Rheinland-Pfälzischer Sport hilft in Afrika

Erlebnisreiche, tiefgreifende und anstrengende Projektreise nach Ruanda und Burundi

Ein herausragender Beitrag des LSB: die Schaffung des Jugendzentrums Kimisagara, das täglich von über tausend Kindern und Jugendlichen besucht wird. Foto: K. Portz20 Teilnehmer und Betreuer der Fairplay-Tour der Großregion hatten sich am 26. Juli auf den Weg gemacht, um bis zum 2. August in Ruanda und Burundi verschiedene Projekte der Welthungerhilfe und von Don Bosco zu besuchen. Im Rahmen der anstrengenden und teilweise sehr staubigen Reise konnten sich die Mitreisenden von der Qualität der bisher umgesetzten Schulprojekte an vier verschiedenen Standorten in Ruanda überzeugen. Hier haben der rheinland- pfälzische Sport und die Deutsche Welthungerhilfe gemeinsam mit dem Partnerschaftsbüro und den Kräften vor Ort eine sehr gute Arbeit geleistet.

Die Tour war in Zusammenarbeit mit der Welthungerhilfe geplant worden und wurde teilweise von einem Mitarbeiterteam der Welthungerhilfe begleitet. Die Gesamtplanung und Abwicklung der Reise lag in Händen der Europäischen Akademie des rheinland-pfälzischen Sports, die diese Reise aus Anlass der 20. Auflage der Fairplay-Tour der Großregion initiiert hatte. Auch wenn die Armut in den abgelegenen Gebieten immer noch gravierend ist, so sind doch in vielen Bereichen Fortschritte feststellbar. Die Situation an den Schulen hat sich sowohl in den Klassenräumen als auch in Bezug auf die Hygiene, teilweise bei den Sportanlagen und im Ernährungsbereich sehr stark verbessert.

In der Don Bosco Technical School in Kigali wurde die Delegation von Institutsleiter Pater Jean-Pierre herzlich begrüßt. Er führte die Gruppe gemeinsam mit Adrian Wirtz – der dort ein Freiwilligenjahr absolviert – und seinem Team durch die Einrichtung, die der beruflichen Ausbildung in handwerklichen Bereichen und gleichzeitig samstags Treffpunkt mehrerer tausend Jugendlicher zur sportlichen Betätigung im Fußball, Volleyball, Basketball und Akrobatik dient. Am letzten Tag gab es hierzu eine beeindruckende Vorführung.

Zusätzlich wurde das Anliegen der Welthungerhilfe, künftig hauptsächlich im Norden Burundis Projekte zu fördern, durch einen kurzen Ausflug dorthin tiefgehend und anschaulich vermittelt. Die Armut und auch die sonstigen Zustände sind in Ruandas Nachbarland noch viel bedrückender. Der zweistündige Aufenthalt zur Abwicklung der Formalitäten an der Grenze, die Sicherung der nächtlichen Reise und die ständige Begleitung durch den Staatssicherheitsdienst bei den Projektbesuchen verstärkten den bedrückenden Eindruck im landschaftlich schönen Projektgebiet. In allen Projekten und Einrichtungen in den beiden Ländern wurde die Reisegruppe jedoch sehr herzlich empfangen, die Projekte wurden umfangreich vorgestellt und erläutert. Kinder und Lehrer präsentierten sich mit ausführlichen und tollen gesanglichen, tänzerischen und sportlichen Darbietungen. Helmut Loenenbach erklärte als Delegationsleiter jeweils den Lehrern und Schülern und auch den politischen Vertretern, wie die Spendengelder für die Hilfsprojekte gesammelt worden waren. Er wurde maßgeblich unterstützt von den langjährigen Tourbegleitern Kaspar Portz und Karl Josef Roth sowie Niklas Breiling und Kilian Werdermann von der Europäischen Sportakademie.

Die Reisegruppe überreichte auch Präsente in Form von Bällen, Trikots und Volleyballnetzen, gesponsort von Sport Simons, dem LSB und Vereinen der Region. Außerdem 15 neue Knieschonersätze für die Volleyballer des Don-Bosco-Zentrums, gesponsert vom Förderverein Sport in Bekond – die Mannschaft spielt demnächst um den East African Cup der High-Schools. Pater Jean-Pierre von der Don Bosco Einrichtung erhielt zusätzlich eine direkte finanzielle Unterstützung in Höhe von 200 Euro von „Bekond aktiv – gemeinsam gegen den Hunger“ zur Förderung der handwerklichen Ausbildung Jugendlicher.

Die Reisegruppe besuchte auch das nationale Genozid-Denkmal Ruandas in Kigali. Das Denkmal und die darin gezeigte Ausstellung machte die Teilnehmer sehr betroffen und zeigt auf, welche gravierenden Folgen Ausgrenzung und Hass gegen andere Bevölkerungsgruppen haben können und wie der ruandische Staat und die Bevölkerung damit umgehen. Ein Besuch im Partnerschaftsbüro, eine kurze Stadtbesichtigung in Kigali, eine umfangreiche Safarifahrt durch den Akagera-Nationalpark und der Besuch eines öffentlichen Marktes rundeten das umfangreiche, tiefgehende und intensive Programm ab.

Die Teilnehmer haben die Kosten dieser Reise selbst getragen. Die Schüler, Azubis und Studenten unter 25 Jahren erhielten einen Zuschuss in Höhe von 200 Euro vom Land Rheinland-Pfalz. Sie ertrugen viele Flug- und staubige Busreisestunden und machten dabei tiefgreifende Erfahrungen. Sie haben nun Zeit, die Eindrücke und Erlebnisse der Reise in diese fremde Welt aufzuarbeiten.