Leichtathletik: LVR-Athleten sammeln viele Medaillen bei Meisterschaften

Auf nationaler und internationaler Ebene konnten die Athleten des Leichtathletik-Verbands Rheinland (LVR) im Winter glänzen. Zahlreiche Meistertitel bei Hallen-, Winterwurf- und Crosslaufmeisterschaften wurden erkämpft. Mit neuer Bestleistung von 6.238 Punkten beendete Kai Kazmirek (LG Rhein-Wied) den Siebenkampf bei der Hallen-WM in Birmingham. In vier Disziplinen stellte er neue persönliche Hallen-Bestleistungen auf. Dabei begann der Wettkampf für den 27-Jährigen nicht vielversprechend: Über 60 Meter blieb er mit 7,15 Sekunden hinter seinen Möglichkeiten. Mit 7,68 Metern im Weitsprung machte Kazmirek gleich bei der nächsten Disziplin viele Punkte wett. Im Kugelstoßen gelang ihm im dritten Versuch die Topweite von 14,55 Metern. Das bedeutete wieder Bestleistung und Rang drei in der Zwischenwertung. Im Hochsprung erreichte Kazmirek mit 2,05 Metern die zweitbeste Höhe aller Siebenkämpfer, und auch über die Hürden lief alles glatt: Mit 7,95 Sekunden war er schneller als je zuvor über die Hallen-Hürden. Damit kämpfte er sich zurück auf den Bronzerang. Diese Platzierung behauptete Kazmirek auch im Stabhochsprung mit 5,20 Metern. Doch war der Vorsprung vor dem abschließenden 1000-Meter-Lauf knapp: Mit nur 13 Punkten Abstand war ihm der Este Maicel Uibo dicht auf den Fersen. Leider reichten am Ende Kazmireks 2:42,15 Minuten auch nicht an Uibos Zeit heran und er musste sich mit dem undankbaren vierten Platz begnügen.

Bei der U20-Hallen-DM in Halle/Saale holte Sophia Junk (LG Rhein-Wied) zwei Sprint-Titel und Majtie Kolberg (LG Kreis Ahrweiler) siegte über 800 Meter. „Es hätte nicht besser laufen können“, kommentiert Sophia Junk. Ihr Auftritt war ein Erfolg auf der ganzen Linie: Sie holte zwei Goldmedaillen und verbesserte ihre persönlichen Hallen-Bestzeiten. Über 60 Meter hatte sie sich zwar Medaillenchancen ausrechnen können, als große Favoritin für den Wettbewerb galt sie jedoch nicht. Doch schon im Vorlauf und im Halbfinale zeichnete sich ab, dass sie Ansprüche auf den Titel erheben könnte. Im Finale gelang ihr in 7,39 Sekunden ein fulminantes Rennen, sie schlug Titelverteidigerin Keshia Kwadwo um zwei Hundertstel. Am nächsten Tag ließ Junk die zweite Goldmedaille folgen. Die 18-Jährige siegte souverän in ihrer Paradedisziplin 200 Meter. Auch hier verbesserte sie ihre Hallenbestzeit, die nun bei 23,77 Sekunden steht. Majtie Kolberg lief zu DM-Gold über 800 Meter. In der dritten Runde setzte sie sich an die Spitze des Feldes, ihren Vorsprung musste sie hart verteidigen. Mit einem Sturz ins Ziel rettete Kolberg die entscheidenden zwei Hundertstel Vorsprung, die ihr Gold sicherten. Kolberg und Junk wurden aufgrund ihrer Leistungen für den U20-Hallenländerkampf nominiert. Junk konnte nicht antreten, Kolberg wurde im französischen Nantes im Wettbewerb gegen Italien und Frankreich Zweite über 800 Meter.

Samuel Fitwi Sibhatu (LG Vulkaneifel) beendete bei den Deutschen Crosslauf-Meisterschaften in Ohrdruf gleich seine erste DM mit dem Titelgewinn. Der Flüchtling aus Eritrea erhielt vor kurzem den deutschen Pass und war damit erstmals startberechtigt. Im Wettbewerb der U23 setzte sich Fitwi souverän auf der 7,6-Kilometer-Strecke durch. Ebenfalls eine Medaille gab es für Jannik Weiß (LG Rhein-Wied). In der Konkurrenz der männlichen Jugend U20 über 6,4 Kilometer behauptete sich Weiß auf dem hervorragenden dritten Platz.

Bei der Senioren-Hallen-DM mit Winterwurf in Erfurt gab es 35 Medaillen für den LVR. Siebenmal duften die Athleten aus dem Rheinland oben aufs Treppchen. Dreimal Gold ging an Lydia Ritter (TuS Rot-Weiss Koblenz). Sie siegte in der AK W80 über 200, 400 und 800 Meter. Über 800 Meter lief sie zu einem neuen Deutschen Rekord. Auch Friedhelm Adorf (LG Rhein-Wied) holte über 400 Meter DM-Gold. Mareike Metz (Post-SV Trier) triumphierte im Wettbewerb der W35 über 60 Meter. Weiteres Gold ging an Nicole Hörl (Diezer TSK Oranien) im Bahngehen (3.000 Meter) der W45, Ingrid Geil (TuS Niederneisen) verteidigte ihren Titel im Diskuswurf der AK W55. Bei der DM über 100 Kilometer in Rheine war Sigrid Hoffmann (LG Westerwald) von 6 bis 15.30 Uhr laufend unterwegs. Nach 9:28,16 Stunden und 100 absolvierten Kilometern kam Hoffmann als zehnte Frau ins Ziel. Ihre Altersklasse, die W50, gewann die Ultraläuferin souverän. Annika Gäb