Tennis: Beim Bambini-Cup des TVR verraten die Talente ihre Erfolgsrezepte

Siegerin bei den U12-Mädchen: Jil Hassinger (TC Mülheim-Kärlich). Foto: TVRAm Ende wurde es spannend beim Bambini Cup, die letzten beiden Finalspiele der Jüngsten-Meisterschaften des Tennisverbandes Rheinland (TVR) gingen in den Matchtiebreak. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich ihn schlagen kann“, gestand Henri Luft vom SV Föhren, der den Entscheidungssatz Jungen U 9 gegen Clemens Müller (TC Hattert) nach 8:9-Rückstand noch zum 11:9 drehte. Fast gleichzeitig beendete auf dem benachbarten Platz Jil Hassinger (TC Mülheim-Kärlich) ihre Aufholjagd gegen die Neuwiederin Ana Hirth im entscheidenden Gruppenspiel der Mädchen U 12 mit einem 10:7-Matchtiebreak. „Nach dem 7:5 im ersten Satz ging bei mir die Konzentration nach unten“, erklärte Hirth. Die beiden Finalistinnen kennen und mögen sich, „wir treffen uns schon mal zu einem Trainingsspiel“, erzählte Hassinger, die auch gleich ihr Erfolgsrezept verriet: „Als ich den zweiten Satz mit weniger risikovollem Spiel 6:3 gewinnen konnte, habe ich mir in der Pause vor dem Tiebreak das Gesicht mit kaltem Wasser abgewaschen.“ Das mache sie häufig, „um mich wach zu machen“, und es half auch diesmal. Mit 55 Meldungen lag die Teilnehmerzahl beim Bambini Cup im Andernacher Tennistreff auf ähnlichem Niveau wie vor einem Dreivierteljahr. TVR-Präsident Ulrich Klaus zeigte sich zufrieden mit der Quantität und „beeindruckt von der Qualität“ dieser Titelkämpfe. „Es ist sehr erfreulich, dass es für alle Teilnehmer in jeder Klasse die Möglichkeit gab, mindestens zwei Spiele zu bestreiten“, hob er hervor. „In der Nebenrunde Jungen U 12 sind alle Verlierer noch einmal angetreten.“

In dieser AK wiederholte Finn Gerharz (TC BW Bad Ems) den Finalsieg gegen Julian Franzmann (TC BW Bad Kreuznach) mit einem platzierten Rückhand-Longlineball zum 6:4, 6:2. Rheinland-Pfalz-Freiplatzmeister Franzmann hatte im zweiten Durchgang sein Aufschlagspiel per Doppelfehler vorentscheidend zum 2:4 abgegeben, einige Ballwechsel später musste nach einem umstrittenen Grundlinienball Oberschiedsrichter Tobias Dommermuth eingeschaltet werden. „Wenn Emotionen reinkommen, verliert sich mancher für ein paar Spiele darin“, erklärte Landestrainer Sascha Müller. „Daran arbeiten wir im Mentaltraining, aber das ist ein langer Prozess.“ Dem Verbandscoach bietet der Bambini Cup stets die beste Gelegenheit, „auf die Entwicklung vor allem der Kleinsten zu achten“, wobei das Wettkampfverhalten unter besonderer Beobachtung steht. Mental voll auf der Höhe war nach eigener Auskunft Finn Gerharz in diesem Turnier, bei dem er mit seinem Sieg gegen Franzmann eine Serie fortsetzte. TVR-Jugendwart Michael Montada zeigte sich vom Endspiel-Niveau der Jungen U 12 angetan und lobte den 06er-Jahrgang: „Wenn man noch Noah Meister vom TC Höhr-Grenzhausen hinzuzählt, der erkrankt absagen musste, dann sind wir in dieser Altersklasse gut aufgestellt.“ Montada freute sich ebenso über ein gut besetztes Feld bei den jüngsten Mädchen. Auffällig: Auch in der Klasse Mädchen U 9 (verkürzte Sätze, Midfeld und orangefarbene Bälle mit wenig Druck) gab es, wie schon bei den Jungen, einen Erfolg des SV Föhren: Sarah Funk setzte sich gegen Amina Arndt vom VfL Bad Kreuznach mit 6:3, 6:4 durch. In der nächsthöheren Altersklasse dominierte der TC BW Bad Ems. Yannis Ross bezwang im Finale Jungen U 10 seinen Emser Vereinskameraden Christian Henkel mit 7:5, 6:4. Bei den Mädchen U 10 setzte sich Emily Eigelsbach aus Bad Ems im entscheidenden Gruppenspiel nach hartem Kampf dank ihrer läuferischen Qualitäten mit 7:6 (7:1), 7:5 gegen Onalee Wagner (TV Wincheringen) durch – und nannte anschließend ihr Rezept: „Wenn ich mich ärgere, setze ich meine Wut in den Aufschlag.“