Judo: Bei Kata-Meisterschaften in Montabaur geht es um die Grammatik der Sportart

Krönender Abschluss: Die Übergabe des Wanderpokals durch Ernst Elenz (3.v.r.) an die siegreichen Judokas. Foto: Sportfreunde MontabaurJudo ist eine japanische Kampfsportart, deren technisches Prinzip (Sei-Ryoku-Zen-Yo) und das moralisches Prinzip (Ji ta kyo ei). Für den Begründer des Judo, Professor Kanō Jigorō (1860–1938), die Prinzipien: bester Einsatz von Geist und Körper, zum gegenseitigen Helfen, wechselseitigem Fortschritt, zum beiderseitigen Wohlergehen Grundlage der neuen Kampfsportart Judo, auch als sanfter Weg oder Siegen durch nachgeben bezeichnet. Heute ist Judo die am weitesten verbreitete Kampfsportart der Welt und seit 1964 olympische Disziplin. Die traditionellen Säulen des Judo sind auf Japanisch „Kata“ (Üben nach Vereinbarung), Randori (Übungskampf) und Shiai (Wettkampf). Kata ist die stilisierte Form des Kampfes gegen einen oder mehrere imaginäre Gegner mit festgelegter Serie von Techniken, vergleichbar etwa mit der Pflichtvorführung beim Eiskunstlauf. In der Kreissporthalle Montabaur fand die Kata-Meisterschaft der Landesverbände Pfalz, Rheinland und Saarland mit 35 Kata-Paaren in den unterschiedlichsten Kata statt. Die Meisterschaften wurden vom Vorsitzenden der Sportfreunde Montabaur und Bundeskampfrichter Kata Ernst Elenz (6. Dan, rot-weißer Gürtel) und dem Vizepräsidenten des JVR Eckhard Katluhn (5. Dan, schwarzer Gürtel) eröffnet. Neben den Paaren aus Pfalz, Rheinland und Saarland starteten noch sechs Paare aus anderen Landesverbänden außer Konkurrenz – unter anderem auch ein Paar aus Frankreich. Und so maßen sich in der Nage no Kata (Form des Werfens) in der U18 zwei Paare, in der Erwachsenenriege dieser Kata nahmen weitere 13 Paare teil. In der Nage Waza Ura no Kata (Form der Konterwürfe nach Kyuzo Mifune) stellten sich drei Paare den Kampfrichtern und in der Katame no Kata (Form der Kontrolle, auch Boden Kata) deren fünf. In der Kodokan goshin jutsu (Selbstverteidigungstechniken des Kodokan) starteten zwei Paare. Diese wurde von zehn Bude Meistern (Überbegriff für alle asiatischen Kampfsportarten) demonstriert. Bei der Ju no Kata (Form des Nachgebens oder der Geschmeidigkeit) waren drei Paare am Start, die Kime no Kata (Form der Entscheidung) ging mit einem Starterpaar über die Bühne. Mit dem Antritt dreier Paare in der Koshiki no Kata (Form der antiken Techniken) ging die Meisterschaft in ihre Schlussrunde.

Für manchen Judoka galt die Demonstration der Kata als Bestandteil der Danprüfung, denn Kata ist ein Prüfungsfach zu Judo Meisterprüfung, schwarzer Gürtel). Den Wanderpokal für den erfolgreichsten Verein sicherte sich erneut der JSV Speyer.