„Sehr wertvoll für alle Absolventen“

Zehn Jahre ÜL-B-Ausbildung „Sport im Ganztag“: LSB-Vizepräsident Dieter Krieger im Interview

Stolze Teilnehmer eingerahmt vom Ausbilderteam um Tobias Götten (ganz links), JoJo Burgard (2.v.r.), Rüdiger Baier (ganz rechts), Christian Zander (1.v.r. unten) und Katrin Riebke (am Boden liegend). In die Kamera winken auch Johannes Jung vom Bildungsministerium (Mitte links) und LSB-Vizepräsident Dieter Krieger (Mitte rechts). Foto: LSBDie Übungsleiter-B-Ausbildung „Sport im Ganztag“ feiert dieser Tage ein rundes Jubiläum. Am 23. September fand in der Sportschule Seibersbach die feierliche Lizenzübergabe für den zehnten Ausbildungsjahrgang statt. Voller Stolz nahmen 20 Teilnehmer – jeweils zehn Männer und zehn Frauen zwischen 21 und 63 Jahren – aus den Händen von LSB-Vizepräsident Dieter Krieger sowie Johannes Jung vom Bildungsministerium die erstmals im neuen DOSB-A4-Format gestalteten Urkunden entgegen. Mit von der Partie war auch das Ausbildungsteam mit Rüdiger Baier, Christian Zander, Joachim Burgard und Tobias Götten unter Leitung von LSB-Referentin Katrin Riebke, das die Lehrproben abgenommen hatte. SportInForm sprach mit Dieter Krieger über die Ausbildung, die aus Projektmitteln des Bildungsministeriums finanziert wird.

Herr Krieger, stimmt es, dass das 2008 die bundesweit erste B-Lizenz-Ausbildung für den Sport im Ganztag war?
Das ist richtig. Auf den Weg gebracht hatten wir die Ausbildung aufgrund der Erfahrungen mit der Ganztagsschule, die in RLP im Jahr 2002 als einem der ersten Bundesländer eingeführt worden war. Es wurde immer mehr deutlich, dass sich Sport im Ganztag wesentlich von Sport im Verein unterscheidet. Um Übungsleiter besonders für die pädagogischen Herausforderungen an Ganztagsschulen fit zu machen, entstand in Kooperation mit dem Bildungsministerium dieses neue Ausbildungsformat. Inzwischen haben auch andere Bundesländer ähnliche Ausbildungsformen etabliert.

Wie viele Übungsleiter sind in den vergangenen zehn Jahren ausgebildet worden?
Bei uns sind exakt 214 Absolventen registriert. Weitere 230 Übungsleiter haben darüber hinaus jährliche Fortbildungsmaßnahmen durchlaufen.

Gemessen an der Zahl der mehr als 6.000 rheinland-pfälzischen Sportvereine ist das ja eine überschaubare Zahl an Übungsleitern, die sich speziell für die Ganztagsschule hat ausbilden lassen wollen, oder?
Das stimmt sicherlich. Aktuell wird dieses Ausbildungsformat von einer relativ kleinen Personengruppe genutzt. Das sind Leute, die Interesse an diesen pädagogischen sportartübergreifenden Themen haben. Oft sind es erfahrene Übungsleiter, die sich besonders für die Ganztagsschule fit machen wollen. Alle Absolventen empfinden diese Ausbildung als sehr wertvoll für ihre praktische Arbeit. Aber man darf eines dabei nicht vergessen: Als Eingangsqualifikation, um in der Ganztagsschule arbeiten zu dürfen, reicht bereits die Übungsleiter-C-Ausbildung aus. Mit der derzeitigen Nachfrage von durchschnittlich 20 Teilnehmern pro Lehrgang sind wir durchaus zufrieden.

Wie sehen Sie die Zukunft dieser Ausbildung?
Wir werden damit nicht das generelle Problem der Gewinnung und Qualifizierung von Vereinsübungsleitern für die Ganztagschule lösen. Aber sie ist ein wichtiger Baustein in diesem Themen- und Handlungsfeld und könnte künftig noch interessanter werden, wenn eine Honorierung in Abhängigkeit von der Qualifizierung im Ganztag durchgesetzt werden würde.

Was gibt es sonst noch zu sagen?
In diesem Jahr haben die Absolventen zum ersten Mal auch die Möglichkeit erhalten, einen Prüferausweis für das Deutsche Sportabzeichen zu beantragen. Wir erhoffen uns dadurch eine Win-Win-Situation für den Schulsportabzeichen-Wettbewerb.