„Silberne Sterne des Sports“: SV Grün-Weiß Müden 1971 fährt zum Bundesfinale nach Berlin

LSB, Landesregierung und Volksbanken Raiffeisenbanken zeichnen in Mainz sechs Sportvereine für ihr soziales Engagement aus / „Kleiner Stern in Silber“ für TV Hochdorf 1894 und VT Zweibrücken

Strahlen mit den Sternen um die Wette: Die Vertreter des Siegervereins SV Grün-Weiß Müden 1971 um Finanzchef Franz Oberhausen (3.v.l.). Mit den ausgezeichneten Funktionären freuen sich Staatssekretär Günter Kern (2.v.l.) und die Bankenvertreter. Foto: F. Fender/Genossenschaftsverband e.V.Der SV Grün-Weiß Müden 1971 ist der 2018er Gewinner des „Großen Stern des Sports“ in Silber für Rheinland-Pfalz. Der mit 2.500 Euro dotierte Preis wurde von den Volksbanken Raiffeisenbanken des Landes am Mittwochabend im Festsaal der Mainzer Staatskanzlei für sein Projekt ausgezeichnet, bei dem sich „Alt-Fußballer auf Spuren des Dreißigjährigen Krieges“ bewegen. Finanzchef Franz Oberhausen nahm den Preis mit strahlenden Augen entgegen. Über je einen „Kleinen Stern in Silber“ freuten sich der Turnverein Hochdorf 1894 als Zweitplatzierter und die Vereinigte Turnerschaft Zweibrücken auf Platz drei. Von der Fachjury mit Förderpreisen bedacht wurden die Vereine SV Lasel-Feuerscheid, Turnverein 1861 im ASV Landau und VfR Wormatia Worms. Insgesamt wurden Preisgelder in Höhe von 6.500 Euro vergeben.

Seit Anfang 2017 gibt es beim SV Grün-Weiß Müden 1971 eine Gruppe für Seniorensport. Die Idee dazu hatten frühere Fußballer des Vereins, die nach 40 Jahren wieder an alte Zeiten anknüpfen wollten. Gesundheit, Spaß und soziale Kontakte zählen für sie heute mehr als der sportliche Erfolg. Besonders gut kommen gemeinsame Aktivitäten in der freien Natur an, die noch dazu einem guten Zweck dienen. Die Sportler pflegen etwa die historischen Pfade der Winzer und Bauern zu den ehemaligen Weinbergterrassen, weil die Gemeinde dafür kein Geld hat. Zuletzt haben sich die „Alt-Fußballer auf Spuren des Dreißigjährigen Krieges“ begeben und ein 400 Jahre altes, einsturzgefährdetes Steinkreuz saniert, das an die Hungersnot von 1638 erinnert. In Zukunft wollen sie auch Wanderungen anbieten, um Kindern und Jugendlichen historische Zusammenhänge näherzubringen.

Das Projekt der Moselaner aus dem Landkreis Cochem-Zell fand die hochkarätig besetzte Jury aus Vertretern des Landes, des LSB, der Volksbanken Raiffeisenbanken sowie Sportlern und Journalisten besonders überzeugend und erklärte die Maßnahme unter allen eingereichten Bewerbungen zum Gewinner des „Großen Sterns des Sports“ in Silber und damit zum Sieger im Bundesland Rheinland-Pfalz. Für die Müdener geht der Wettbewerb nun auf Bundesebene weiter. Der Verein wird Rheinland-Pfalz bei der Vergabe des „Großen Stern des Sports“ in Gold und der weiteren Sterne in Gold vertreten. Diese werden am 22. Januar 2019 von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin verliehen – für Insider so etwas wie die „Oscar-Verleihung des Breitensports“.

