alleinstellungsmerkmal für Rheinland-Pfalz“. Es sei „definitiv keine Selbstverständlichkeit, dass man solch eine Unterstützung erfährt, die so wertvoll ist und die es uns erst möglich macht, dass wir überhaupt konkurrenzfähig sind“. Dass es die Sporthilfe gebe, darüber könne man sich sehr glücklich schätzen.

Das kann Karate-Weltmeister Jonathan Horne nur unterstreichen. „Diese Förderung nimmt einem eine Last von den Schultern, sodass man nicht nebenbei noch was machen muss im Sinne von richtig arbeiten“, konstatierte der 30-Jährige, der in Saarbrücken Gesundheitsmanagement studiert. „Man kann so ganz entspannt seinem Training nachgehen, das sich darauf konzentrieren, was man machen möchte.“

„Ich wurde von 1994 von bis zum Ende meiner Karriere von der Sporthilfe gefördert“, erinnert sich Gewichtheber-Olympiasieger Ronny Weller. „Das war damals die erste Sporthilfe deutschlandweit, die die Sportler so unterstützt hat. Bei meinen Wettkämpfen habe ich gemerkt, dass die Sportler anderer Bundesländer keine solche Unterstützung bekommen haben. Dass ich gefördert worden bin, darüber war ich stolz.“ Denn es sei ganz wichtig gewesen, finanziell unabhängig zu sein und sich einen freien Kopf bewahren und unbekümmert auf die großen Highlights vorbereiten zu können. Weller wörtlich: „Gerade auch in Phasen, wo es mal nicht so gut lief oder wo ich kurz nach meinem Wechsel nach RLP 1994 meine schwere Knieverletzung hatte, hat die Sporthilfe an mir festgehalten. Dafür empfinde ich noch immer eine Riesendankbarkeit.“

Trampolinturner Kyrylo Sonn verriet, dass er in den vergangenen Jahren mehrere Trainingsmaßnahmen privat organisiert habe, um seine Leistung zu verbessern. Etwa bei der Olympiasiegerin in Kanada oder beim Olympiasieger in Weißrussland. „So etwas finanziert sich nicht von alleine“, so das Aushängeschild des MTV Bad Kreuznach mit Blick auf die weiten Reisen. „Deshalb bin ich froh für diese tolle Unterstützung.“

Bahnrad-Olympiasiegerin Miriam Welte machte deutlich, dass die Sporthilfe für sie seit jeher von enormer Bedeutung gewesen sei. „Dank der Sporthilfe können gerade auch den eigenen Eltern viele Kosten abgenommen werden“, so Welte. Unter anderem für das teure Material. „Ich glaube, dass die Sporthilfe RLP in Deutschland ganz weit vorne dabei ist, was die Förderung angeht und bin dankbar für die großartige Unterstützung seit sehr langer Zeit.“