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Ju Jutsu: Offene RLP-Meisterschaften im Brazilian Jiu Jitsu in Wittlich / Team Matrix Kaiserslautern vor Martial Arts Dietz und Independent Ju Jitsu Boppard

Richtig zur Sache ging es bei den Offenen RLP-Meisterschaften in Wittlich. Foto: J. de la FuenteAuf der Matte stehen immer zwei Menschen. Jeder will gewinnen. Und nach dem Sieg einen weiteren holen. So lange, bis man ganz oben auf dem Treppchen steht. Bevor es losgeht, steht man an der Seite der Matte. Man wartet, bis der Schiedsrichter mit den Armen das Signal zum Betreten der Kampffläche gibt. Die Spannung steigt, es geht los. Ein kurzes Grüßen mit zwei sich leicht treffenden Fäusten in der Mitte der Matte. Dann kommt das lang ersehnte Kommando des Kampfrichters: „Combate“. Das wird „kom-bä-dsche“ gesprochen, ist portugiesisch und bedeutet so viel wie „Kämpft!“. Nun muss jeder seinen Gegner mit einer Wurftechnik zu Boden zu bringen und danach mit Techniken bzw. bestimmten Positionen Punkte sammeln. Oder so gut sein, dass durch eine Hebel- oder Würgetechnik der andere aufgibt. Klingt rabiat, ist es aber nicht, wenn es kontrolliert erfolgt. Und wenn der Druck steigt und es zu unangenehm wird, gibt der Gegner freiwillig auf. Hier wird nie der Gegner verletzt. Man will schließlich auch morgen noch miteinander kämpfen oder trainieren können. Das Aufgeben erfolgt durch das so genannte „Tappen!“ – man klopft mindestens zweimal hintereinander auf dem Gegner oder der Matte ab. Sollte nach Ablauf der Kampfzeit noch kein Sieger feststehen, beendet das Kommando „Parou!“ (portugiesisch „Stopp!“) oder „Stop!“ den Kampf. Dann ist derjenige der Sieger, der die meisten Punkte mit seinen Techniken gesammelt hat. Und das ist nicht so einfach, wie es aussieht.

Ohne Kopfarbeit kein Sieg. Der Ju-Jutsu Verband Rheinland-Pfalz trug jetzt in Zusammenarbeit mit der Coppa Brazilian Jiu Jitsu Association (PSV Wengerohr/Abteilung Ju-Jutsu) und dem Verein Jiu Jitsu Fusegi Kröv erstmals die Offene Rheinland-Pfalz Meisterschaft im Brazilian Jiu Jitsu (BJJ) im Eventum in Wittlich ausgetragen. Ziel war es, nicht nur für die in Deutschland noch wenig bekannte Sportart zu werben, sondern vor allem dem Nachwuchs eine Chance zu geben, Wettkampfluft zu schnuppern. So kamen viele Athleten vom sechsten Lebensjahr bis hin zum Erwachsenenalter zusammen, um sich zu messen. Beim BJJ für Kinder geht es darum, den Spaß an der Bewegung zu vermitteln. Im Training werden die Kleinen mit altersgerechten Spiel- und Übungsformen ans kontrollierte Raufen rangeführt. Beim spielerischen Kräftemessen lernen die Kinder den verantwortungsbewussten Umgang mit dem eigenen Körper, aber auch sich in einer körperlichen Auseinandersetzung außerhalb der Sporthalle kontrolliert zu behaupten. BJJ ist eine Kampfkunst, die darauf spezialisiert ist, den Gegner am Boden zu besiegen. Die im Training vermittelten Konzepte befähigen die Sportler dazu, dass nicht nur rohe Kraft entscheidet, sondern der Einsatz sauberer Techniken. So kann sich auch ein vermeintlich leichtes Opfer mit BJJ-Training oft gegen einen stärkeren oder schwereren Gegner ohne Kampfsportkenntnisse wehren. In der Selbstverteidigung versucht man in der Regel nie, in die Bodenlage zu gelangen, weil einem sehr viele Handlungs- und damit Verteidigungsmöglichkeiten genommen werden. Ist ein Kampf allerdings mal dort angelangt, ist wichtig, sich schnell, kontrolliert und mit optimaler Eigensicherung zu befreien. Der Bodenkampf ist für den Körper anspruchsvoll, weil alle Körperglieder gut koordiniert zusammenarbeiten müssen, der gesamte Körper und damit diverse Muskelgruppen beansprucht werden. Wer seine erste Trainingseinheit hinter sich gebracht hat, bei dem werden sich am nächsten Tag einige Muskeln bemerkbar machen, die ihm bis dato völlig unbekannt erschienen… Im Eventum kämpften 92 Teilnehmer um die Titel. In der Teamwertung landete das Team Matrix Kaiserslautern vor Martial Arts Dietz und Independent Ju Jitsu Boppard. Gleichzeitig fanden die ersten integrierten Para Meisterschaften in dieser Sportart statt.