Als der Sieger bekannt gegeben wurde, legten die Grün-Weiß-Delegierten alle Zurückhaltung ab, rissen die Arme in die Höhe und schrien laut: „Jaaaa!“ Pure Begeisterung eben, denn: „Damit hätten wir nicht gerechnet“, wie Franz Oberhausen ins Mikrofon von SWR-Moderator Christian Döring jubelte. „Die Auszeichnung ist Wahnsinn. Eine Riesenanerkennung für unsere Arbeit und ein Beispiel für andere Sportvereine, auch so etwas zu machen.“ Zu den ersten Gratulanten gehörten neben Döring („Wir schicken einen ganz starken Landessieger nach Berlin“) auch Staatssekretär Günter Kern und LSB-Präsident Prof. Lutz Thieme, die zusammen mit dem Weltklasse-Speerwerfer und „Sterne des Sports“-Botschafter Julian Weber die Ehrungen vornahmen. „Im Fokus der Medien steht sehr häufig der der Leistungssport“, konstatierte Thieme. „Wir vergessen ab und zu, was auf der breitensportlichen Ebene durch die vielen fleißigen Ehrenamtlichen bewegt wird.“ Der Preis mache sichtbar, in was der Sport vor Ort alles involviert wird – und was ohne den Sport alles wegfallen würde. Auch wenn der SV Grün-Weiß Müden den Vogel abschoss, mussten sich die anderen Vereine nicht grämen – denn an diesem Abend gab es nur Gewinner. Über die zweitplatzierten Hochdorfer etwa sagte LSB-Vizepräsident Dieter Krieger voller Anerkennung: „Ein Verein, der mal gesehen hat, dass Sport auch Bildung ist. Diesen Aspekt sehe ich hier ganz hervorragend umgesetzt.“ Und auch die Drittplatzierte VT Zweibrücken sowie die drei Gewinner des Förderpreises strahlten am Ende völlig zurecht. Denn auch ihr soziales Wirken war und ist vorbildlich. Und als Belohnung durften sie die funkelnagelneuen „Sterne des Sports“-Banner mit nach Hause nehmen, sozusagen das Qualitätssiegel ihrer segensreichen Arbeit…

Die Preisträger
1. Platz (2.500 Euro): SV Grün-Weiß Müden 1971
, ausgezeichnet für die Maßnahme „Alt-Fußballer auf Spuren des Dreißigjährigen Krieges“, begleitet von Volksbanken Raiffeisenbanken im Landkreis Cochem-Zell

2. Platz (1.500 Euro): Turnverein Hochdorf 1894, ausgezeichnet für das „Nachwuchskonzept 2002 ‚ MEHR als nur HANDBALL“, begleitet vom Landessportbund

3. Platz (1.000 Euro): Vereinigte Turnerschaft Zweibrücken, für die Aktion „Eure Gesundheit mit uns“, begleitet von der VR-Bank Südwestpfalz eG Pirmasens-Zweibrücken

Förderpreis (500 Euro): SV Lasel-Feuerscheid, ausgezeichnet für das Projekt zur Unterstützung vom „Förderverein krebskranker Kinder Trier“, begleitet von der Raiffeisenbank Westeifel eG

Förderpreis (500 Euro): Turnverein 1861 im ASV Landau, ausgezeichnet für die Aktion „Rettet die Schnitzel“, begleitet von der VR Bank Südpfalz eG

Förderpreis (500 Euro): VfR Wormatia Worms, ausgezeichnet für die Typisierungsaktion „Mund auf gegen Blutkrebs“, begleitet von der Volksbank Alzey-Worms eG

Die Jury
•    Dieter Krieger, Vizepräsident LSB
•    Walter Benz, Vizepräsident Sportbund Pfalz
•    Martin Weinitschke, Geschäftsführer Sportbund Rheinland
•    Thomas Biewald, Sportbund Rheinhessen
•    Michael Desch, Ministerium des Innern und für Sport RLP
•    Holger Kühner, Südwestrundfunk SWR
•    Christian Döring, Südwestrundfunk SWR
•    Udo Drechsel, Genossenschaftsverband – Verband der Regionen, als Vertreter der Volksbanken Raiffeisenbanken

Hintergrundinfos „Sterne des Sports“
Die „Sterne des Sports“ sind eine Initiative des Deutschen Olympischen Sportbundes und der Volksbanken Raiffeisenbanken. Sie zeichnen Sportvereine und ihre vielen ehrenamtlichen Helfer für ihr gesellschaftliches Engagement aus. Mit ihren Angeboten fördern sie Kinder und Jugendliche, tragen zum Schutz der Gesundheit bei, unterstützen Familien oder dienen einem besseren Miteinander. Es sind große Leistungen, die leider immer noch viel zu wenig öffentliche Anerkennung finden. Die „Sterne des Sports“ würdigen diese. Alle Nominierten für die „Sterne des Sports“ in Silber sind Preisträger des „Großen Stern des Sports“ in Bronze und haben sich somit über einen Sieg auf lokaler Ebene für den Wettbewerb auf Landesebene qualifiziert.