Handball: Rheinhessischer Doppelerfolg beim Walter-Laubersheimer-Gedächtnisturnier

Der HVR-Nachwuchs (blaue Trikots) schwang in Idar-Oberstein den Taktstock – bei den Mädchen wie auch bei den Jungen. Foto: D. WaidnerEinen Doppelerfolg feierte der Handballverband Rheinhessen (HVR) beim 10. Walter-Laubersheimer-Gedächtnisturnier, das an Allerheiligen in Idar-Oberstein ausgetragen wurde. Sowohl die weibliche HVR-Auswahl des Jahrgangs 2005 als auch die männliche 2004er Auswahl blieben in jeweils drei Spielen gegen die benachbarten Landesverbände aus der Pfalz, dem Rheinland und dem Saarland ohne Punktverlust und sicherte sich den Sieg. „Ein Novum. Noch nie haben wir beide Konkurrenzen gewonnen, in den meisten Jahren sind wir gar deutlich hinterher gelaufen“, war HVR-Präsident Klaus Kuhn begeistert ob des starken Auftritts. „Beide Teams haben hervorragend gespielt und unseren Verband toll vertreten. Besonders die Mädchen haben große Fortschritte gemacht, nachdem sie 2017 in Ingelheim noch Letzter geworden sind.“ Die rheinhessischen Jungen hatten zwar schon im Vorjahr das Turnier gewonnen, damals aber nur wegen des besseren Torverhältnisses. Diesmal ließ der HVR-Nachwuchs keine Zweifel an seiner Überlegenheit.

Schon im ersten Spiel gegen das Rheinland setzten sich die Rheinhessen früh ab und gewannen 24:19. Noch überlegener präsentierte sich die Mannschaft von Auswahltrainer Jan Ludwig bei ihrem zweiten Auftritt gegen den Pfälzer Handballverband, der mit starken Abwehr, viel Tempo und variablem Angriffsspiel 27:11 überrollt wurde. Nachdem die Pfälzer sich durch ein 22:19 gegen das Rheinland Platz zwei sicherten, standen die rheinhessischen Jungs vor dem Duell gegen die punktlosen Saarländer als Turniersieger fest. Trotzdem geriet gerade dieses Spiel zur größten Herausforderung. Denn die von Weltmeister Christian Schwarzer betreute Saar-Auswahl hatte sich gut auf das starke Zusammenspiel des HVR-Rückraums mit dem bulligen Kreisläufer eingestellt und gestaltete die Begegnung ausgeglichen. Zur Pause lag der HVR 6:7 zurück, ehe er in der zweiten Halbzeit mit sechs Toren in Folge aus dem 7:8 ein 13:8 machte und dem 20:15-Erfolg entgegen steuerte. „Wir haben uns umgestellt, sind nach der Pause konsequent von Rechtsaußen eingelaufen und haben es mit zwei Kreisläufern in der Kleingruppe gelöst“, erklärte Ludwig die Wende, zu der auch eine aggressivere Abwehr und Torwart-Paraden beitrugen. Turnierorganisator Axel Schneider von der HSG Obere Nahe lobte die rheinhessische Auswahl für ihre hohe Ballsicherheit und gute Spielstruktur. „Wir haben hier schönen, schnellen Jugend-Handball gesehen. Die vielen Zuschauer haben für eine tolle Stimmung gesorgt“, freute sich Schneider. Bei den Mädchen bescherte die Dramaturgie den Fans ein echtes Finale, denn im letzten Spiel des Tages trafen die bis dahin zweimal siegreichen Teams aus Rheinhessen und dem Saarland aufeinander. Die Spannung war aber schnell verflogen, denn nach ausgeglichenem Beginn machten vor allem zwei Spielerinnen den Unterschied zugunsten des HVR aus: Lisa Conradi sorgte mit zahlreichen Paraden für einen Vorteil auf der Torhüter-Position und im Angriff wirbelte die wieselflinke Marie Thierfelder, um einen Treffer nach dem anderen zur 8:2-Führung beizusteuern. Zur Pause verkürzte der HV Saar zwar auf 7:10, in der zweiten Halbzeit zog der HVR aber auf 15:9 davon und gewann 19:16. „Wir haben uns in jedem Spiel gesteigert und den vielen Unterzahlsituationen gegen das Saarland mit großem Kampfgeist getrotzt. Da hat der Zusammenhalt den Ausschlag gegeben“, jubelte HVR-Auswahltrainerin Steffi Welter. Zuvor hatte ihr Team beim 18:11 gegen das Rheinland überzeugt und gegen die Pfalz einen 30:13-Kantersieg gelandet. Platz drei ging wie bei den Jungs an den Handballverband Rheinland, der sich gegen die Pfalz zwar mit einem 25:25 begnügte, in der Endabrechnung aber das bessere Torverhältnis aufwies.