Behindertensport: Top-Erfolge für Albrecht, Breitenberger und Tödter bei Tennis-Team-WM

Voll konzentriert: Heike Albrecht. Foto: DGS-ArchivVergleichbar mit dem Davis-Cup findet alle vier Jahre im Gehörlosensport der Dresse & Maere Tennis-Cup statt. Der prestigeträchtige Sportevent wurde diesmal im türkischen Antalya ausgetragen. Im Dresse Cup, dem Herren-Wettbewerb, starteten für Deutschland Urs Breitenberger, Hans Tödter (beide GSV Neuwied) und Sebastian Schäffer (GBF München). Für die Damen traten im Maere Cup Heike Albrecht (GSV Neuwied), Verena Fleckenstein (GTSV Frankfurt) und Vanessa Krieg (GBF München) an. Die deutschen Herren kamen mit drei Siegen und einer Niederlage als Gruppenzweite aus einer ausgewogenen ersten Runde. Sie schlugen die Teams aus Indien, Ungarn und Österreich und unterlagen den Briten. Das Halbfinale gegen Frankreich brachte die spannende Begegnung zwischen Breitenberger und Vincent Novelli, das Breitenberger nach hart umkämpftem ersten Satz gewann (6:7, 6:3, 6:0). Tödter holte mit einem 6:0 und 6:1 über Samuel Cazaux im zweiten Einzel schon die Entscheidung. Im Finale trafen die Deutschen erneut auf Großbritannien, gegen das sie in der Vorrunde verloren hatten. Auch die Einzel spiegelten hier die Vorrundenmatches wider: Breitenberger schlug Lewis Fletcher mit 6:3 und 6:0, Tödter unterlag Esah Hayat 0:6 und 2:6. Im Doppel setzten die Deutschen sich aber durch. Nach dem 6:4 im ersten Satz gerieten Breitenberger/Tödter in Bedrängnis, Fletcher/Hayat wollten sich nicht kampflos geschlagen geben. Ergebnis war ein 7:5 für das DGS-Team – und damit nach 15 Jahren erstmals wieder der WM-Titel für Deutschland.

Schwerster Gegner der deutschen Damen in der Gruppenphase war wie erwartet Taiwan mit der erfahrenen Chiu-Mei Ho, Nummer vier der Weltrangliste, und Chia-Wen Lin, der Nummer zwei. Albrecht brachte ihr Einzel gegen Lin, Deaflympicsiegerin von 2017, eindrucksvoll mit 6:2 und 6:0 durch. Vanessa Krieg unterlag Chiu-Mai Ho 0:6 und 1:6. Das Doppel ging knapp an die Asiatinnen. Albrecht/Fleckenstein verloren 5:7, 5:7 – und damit die Begegnung mit Taiwan. Als Gruppenzweiter rückten die deutschen Damen ins Halbfinale vor. Im Duell mit Frankreich gingen die Deutschen als Siegerinnen mit 2:1 vom Platz. Dabei rangen Aurelie Coudon und Marine Beney dem Duo Albrecht/Fleckenstein nur einen Satz ab. Zusammen mit Albrechts 6:4, 6:0 über Coudon genügte das für den Finaleinzug. Krieg unterlag Beney 0:6, 1:6. Die starken Taiwanerinnen hatten im Halbfinale kurzen Prozess mit Russland gemacht, beide Einzel souverän gewonnen und den Gegnerinnen das Doppel geschenkt. So trafen die deutschen Damen im Finale erneut auf Taiwan. Unglücklicherweise konnte Albrecht aus gesundheitlichen Gründen nicht antreten. Fleckenstein, die dadurch unerwartet das erste Einzel gegen Chia-Wen Lin spielte, gelang ein 6:3-Satzgewinn gegen die Topspielerin. Sie konnte ihr Spiel aber konditionell nicht durchhalten und verlor den zweiten und dritten Satz 0:6 und 2:6. Krieg unterlag Chiu-Mei Ho 1:6, 0:6. Auf die Doppelbegegnung verzichteten die Damen aus Taiwan. Silber im Maere Cup für Deutschland. Ein Ergebnis, das sich sehen lassen kann. Umso mehr sind der Titel und Vize-Titel der beiden deutschen Teams erneut ein Beweis dafür, dass die Tennis-Sparte im Deutschen Gehörlosen-Sportverband nach wie vor eine sichere Medaillenbank ist.