„Ausdruck des Dankes, der Wertschätzung und der Anerkennung“

LSB-Präsident Thieme und Staatssekretär Kern verleihen Sport-Obelisken an fünf Vorbilder des Ehrenamts / Unermüdliches Engagement bis ins hohe Alter

Vorbilder des Ehrenamts: Die Preisträger (v.l.) Lutz Itschert, Hilde Rodrian, Erich Meyer, Wolfram Böhmer und Kurt Langenbein, hier eingerahmt von Staatssekretär Günter Kern (ganz links) und LSB-Präsident Prof. Lutz Thieme (ganz rechts). Foto: M. HeinzeStaatssekretär Günter Kern und LSB-Präsident Prof. Lutz Thieme haben in Mainz Hilde Rodrian (Rockenhausen), Wolfram Boemer (Adenau), Lutz Itschert (Koblenz), Kurt Langenbein (Bad Dürkheim) und Erich Meyer (Alzey) für ihr langjähriges und herausragendes Engagement mit dem Sport-Obelisken ausgezeichnet. Thieme sagte, er sei „sehr dankbar, dass auf Initiative der Landesregierung schon lange Zeit der Sportobelisk verliehen wird. Das gibt uns die Gelegenheit, über Strukturen, über Zahlen hinweg auf das zu schauen, was für unseren Sport am wichtigsten ist – nämlich die Menschen“. In den rheinland-pfälzischen Sportvereinen gebe es mehr als 100.000 ehrenamtliche Positionen. Monat für Monat würden 1,3 Millionen Stunden unentgeltlich oder aber für einen geringen Betrag geleistet. Dies entspreche etwa 20 Millionen Euro, die aber nicht zu bezahlen wären. „Auszeichnungen wie diese geben uns die Gelegenheit, immer wieder den Blick darauf zu richten, worum es eigentlich geht – dass die Menschen vor Ort genügend Möglichkeiten haben, sich für das zu engagieren, das sie für richtig halten“, so Thieme. „Wir tun gut daran, wenn sowohl LSB als auch Landesregierung immer wieder vom Menschen aus denken.“

Kern sprach von einer „hochwertigen Auszeichnung“, die pro Jahr nur an fünf Personen in Rheinland-Pfalz verliehen werde. „Wer den Sportobelisken erhält, hat im Bereich des Sports Außergewöhnliches geleistet“, betonte Kern. Insbesondere „die Engagierten hinter den Kulissen“ würden mit dem Obelisken gewürdigt. „Ein Ausdruck des Dankes, der Wertschätzung und der Anerkennung dessen, was die Preisträger für die Gesellschaft geleistet haben. Mit einem unermüdliche Engagement bis ins hohe Alter hinein sind sie Vorbilder für die Sportler und die Sportentwicklung in Rheinland-Pfalz und ermuntern andere, sich auch in dieser Art und Weise zu betätigen.“ Die so Dekorierten hätten sich „über Jahrzehnte in gleich mehreren Bereichen überdurchschnittlich engagiert“. Dieses große Engagement sei „in seiner Vielfalt unbezahlbar“. Der Team-Gedanke sei es, der das ausgezeichnete Quintett verbinde, ergänzte Kern.

Zwar sind die Lebensläufe der Preisträger sehr unterschiedlich – doch eines haben sie gemein: Geehrt wurden Menschen, die einen Großteil ihres Lebens dem Sport gewidmet und dabei Beachtliches für die Gemeinschaft geleistet haben.

Hilde Rodrians Leidenschaft gilt dem Ballsport, insbesondere dem Basketball. Seit 1970 engagiert sie sich für diese Sportart. Spielerin, Trainerin, Schiedsrichterin, Frauenwartin, Kassenwartin – keine Aufgabe war ihr zu viel. Ihr Wirken galt unter anderem den Basketballern der Vereinigten Turnerschaft Rockenhausen und dem 2010 gegründeten Basketballclub Fastbreakers Rockenhausen. Seit 1975 arbeitete sie in verschiedenen Funktionen im Vorstand des Basketballverbandes Pfalz und war mit 45 Dienstjahren dienstältestes Vorstandsmitglied. Hilde Rodrian wurde bereits mehrfach für ihren Einsatz vom Sportbund Pfalz und vom Basketballverband Pfalz ausgezeichnet.

