„Das Grüne Band“ 2017: USC Mainz und Mainz Athletics prämiert

5.000 Euro für vorbildliche Talentförderung und großes Lob von einer Olympiasiegerin / Feierstunde in der Frankfurter Commerzbank-Arena

Bestens aufgelegt: Die Abordnung des USC Mainz mit zahlreichen Nachwuchsassen sowie USC-Koordinator Leistungssport Harry Letzelter (l.), LSB-Präsidentin Karin Augustin (2.v.r.) und Sportbund Rheinhessen-Vizepräsidentin Nicole Muth (3.v.r.). Foto: pa/ChristesOlympisch, klassisch, trendy, gesellig: Die ganze Vielfalt des Sports strahlte, als in festlichem Rahmen in der Frankfurter Commerzbank-Arena sieben Klubs aus Hessen, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz mit dem „Grünen Band für vorbildliche Talentförderung im Verein“ ausgezeichnet wurden. Zu den diesjährigen Gewinnern des begehrten Förderpreises und der damit verbundenen Prämie in Höhe von 5.000 Euro zählten auch der Baseball- und Softballclub Mainz Athletics und die Leichtathletik-Abteilung des USC Mainz.

Sie alle haben in den letzten Jahren besondere Leistungen in der Nachwuchsarbeit erbracht und sich damit die traditionsreiche Auszeichnung verdient. Das „Grüne Band“ wird mittlerweile bereits im 31. Jahr vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und der Commerzbank vergeben. Alle geladenen Aktiven, Trainer und Funktionäre der sieben Gewinner repräsentierten die Bandbreite der insgesamt 50 Vereine aus den olympischen und nicht-olympischen Sportarten, die von der Jury bedacht wurden. Die Trophäen überreichte ihnen dem Anlass entsprechend eine echte Ausnahme-Athletin: Sabine Spitz, Olympiasiegerin, Weltmeisterin und zig-fache Deutsche Meisterin auf dem Mountainbike. Seit diesem Jahr ist die Profiradsportlerin zudem Botschafterin des „Grünen Bandes“.

Die fünfköpfige Jury der Initiative nahm sowohl die sportlichen als auch die sozialen Erfolge der Bewerber unter die Lupe. Die Verantwortlichen des Vorzeigeprojekts deutscher Sportförderung achten auf mehrdimensionale Konzepte, Nachhaltigkeit und soziale Kompetenz. Die ausgezeichneten Vereine eint ihre ambitionierte und akribische Nachwuchsarbeit – und der erfolgreiche Transfer der Talente in den Erwachsenenbereich. Ihre Erfolge sind meist ‚hausgemacht’ und belegen, dass es sich lohnt, in die Förderung von Jugendlichen zu investieren.

In Feierlaune: Die Delegation der Mainz Athletics mit LSB-Präsidentin Karin Augustin (l.), Sportbund Rheinhessen-Vizepräsidentin Nicole Muth (3.v.r.), A´s-Präsident Hartmut Schäfer (4.v.r.) und A´s-Managerin für besondere Aufgaben Christine Pohl (2.v.r.). Foto: pa/ChristesDie Mainz Athletics feierten im Herbst 2016 am selben Tag die Deutsche Meisterschaft ihres Bundesliga- und Nachwuchsteams. Die A´s haben inzwischen Jugendmannschaften bis hinunter ins ‚Bambini-Alter’. Je sechs Lizenztrainer und Übungsleiter sind im Einsatz. Zwei Landes- und sieben Bundeskader zählten die Mainzer zur Zeit der Bewerbung. „Zweimal schon, 1994 und 2004, hatten die Athletics das ‚Grüne Band bereits gewonnen“, sagte Karin Augustin, Präsidentin des LSB Rheinland-Pfalz und Mitglied der Jury, in ihrer Laudatio. Preis Nummer drei war also quasi überfällig, als die Mainzer sich im Frühjahr 2017 beworben haben. Die zehn Jahre waren schließlich um. Der Zeitpunkt aber war ideal: Im Herbst 2016 – am selben Abend – hatte das Bundesliga- und das Jugendteam die Deutsche Meisterschaft gewonnen. Besonders der Nachwuchs auf spektakuläre Art und Weise, mit einem atemberaubenden Comeback. Gegen Regensburg lagen die 14 männlichen und zwei weiblichen Athletics scheinbar hoffnungslos zurück, machten aus einem 1:10-Rückstand aber noch einen 22:21-Sieg. Augustin wörtlich: „Das war weder Zufall, noch eine Momentaufnahme: Die Mainzer haben herausragende Konzepte, insbesondere in der Nachwuchsarbeit.“

Der USC Mainz ist nun zweimaliger Preisträger und eine der führenden Talent- und Medaillenschmieden der Leichtathletikszene. National wie international landen die Rheinland-Pfälzer regelmäßig auf dem Siegertreppchen. Der Universitätsclub schöpft aus einem riesigen Repertoire: Er zählte im Frühjahr 2017 587 Leichtathleten, darunter 423 Kinder und Jugendliche. Im Zeitraum 2014 bis 2016 stellte der USC 66 Landes- und Bundeskader. 31 Lizenztrainer sind für ihre Entwicklung verantwortlich. Die Mädels der 4x400 Meter-U20-Staffel von Trainerin Stefanie Bernhart hatten mit deutscher Saisonbestleistung in der Besetzung Luise Pecht, Lea Kahlert, Jana Radke im Vorlauf, Clara Mohr im Finale und EM-Teilnehmerin Friederike Kallenberg bei der DM in Erfurt Gold geholt. „Solche Auftritte haben beim USC Tradition“, schwärmte Augustin. „Seit vielen Jahren landen die Mainzer bei nationalen und internationalen Titelkämpfen immer wieder auf dem Treppchen. Olympia-Starter wie Weitspringerin Alexandra Wester, inzwischen beim ASV Köln, oder Speerwerfer Julian Weber stehen für die vorbildliche Talentförderung des USC.“ Bestes Beispiel sei auch Niklas Kaul, der im Sommer U20-Europameister im Zehnkampf wurde und dabei so nebenbei noch einen neuen Weltrekord aufstellte. Manuel Wagner und Tomas Janda sind weitere Toptalente mit glänzenden Perspektiven, die es sich wie Kaul nicht hatten nehmen lassen, bei der Feierstunde in der Commerzbank-Arena persönlich dabei zu sein.

Von einer „tollen Auszeichnung für zwei unserer Vereine“ sprach Wolfgang Bärnwick, Präsidiumsmitglied mit Ressort Vereinsentwicklung beim Sportbund Rheinhessen. „Beide engagieren sich in der Jugendarbeit seit Jahren auf allerhöchstem Niveau. Herzlichen Glückwunsch für diese verdiente Ehrung – und weiter so!“