Mit Konflikten des Alltags umgehen lernen

Auch der sechste Friedensworkshop des LSB in Ruanda ist ein voller Erfolg

Mit Begeisterung bei der Sache: Den großen und kleinen Teilnehmern war der Spaß an der Bewegung anzumerken. Foto: Koordinationsbüro KigaliSeit 1984 ist der Landessportbund in der Aus-und Fortbildung von Sportlehrern, Übungsleitern und Jugendbetreuern in Ruanda aktiv. Bereits in seiner sechsten Auflage wurde jetzt das Seminar Sport4peace unter der Leitung von LSB-Ausbilder Daniel Hertzler mit Unterstützung der Lotto Stiftung Rheinland-Pfalz und des Ministeriums des Innern für Sport und Infrastruktur und in Zusammenarbeit mit dem Partnerschaftsverein Rheinland-Pfalz/Ruanda durchgeführt.

Von 23. bis zum 28. Oktober wurde der sechstägige Workshop, bei dem 20 Sportlehrer und zwei Sportlehrerinnen aus ganz Ruanda nach Kigali eingeladen waren, durchgeführt. Die Rolle des Sports im Umgang mit den Konflikten des Alltags war einmal mehr eines der zentralen Themen. Entspannte Ballspiele lockerten die Atmosphäre und Teilnehmer wie auch Referenten lernten sich gegenseitig kennen. Die Teilnehmer freuten sich darauf, sich in dem Workshop praktischen Methoden im Sport und im Bereich der Friedenserziehung sowie Gewaltprävention für die Umsetzung im Schulbetrieb anzueignen. Damit jeder Teilnehmer den Modulen folgen konnte, wurden diese in die Landessprache Kinyarwanda übersetzt.

Die Praxis- und Theorieeinheiten, die Sozialkompetenz, Konfliktfähigkeit sowie Methoden der Gewaltprävention vermittelten, erfüllten diese Erwartungen. Eine Reihe von Übungen zum „Alternatives to Violence“-Programme (AVP) zeigte den Teilnehmern, wie es ist, ausgegrenzt und diskriminiert zu werden. Unter dem Motto „Eine Woche in Kigali, ein ganzes Jahr in der Gemeinde“ wurden die Lernmethoden zusammengestellt. Wichtig für die Nachhaltigkeit des Projekts war es, dass die Spiele und Übungen mit wenig Materialaufwand stattfanden, sodass die Sportlehrer diese Methoden auch einmal an ihren Schulen anwenden können.

Am letzten Tag trotzten die Teilnehmer dem heftigen Regen und richteten das Highlight des Workshops aus – ein großes, selbständig durchgeführtes Spielfest. Durch laute Musik sowie Nachrichtenboten animierten die Protagonisten eine Vielzahl von Kinder, bei dem Fest aktiv mitzumischen. Innerhalb kürzester Zeit versammelten sich 150 Jungen und Mädchen auf dem Sportgelände. Alle teilnehmenden Lehrer wurden mit einem Zertifikat ausgezeichnet und erhielten als Belohnung jeweils einen Ball für ihre Schule.

Von großer Bedeutung für die Organisatoren war es, dass den Teilnehmern jederzeit ausreichend Möglichkeiten geboten wurden, um Rückmeldungen und persönliche Anliegen weiterzugeben – sodass dieses Projekt auch im kommenden Jahr wieder einen wichtigen Beitrag zum Frieden in Ruanda leisten kann.