Landtag beschließt Spitzensportlerquote

Regierung greift Vorschlag des LSB auf / Unterstützung von Topathleten bei der Studienzulassung

Spitzensportler kommen in Rheinland-Pfalz jetzt in den Genuss einer bevorzugten Zulassung an Hochschulen. Foto: LSB/iStockDer Mainzer Landtag hat in seiner Sitzung vom 31. Januar einstimmig die so genannte Spitzensportlerquote auf den Weg gebracht. Damit kommen Spitzensportler in Rheinland-Pfalz in den Genuss einer bevorzugten Zulassung an Hochschulen. Mit der Verabschiedung des Änderungsgesetzes folgt der Landtag einer langjährigen Forderung des Landessportbundes Rheinland-Pfalz, Topathleten die Studienzulassung zu erleichtern. In bundesweit zulassungsbeschränkten Studiengängen wie Humanmedizin, Zahnmedizin und Pharmazie können Hochschulen den Bewerbern einen Bonus von 0,3 Notenwerten gewähren.

In Studiengängen, bei denen die Nachfrage höher ist als die Anzahl der Studienplätze, kommt der Durchschnittsnote der Hochschulzugangsberechtigung eine besondere Bedeutung zu. Beim klassischen, schulischen Ausbildungsweg wird die Zugangsberechtigung zur Hochschule in Form des Abiturs erworben. Personen, die während der schulischen Ausbildung „durch im besonderen öffentlichen Interesse liegend außerschulische Tätigkeiten“ schlechtere Noten erzielen, haben hierdurch geringere Chancen auf einen Studienplatz – auch und vor allem Spitzensportler. Mit der Neuregelung sollen jetzt die besonderen Belastungen durch die parallele Schulausbildung und die Ausübung des Spitzensports bei der Vergabe von Studienplätzen in zulassungsbeschränkten Studiengängen berücksichtigt werden. Zudem sind Spitzensportler an bestimmte, sportartbezogene Trainingsstandorte gebunden und können sich mithin nicht an allen bundesweiten Hochschulstandorten um einen Studienplatz bewerben. Sie sind auf Unis in der Nähe der Trainingsstandorte angewiesen. Diese Nachteile können nun ausgeglichen werden. Ziel ist es, dass Spitzensport für junge Menschen auch weiterhin attraktiv bleibt.

Die Regelung besteht für alle Studienbewerber, die einem bundesweit aktiven Kader eines Spitzenverbands des Deutschen Olympischen Sportbundes angehören, durch den Olympiastützpunkt RLP/Saarland betreut werden und deren Trainingsstandort die Aufnahme eines Studiums an einer rheinland-pfälzischen Hochschule nahelegt bzw. erfordert.

LSB-Präsident Prof. Lutz Thieme begrüßt es sehr, dass die Landesregierung den Vorschlag des LSB aufgegriffen hat. „Wer sich schon als junger Mensch auf sportliche Höchstleistung konzentriert, dem wird es aufgrund der immensen Doppelbelastung nicht immer gelingen, sein Potenzial auch in der gymnasialen Oberstufe voll auszuschöpfen“, weiß Thieme. „Über 75 Prozent unserer Bundeskader-Athleten erwerben die Hochschulzugangsberechtigung. Insofern begrüßen wir die Einführung der Spitzensportler-Quote, trägt sie doch als einzelner Baustein zur Förderung des Leistungssports in Rheinland-Pfalz bei, erleichtert den Spitzenathleten die Duale Karriere und würdigt deren außerordentliche Leistungsbereitschaft.“

Aktuell bestehen bereits in acht weiteren Ländern vergleichbare Regelungen – unter anderem in Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen.