Strategien für Duale Karriere entwickeln

Info-Veranstaltung am Kaiserslauterner Heinrich-Heine-Gymnasium stößt auf reges Interesse

In einer „dualen Karriere“ müssen Spitzensport und teilweise mehrmaliges Training am Tag, mehrtägige Trainingslager und Wettkämpfe mit Ausbildung, Studium oder Beruf kombiniert werden. Foto: LSB/iStockSchon in einer Eliteschule des Sports ist es nicht einfach, Schule und Hochleistungssport erfolgreich zu verbinden. Aber nach der Schule wird es erst richtig schwer, denn nur wenige Sportarten können professionell betrieben werden. Also müssen in einer „dualen Karriere“ Spitzensport und teilweise mehrmaliges Training am Tag, mehrtägige Trainingslager und Wettkämpfe mit Ausbildung, Studium oder Beruf kombiniert werden. Diese Herausforderung stellt sich für alle Hochleistungssportler, die nicht mit dem Schulabschluss ihre leistungssportliche Karriere beenden wollen. Darum ist es unverzichtbar, sich schon während der Schulzeit über die Zeit danach zu informieren und Strategien für eine duale Karriere zu entwickeln. Das Kaiserslauterner Heinrich-Heine-Gymnasium (HHG) hatte zu einer Infoveranstaltung geladen.

Als Eliteschule des Sports und des Fußballs tat das HHG mit diesem neuen Veranstaltungsformat einen wichtigen Schritt zur noch besseren Information seiner Sportschüler. In kompakter Form informierten vier kompetente Referenten aus verschiedenen Perspektiven die Sportschüler ab der neunten Klasse über die duale Karriere für Leistungssportler.

Frank Grimm, Laufbahnberater am Olympiastützpunkt Rheinland-Pfalz/Saarland, gab einen Überblick über Möglichkeiten der dualen Karriere in Deutschland, Möglichkeiten von Freiwilligendiensten, Ausbildung, Studium und Förderung bei Polizei, Bundeswehr oder Bundesgrenzschutz. Er machte deutlich, wie wichtig eine langfristige Laufbahnplanung neben dem Sport auch im Bereich von Studium, Ausbildung und Beruf ist und bot seine Beratung als Laufbahnberater an.

Dr. Claudia Reidick, Dozentin im Fachgebiet Sport an der Technischen Universität Kaiserslautern, stellte die Möglichkeiten des Studiums an ihrer TU als eine Partneruniversität des Leistungssports dar. Als Bronzemedaillen-Gewinnerin im Hürdensprint bei den Olympischen Spielen in Seoul kennt sie die Schwierigkeiten der Verbindung von Studium und Hochleistungssport aus eigener Erfahrung. Reidick zeigte, wie die Hochschule durch Flexibilisierung und Streckung einen wichtigen Beitrag zum erfolgreichen Nebeneinander von Studium und Hochleistungssport leisten kann. Ein werbender Hinweis auf das Sportstudium an der TU Kaiserslautern und geplante neue Studiengänge im Bereich Gesundheit – für Leistungssportler eine interessante Perspektive – durften da nicht fehlen.

Scholarbook ist eine kommerzielle Agentur, die Sportstipendien für Leistungssportler an amerikanischen Colleges vermittelt. Simon Stützel, ehemaliger Langstreckenläufer und Gründer von Scholarbook, zeigte die faszinierenden Sportmöglichkeiten an amerikanischen Colleges auf. Er selbst konnte sie bei einem Studium in den USA erleben. Gerade für Tennisspieler, Fußballer und Mountainbiker ist hier eine tolle Kombination von internationalem Studium und Hochleistungssport möglich. Christine Schäfer-Dennert, Mutter zweier Söhne, die am HHG Abitur gemacht haben, schilderte die positiven Erfahrungen ihrer Fußball spielenden Söhne in den Staaten.

Jochen Borchert, hauptamtlich als Polizeihauptkommissar für die Spitzensportförderung bei der Polizei Rheinland-Pfalz verantwortlich, ist zugleich als ehrenamtlicher LSB-Vizepräsident für Leistungssport an zentraler Stelle für die leistungssportliche Förderung von Verbänden und Vereinen in Rheinland-Pfalz tätig. Borchert zeigte eindrucksvoll auf, wie die Polizei eine gute Ausbildung, einen sicheren Arbeitsplatz und hochleistungssportliches Training ermöglicht. Miriam Welte, ehemalige HHG-Schülerin und Teamsprint-Olympiasiegerin 2012 in London sowie Zehnkämpfer Kai Kazmirek, Zweiter bei der Leichtathletik-WM 2017, sind prominente Beispiele für die gelungene Förderung.

Zu Beginn waren die Radsprinter Timo Bichler und Elias Edbauer für den Gewinn der Silbermedaille im Teamsprint bei der Rad-WM im italienischen Montichiari geehrt worden. Fazit: Eine sehr gelungene interessante Veranstaltung, der die Schüler, einige Eltern und Lehrer mit gespannter Aufmerksamkeit und Gewinn folgten.