Leichtathletik: Aus für den „Pokal der Freundschaft“

Schon im Vorfeld des jährlichen Treffens des Gremiums zum „Pokal der Freundschaft“ hatten die französischen Verbände Elsass, Lothringen und Champagne ihre Mitgliedschaft aufgekündigt. So stellte sich einmal mehr die Frage, ob der Pokal überhaupt noch eine Zukunft habe. Für den Leichtathletik-Verband Rheinland (LVR) waren Klaus-Dieter Welker (Vizepräsident Sport) und Ellen Mesloh (Vorsitzende Beirat Wettkampforganisation) anwesend, dazu kamen Vertreter aus den Landesverbänden Pfalz und Rheinhessen sowie Abordnungen aus Luxemburg und Saarland. Für den französischen Teil war Gerard Bourg aus Lothringen dabei. Ausgiebig diskutierten die Teilnehmer, ob es noch eine Chancen gebe, die Traditionsveranstaltung beizubehalten. In den vergangenen Jahren wurde immer wieder versucht, die Attraktivität durch Anpassungen und Reduzierungen des Wettkampfprogramms zu steigern, und zuletzt wurden sogar noch Prämien für die besten Leistungen ausgelobt. Doch alle Bemühungen blieben erfolglos: Die Verbände standen jedes Jahr vor der schwierigen Aufgabe, überhaupt genügend Athleten für die Mannschaften zu finden. Auch der Grundgedanke eines friedlichen und freundschaftlichen Miteinanders im Sport, das im Anschluss an den Krieg ein besseres Miteinander über die Ländergrenzen hinweg etablieren sollte, hat an Bedeutung verloren. Somit beschloss das Gremium schließlich einstimmig das Ende des „Pokals der Freundschaft“.

„Ich bedauere dies sehr. Aber man muss die Realität sehen und der Terminkalender – gerade für die leistungsstarken Sportler – ist übervoll. Oft wurde sich eben nicht für den Pokal der Freundschaft, sondern für DLV-Lehrgänge, internationale Meetings oder die Allgemeinen Deutschen Hochschulmeisterschaften entschieden“, begründete Welker die schwere Entscheidung. Der Hallenwettkampf „Meisterschaft der Großregion“ wird ebenfalls abgeschafft. Stattdessen gibt es ohne die französischen Verbände einen Hallenländerkampf mit der Bezeichnung „Team Challenge“. Dieser findet am 19. Januar 2019 in Luxemburg statt. Am Ende der Sitzung dankte der Vorsitzende Robert Wagner (Pfalz) Gerard Bourg, einem Mitstreiter aus der Ära Wolfgang Bender und Erich Bremicker und verabschiedete ihn aus dem Gremium „Pokal der Freundschaft“.