Der Sport in Rheinland-Pfalz trauert um Heiner Breyer

Langjähriges Präsidiumsmitglied des LSB und Ex-Sportchef der "Rheinpfalz" im Alter von 89 Jahren verstorben / Platz für ein Stück Trauer um einen besonderen Menschen

Verstarb im Alter von 89 Jahren: Heiner Breyer. Foto: LSB-ArchivHeiner Breyer ist tot. Fast 90 Jahre ist er geworden. Nach dem Fernsehmann Fritz Danco, der vor einigen Wochen von uns ging, ist wieder einer der profilierten Sportjournalisten des Landes nicht mehr unter uns. In den 1950 er Jahren  kam er zur  Ludwigshafener Tageszeitung „Die Rheinpfalz“. Hier lernte er, was ein guter Journalist braucht, hier war er – zusammen mit Volker Schröter – über Jahrzehnte der Sportchef. Mitten hinein in die großen Jahre seines geliebten FCK fiel seine Arbeit. Nicht weit von Fritz Walter entfernt, der, wie Breyer, aus Mannheim stammte und auch in Alsenborn seine Heimat gefunden hatte. Zusammen mit seiner Frau Ellen, mit der er mehr als 65 Jahre verheiratet war, war Heiner Breyer glücklich in seinem Alsenborn. Er verehrte die Weltmeister von 1954, er war zugleich ihr Freund und doch gab es immer eine gewisse Distanz, die aus Respekt und zeitloser Bewunderung bestand.

Keine Berührungsängste hatte der großartige Journalist mit seinen Ehrenämtern im Sport. Egal ob beim Sportbund Pfalz oder viele Jahre in der Pressearbeit des Südwestdeutschen Fußballverbandes. Er fühlte sich nicht in seiner journalistischen Unabhängigkeit beeinträchtigt oder gar korrumpiert. Für ihn war das Ehrenamt wichtig, weil er aus seinem Beruf heraus vieles einbringen  konnte. Beispielsweise in die Aus- und Weiterbildung ehrenamtlicher Pressereferenten der Vereine.


1971 kam er ins Präsidium des Landessportbundes Rheinland-Pfalz. Bis 1988 war er für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Jahre des Umbruchs waren es. Neue, junge Köpfe kamen in den Sport. Kluge und streitbare wie Breyer oder Ingrid Mickler-Becker, Norbert Müller, Heinz-Dieter Drewitz. Sie veränderten den Sport, schufen neue Themen und setzten sie um. Heiner Breyers Wirken ist mit der Entwicklung der Zeitschrift „Sport in Rheinland-Pfalz“ – heute „SportInForm“ – eng verbunden, auch mit der Einführung der LSB-Wettbewerbe für Vereinszeitschriften oder Jubiläumsschriften der Vereine sowie mit der ausbildungsmäßigen Verankerung des Themas Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Und als der LSB Mitte der 1980er Jahre nationales Aufsehen mit seinem Einstieg in das von Ludwigshafen ausgehende Privatfernsehen erlangte, war der Zeitungsmann Breyer an der Seite derer, die das Wagnis im Bereich der elektronischen Medien wollten. Unter drei LSB-Präsidenten hat er gearbeitet: August Zeuner, Eugen Müller und Rolf Weiler. Sie schätzten an Breyer sein Wissen und seine Art, sich nicht wichtiger zu nehmen als die Sache. Er war für die Galerie ungeeignet, seine Mission lag in den Bereichen Denken und Arbeiten. 

Lange schon hat er sich zurückgezogen aus der Welt der Sportverbände. Offiziell und vom Mandat her. In Wirklichkeit war er immer da, wenn er gebraucht wurde. Dabei wollte er niemanden etwas wegnehmen.  Manchmal sprach er so langsam, dass man nachfragen musste. Er wollte nicht laut sein. Von der Sorte gab es immer schon genug. Heiner Breyer, der stille, eindringliche Macher, war für den Sport unfassbar wertvoll. Ein großartiger Mensch war er. Kurpfälzer aus Alsenborn. Einer wie der große Fritz: zeitlos genialer Antistar. Obwohl er lange schon keine Ämter mehr inne hatte, fehlte er doch. Jetzt ist er nicht mehr da. Platz für ein Stück Trauer um einen besonderen Menschen.