Behindertensport: So viele Helfer wie noch nie bei 44. Landesjugendspielen in Nieder-Olm

Handbiker in Aktion: Um mit diesem Sportgerät arbeiten zu können, wird nur eine Zusatzgabel vor den Rolli montiert. Foto: BSV RLPVon wegen die Jugend hat keinen Bock auf Ehrenamt: So viele Helfer waren noch nie dabei, wenn der Behinderten- und Rehabilitationssport-Verband Rheinland-Pfalz (BSV) zu den Landesjugendspielen eingeladen hatte: 120 Schüler und Studenten sorgten dafür, dass 380 Kinder und Jugendliche aus elf Schulen und Vereinen ein fröhliches Sportfest feiern konnten. Auch Innenminister Roger Lewentz, der sich einen Besuch bei der Traditionsveranstaltung für körperlich und geistig behinderte Kinder und Jugendliche eigentlich nie entgehen lässt, zeigte sich beeindruckt. Und er betonte, dass das Land auch weiterhin den Behindertensport generell und speziell die Angebote für junge Menschen tatkräftig fördern werde. Für Chef-Organisator Dominic Holschbach vom BSV war die optimale Unterstützung der eine Grund für eine tolle Atmosphäre. Der andere war das optimale Wetter.

Nach Unwettern vor zwei Jahren und tropischer Hitze im Vorjahr, die unmittelbar nach der Veranstaltung in ein Gewitter mündete, war diesmal im wahrsten Sinne alles eitel Sonnenschein: Es war trocken und heiß – aber an hohe Temperaturen ist man ja inzwischen gewöhnt. Viel Trinken und die passende Kopfbedeckung – und nichts stand einem gelungenen Tag im Wege. Den Rest besorgten die Sportler mit ihrer positiven Einstellung und guten Laune. Mit knallbunten Rollis lieferten sich die einen tolle Rennen, andere starteten als Handbiker und wieder andere konnten ohne Hilfsmittel klassische Leichtathletik-Wettbewerbe absolvieren. In 20 Disziplinen und 15 Startklassen, in denen unterschiedliche Behinderungen berücksichtigt wurden, gingen die Mädchen und Jungen an den Start. Rund vier Stunden dauerte dieser Schultag der besonderen Art. Und einer, an dem in diesem Jahr besonders viele nicht-behinderte Schüler etwas fürs Leben gelernt haben. Dass nämlich ehrenamtliches Engagement nicht nur für andere wichtig ist, sondern sogar einem selbst Spaß machen kann.