„Erfolgsgeschichte fortschreiben“

Spitzensportförderung der Polizei RLP feiert zehnjähriges Bestehen / 39 Asse bei Jubiläumsfeier in Mainz geehrt

Ausgezeichnete Vorbilder: Ruderer Timo Piontek, Langstreckenschwimmerin Angela Maurer, Judoka Barbara Bandel und Bahnradsprinterin Miriam Welte (v.l.) im Gespräch mit Moderator Holger Wienpahl. Foto: Polizei RLPEin Hoch auf die rheinland-pfälzische Polizei – denn dort gibt es jede Menge toller Talente. Darunter auch zahlreiche herausragende Spitzensportler. Die besten Polizeisportler der Jahrgänge 2015 und 2016 wurden jetzt  in der Aula der Bereitschaftspolizei in Mainz-Hechtsheim im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung „10 Jahre Spitzensportförderung der Polizei Rheinland-Pfalz“ geehrt.

„Die Sportfördergruppe besteht seit zehn Jahren“, freute sich Günter Kern. Der Staatssekretär im Ministerium des Innern und für Sport, der die Ehrungen persönlich vornahm, würdigte die positive Entwicklung des Polizeisports in hohen Tönen.

Der Polizeisport nämlich zeige „jungen Menschen, die im Bereich des Spitzensports unterwegs sind, einen sicheren und lukrativen Weg in der beruflichen Entwicklung auf“. Kern dankte den Hessen, „weil sie es waren, die die Diskussion im Rahmen der Sportministerkonferenz 2005 aufgenommen haben“. Die Protagonisten aus dem Nachbarbundesland hätten damals „ein Zeichen gesetzt – nicht nur für Rheinland-Pfalz, sondern auch für andere Bundesländer“. 2007 habe Rheinland-Pfalz den Weg nach Hessen gesucht. Mit dem Ergebnis einer fruchtbaren Kooperation. Seitdem habe man pro Jahr bis zu vier rheinland-pfälzische Sportler in die Polizeisportgruppe aufgenommen und an der Hochschule für Polizei und Verwaltung in Wiesbaden beruflich ausgebildet. „Ohne die Unterstützung der hessischen Polizei wäre dies nicht möglich gewesen.“ Kern sprach von einer „beispielhaften Zusammenarbeit“. Genauso wichtig sei jedoch die enge Kooperation mit dem Landessportbund Rheinland-Pfalz. Bei LSB-Präsidentin Karin Augustin bedankte sich Kern „für eine offene und ehrliche Kommunikation“. Dass mit Jochen Borchert der Leiter der Geschäftsstelle des Polizeisportbeauftragten seit 18. Juni 2016 als LSB-Vizepräsident für Leistungssport fungiere, sei ein Glücksfall. „Wir können aber nur die Grundlagen liefern – für die Leistungen sind unsere Beamtinnen und Beamte selbst verantwortlich“, betonte Kern. „Viele haben die Chance genutzt, die dieses attraktive Angebot der Dualen Karriere bietet.“

Wobei es sehr schwierig sei, intensive Trainings- und Wettkampfzeiten mit guten Prüfungsergebnissen zu verbinden. Aktuell umfasse die Sportfördergruppe 20 Mitglieder. 17 davon seien noch in der Ausbildung, die viereinhalb Jahre dauere. Angela Maurer, Miriam Welte oder Kai Kazmirek hätten ihr Studium schon vor einigen Jahren abgeschlossen, gehörten aber noch immer „zur sportlichen Leistungsspitze“, so Kern. Zwölf Polizeibeamte hätten einmal der Sportfördergruppe angehört und seien nach ihrem Ausscheiden in den normalen Polizeidienst integriert worden. „Sie sind der beste Beweis dafür, dass dieses Konzept in der Vergangenheit erfolgreich funktioniert hat und wir sind uns sicher, dass es auch in Zukunft funktioniert“, so Kern. Insgesamt sind in den vergangenen zehn Jahren 32 Sportler aus zwölf verschiedenen Sportarten – von A wie Aerobic bis T wie Trampolinturnen – in den Genuss der Sportförderung durch die rheinland-pfälzische Polizei gekommen.

