Stiftung Sporthilfe RLP: Neuer Vorsitzender Jochen Borchert (58) im Interview

Vallendarer hat Nachfolg von Karin Augustin angetreten / „Spitzensportler benötigen unsere Unterstützung, damit Begriff der dualen Karriere nicht nur ein Wortspiel ist“

Neuer Vorsitzender der Stiftung Sporthilfe RLP: Jochen Borchert. Foto: M. HeinzeDie Stiftung Sporthilfe Rheinland-Pfalz tritt für den olympischen und paralympischen Sport ein und unterstützt Spitzenathleten auf ihrem Weg zu olympischen und paralympischen Spielen. Seit 1988 hat die Stiftung so zu knapp 50 olympischen Medaillen sowie zu mehr als 100 Treppchenplatzierungen bei Weltmeisterschaften beigetragen. Der für den Leistungssport zuständige LSB-Vizepräsident Jochen Borchert ist neuer Vorsitzender der Stiftung, nachdem er am 15. November bei der Vorstandssitzung in Mainz einstimmig zum Nachfolger der Mainzerin Karin Augustin gewählt wurde. Im Interview nimmt er zu den wichtigsten Fragen zur Zukunft der Stiftung Stellung.

Herr Borchert, inwiefern wird sich die Arbeit der Stiftung unter Ihrer Ägide verändern?
Meine Vorstandskollegen und ich sehen nicht unbedingt, dass etwas ge- oder verändert werden muss. Ich glaube, dass die Sporthilfe Rheinland-Pfalz ein verlässlicher Partner des Spitzensports gewesen ist und so wird es aus unserer Sicht auch zukünftig bleiben. Die geförderten Athleten im Top-Team Rheinland-Pfalz äußern sich stets dankbar ob der guten Unterstützung. Großartige Persönlichkeiten repräsentieren den rheinland-pfälzischen Sport und treten überall auf der Welt – sofern verbandsintern möglich – unter der Fahne der rheinland-pfälzischen Stiftung auf. Schon im Vorstand unter dem Vorsitz von Karin Augustin haben wir Überlegungen angestellt, wie wir neben den persönlichen Förderungen der Sportler auch organisatorisch einen Beitrag zur Verbesserung der Stützpunkte und Verbände beitragen können. In unserer konstituierenden Sitzung haben wir dann auch beschlossen, dass die rheinland-pfälzischen Bundesstützpunkte zur weiteren erfolgreichen Entwicklung der Standorte eine Förderung erfahren sollen. Die 14 Landesleistungszentren können Finanzmittel erhalten, die zur Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe an den Zentrumsstandorten eingesetzt werden. Eine weitere, jedoch persönliche finanzielle Unterstützung erfährt der Nachwuchsleistungssport. Hier werden Nachwuchskaderathleten durch Finanzzuschüsse für Internatsunterbringung gefördert. Nennen wir es also nicht Änderung, sondern eher Weiterentwicklung.

Was sind die größten Herausforderungen und Schwierigkeiten, vor denen Sie stehen?
Wir wollen durch unsere Förderung der verlässliche Partner des Spitzensports und der Spitzensportler bleiben. Die Fördermittel wollen wir zielgerichtet verwenden, um einerseits die persönliche Entwicklung der Sportler zu unterstützen und andererseits die Standortentwicklung in rheinland-pfälzischen Leistungszentren voranzutreiben. Der Sport insgesamt steht vor riesigen Herausforderungen. Unsere rheinland-pfälzischen Talente bedürfen der finanziellen und organisatorischen Förderung, damit sie eine Chance auf Spitzensport in Rheinland-Pfalz haben. Genauso benötigen die Spitzensportler von heute unsere Unterstützung, damit der Begriff der dualen Karriere nicht nur ein Wortspiel ist.

Gesellschaftliches Highlight im nächsten Jahr wird der 12. April sein, wenn die Stiftung Sporthilfe RLP im Kurhaus in Bad Münster am Stein mit 150 Gästen aus Politik, Wirtschaft und dem Sport ihr 30-jähriges Jubiläum feiert. Welche Bedeutung messen Sie dieser Veranstaltung bei und wie groß ist die Vorfreude bei Ihnen?
Ich glaube alle, die für die Sporthilfe Rheinland-Pfalz verantwortlich waren und auch alle, die zurzeit für die Geschicke der Stiftung verantwortlich sind, freuen sich auf diese Jubiläumsfeier. Genauso glaube ich aber auch, dass alle ehemals geförderten sowie alle heutigen geförderten Sportler sich auf dieses Ereignis freuen. Der Ort ist sehr wohl ausgewählt, denn ganz in der Nähe – in Bad Kreuznach – begann die Erfolgsgeschichte der Stiftung vor nicht ganz 30 Jahren. So feiern wir folgerichtig auch dort dieses Jubiläum. Die Planungen dafür haben begonnen und es wird, so unsere Einschätzung, ein gesellschaftliches Ereignis mit illustren Gästen werden.