Jochen Borchert neuer LSB-Präsident

58 Jahre alter Vallendarer übernimmt den Posten kommissarisch / Pfälzer Dr. Ulrich Becker neuer Vizepräsident Sportentwicklung als Nachfolger von Dieter Krieger

Neuer LSB-Präsident: Jochen Borchert (Mitte, neben Helmut Graf von Moltke, Präsident des Sportbund Rheinhessen, und Monika Sauer, Präsidentin des Sportbundes Rheinland). Foto: M. HeinzeKeine zwei Wochen nach dem kurzfristigen und überraschenden Rücktritt von Prof. Dr. Lutz Thieme am 6. Februar hat der Landessportbund Rheinland-Pfalz einen neuen Präsidenten: Der 58 Jahre alte Polizeihauptkomissar Jochen Borchert aus Vallendar wurde auf einer außerordentlichen Präsidiumssitzung am Montag in Mainz mit 8:0-Stimmen zum kommissarischen LSB-Chef gewählt. Dr. Ulrich Becker (Hochspeyer) ist neuer Vizepräsident Sportentwicklung und tritt damit die Nachfolge des gemeinsam mit Thieme zurückgetretenen Dieter Krieger (Walsheim) an.

Borchert ist seit Juni 2016 LSB-Vizepräsident für Leistungssport, seit November fungiert er zudem als Vorsitzender der Stiftung Sporthilfe Rheinland-Pfalz, wo er die Nachfolge von Karin Augustin (Mainz) antrat. Der Pfälzer Becker ist jetzt Vizepräsident für Sportentwicklung, sein Amt als Vizepräsident für Bildung übt er ebenfalls weiterhin aus. Beide werden ihre neuen Ämter zunächst bis zur nächsten Mitgliederversammlung Ende Juni 2020 in Bingen ausüben.

„Prof. Thieme gilt der besondere Dank, neue Entwicklungsprozesse angestoßen zu haben“, sagte Borchert, der auch Krieger Dank und Anerkennung zollte. „Nach einer kurzen präsidialen Starre haben die drei Präsidenten der Sportbünde Rheinhessen, Rheinland und Pfalz, Monika Sauer, Helmut Graf von Moltke, Elke Rottmüller, zusammen mit der Vizepräsidentin Finanzen Karin Beckhaus das Heft in die Hand genommen“, so der Vorstand in einer gemeinsamen Erklärung. „Mit dem Ergebnis, dass es keine außerordentliche Mitgliederversammlung geben wird, sondern eine kommissarische Nachfolgeregelung. Gemeinsam soll der eingeschlagene Weg weiter gegangen werden - mit Einigkeit und Teamgedanke.“ Borchert betonte: „Die Basis für unser Präsidium wird im Hauptamt gelegt. Diese Mitarbeiter verdienen ihr Geld damit und stecken ihr ganzes Engagement da hinein. Ich glaube schon, dass wir das bisherige Niveau halten und die Geschäftsführer ihre Arbeit genauso weitermachen können.“ Die drei Sportbund-Präsidenten hätten klar gemacht, „dass sie keine Führungsposition im LSB, sondern bei ihren Sportbünden bleiben wollen“. Zu seiner neuer Position meinte Borchert: „Ich traue mir das zu, sage aber klar: Es geht nur im Team.“ Anfang 2020 wolle man auch die seit Monaten vakante Position des Hauptgeschäftsführers neu besetzen. „Wir sind auf einem guten Weg, gemeinsam – LSB und regionale Sportbünde – den Sport in Rheinland-Pfalz weiter nach vorne zu bringen.“

Die drei Sportbund-Präsidenten bekräftigten, dass sie alle ein Interesse an einem starken LSB haben. „Unser Ziel ist es, gemeinsam stark für den Sport zu sein“, sagte Sauer. „Wir sind ja eine Interessenvertretung für die Vereine und Verbände und nicht zum Selbstzweck da. Es geht uns darum, den Sport nach vorne zu bringen.“ Das Präsidium sei nach wie vor „sehr gut aufgestellt“. Auch ohne Lutz Thieme verfüge man im Haupt- und Ehrenamt „über genügend Manpower und Ideenreichtum, um den beschrittenen Weg weiter zu gehen“.