Klar ist nach Aussage des Staatssekretärs, dass man Erfolge nicht nur an Medaillengewinnen messen könne. Doch die Bilanz der Sportfördergruppe sei mit sechs Olympia-Teilnahmen, zwei Olympiamedaillen (Gold und Bronze), 18 WM-Medaillen, zwei Weltcup-Gesamtsiegen, sieben EM-Titeln, 34 DM-Titeln sowie sieben Goldmedaillen bei Europäischen Polizeimeisterschaften „eine stolze“, wie Kern urteilte. Die Spitzensportler seien echte Vorbilder, die Nachwuchsathleten animieren würden, es ihnen gleich zu tun.

Dr. Axel Henrichs, stellvertretender Direktor der Hochschule der Polizei RLP, sprach von den Bandels, Ziemanns und Pionteks als „sympathischen Botschaftern für die rheinland-pfälzische Polizei“. Bahnrad-Olympiasiegerin Miriam Welte hatte extra „den Weltcup abgesagt, weil ich mich bei der Polizei und beim Land bedanken wollte – denn ohne diese Unterstützung hätte ich meine Erfolge nicht einfahren können“. Henrichs erläuterte, dass „unsere Studierenden gute Vorbilder brauchen, die zeigen, dass Leistung und Leistungsbereitschaft erstrebenswert ist“. Sportive Polizisten seien wichtiger denn je. „Die Verfolgung eines Flüchtigen zu Fuß oder die Rettung eines Ertrinkenden muss heute auch sichergestellt sein“, sagte Henrichs. „Sport ist eine Lebenseinstellung.“ Es gehe darum, „ein Bewusstsein für den Körper zu entwickeln“ und Tugenden wie Disziplin, Teamgeist, gegenseitiges Verständnis, Engagement und Durchhaltevermögen zu leben. „Die Spitzensportförderung bei der Polizei in Rheinland-Pfalz ist eine Erfolgsgeschichte und sollte fortgeschrieben werden.“

Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde von der Combo des Landespolizeiorchester RLP und Sängerin Lisa-Marie Bender, die mehrere bekannte Olympiasongs interpretierte. Für die Showacts sorgten mit Aerobicturner Paul Engel und Karateka Sophie Graf mit Ausschnitten aus ihren Wettkampf-Choreografien sowie Ulrich Koch von der Hochschule der Polizei, der die Randsportart Chanbara vorstellte, drei Protagonisten aus dem Kreis der ausgezeichneten Polizeisportler.

Folgende Sportlerinnen, Sportler und Funktionäre wurden in insgesamt sechs Ehrungsrunden ausgezeichnet:
Barbara Bandel, Philipp Boschen, Marco Müller, David Taser (alle Judo), Kai Kazmirek (Zehnkampf), Angela Maurer (Freiwasserschwimmen), Moritz Moos, Timo Piontek, Maximilian Bierwirth (alle Rudern), Miriam Welte (Bahnradsprint), Sophia Attilo, Christina Spindler, Franz Pauly (alle Gewichtheben), Paul Engel (Aerobic), Sören Kah, Thomas Wittwer, Andreas Sarter (alle Crosslauf), Roland Steinke (Beachvolleyball), Florian Thünemann, Eric Ceglowski (Schießen), Christian Cordel (Schwimmen), Dominik Kopyto, Thomas Wald, Michel Ziemann (alle Rettungsschwimmen), Silva Müller, Martin Gromowski (beide Trampolinturnen), Sylvia Weirich (Kegeln), Sophia Graf (Karate Kata), Marian Griebel (Rallyesport), Stefan Kraus (Schießen), Andrea Otremba (Ju-Jutsu), Natalie John (Kickboxen), Sabine Schmitt (Marathon), Sebastina Schultz (Hochsprung), Ulrich Koch (Chanbara), Iris Schneider (Diskuswurf), Hans-Josef Görres (Betreuer Frauenfußball), Bodo Vogel (Kampfrichter Fechten).