Wolfram Boemer ist Gründungs- und Ehrenmitglied des seit 1969 bestehenden Biathlon-Sport-Clubs Adenau. Seit 1984 und bis heute ist er Erster Vorsitzender. Im Schützenkreis Rhein-Ahr war Boemer fünf Jahre lang Sportleiter und acht Jahre stellvertretender Vorsitzender, im Rheinischen Schützenbund viele Jahre Bezirksvorsitzender sowie stellvertretender Vorsitzender für den Bereich Koblenz und zudem Mitglied im Gesamtvorstand des Dachverbandes. Neben Ehrungen des Sportbundes Rheinland und des LSB wurde er mit der Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet.

Lutz Itschert hat sich dem Ruder-Sport verschrieben. Im Ruderclub Rhenania Koblenz war er von 1987 bis 2000 Beisitzer und von 2000 bis 2003 Schatzmeister. Seit 2003 führt er als Vorsitzender die Geschicke des Vereins. Stellvertretender Vorsitzender des Landesruderverbandes Rheinland-Pfalz ist Itschert seit 2011, Vorsitzender des Ruderverbandes Rheinland ebenfalls. Sein Engagement wurde unter anderem vom Sportbund Rheinland und vom Landesruderverband gewürdigt.

Kurt Langenbein trat im März 1948 beim Turnverein Dürkheim 1860 ein. In seiner aktiven Zeit war er erfolgreicher Turner. 1962 übernahm er als Übungsleiter die männliche Turnabteilung. Seitdem trainiert er die jungen Turner und begleitete viele seiner Schützlinge zu Wettkämpfen und Turnfesten. Auch heute steht der 82-Jährige noch zweimal pro Woche in der Halle und unterstützt die sechs- bis zehnjährigen Turner an den Geräten und beim Bodenturnen. Seit 1987 ist Langenbein zudem Abteilungsleiter Turnen männlich und damit verbunden hat er auch einen Sitz im Gremium des Bad Dürkheimer Turnrates inne. Vom Pfälzischen Turnerbund und vom Deutschen Turnerbund hat er zahlreiche Ehrungen erhalten. Im Jahr 2014 erhielt er von der Stadt Bad Dürkheim die goldene Sportehrennadel.

Erich Meyer hat sich viele Jahrzehnte als Übungsleiter Handball im TV 1846 Alzey engagiert. Als aktiver Handball Spieler war er von 1958 bis 1993 für seinen Heimatverein im Einsatz. Ab 1967 engagierte er sich dort als Jugendleiter und ab 1969 als Spielleiter und stellvertretender Abteilungsleiter sowie von 1974 bis 2007 als Abteilungsleiter Handball. Im Jahr 2007 wurde er zum Ehrenvorsitzenden der Handball Abteilung des TV Alzey ernannt. Auch als Schiedsrichter war er 50 Jahre lang im Einsatz, von 1967 bis 2017. In den fünf Jahrzehnten als Unparteiischer leitete er einige spannende Partien. Im Handball Verband Rheinhessen ist er seit 2007 als Vizepräsident engagiert. Seit 2014 ist er als Sportkreisvorsitzender Alzey-Worms für den Sportbund Rheinhessen im Einsatz. Auch im Wintersport kennt sich Meyer aus. So ist er seit 1979 Mitglied im Framersheimer Ski-Club. Auch für diesen Verein war er als Vorstandsmitglied aktiv. Er wurde bereits mit zahlreichen Ehrungen gewürdigt, darunter mit der Ehrennadel des Landes, die er 2008 erhielt.

Stellvertretend bedankte sich Ruderer Itschert für die Auszeichnung. „Wir machen dieses Ehrenamt sehr gerne“, sagte der Chef des Ruderclub Rhenania. „Wir machen es nicht, um geehrt zu werden. Aber wenn wir geehrt werden, dann freuen wir uns darüber.“ Ihm persönlich bereite das Ehrenamt nach wie vor eine Menge Spaß. Die Verleihung des Sportobelisken sei eine tolle Motivation, die mit hohem Zeitaufwand verbundenen Ämter voller Elan weiterzuführen.

Der Sport-Obelisk ist eine rechteckige, spitz zulaufende und ungefähr 30 Zentimeter hohe Säule aus weißem Marmor, die mit einem stilisierten Lorbeerkranz umgürtet und in Handarbeit gefertigt ist.
Seit 1996 werden mit dem Sport-Obelisken sowohl herausragende Leistungen von Sportlern mit Vorbildfunktion gewürdigt, als auch das Engagement von Menschen, die sich über viele Jahre ehrenamtlich in besonderem Maße für den Sport in Rheinland-Pfalz eingesetzt haben.