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Radsport: Zwischen Breitensport und Weltspitze / Meisterehrung des RVR ist immer etwas Besonders

Champions unter sich: Die Protagonisten der RVR-Meisterehrung. Foto: Radsportverband RheinhessenDie Meisterehrungen des Radsportverbandes Rheinhessen sind etwas Besonderes. Das weiß auch die Präsidentin des Landessportbundes, die trotz ihres knallvollen Terminkalenders immer wieder Zeit für einen Besuch findet: „Ich bin begeistert von der guten familiären Atmosphäre, man spürt das gute Zusammenwirken von Sportlern, Eltern, Trainern, und Vereinen in diesem Verband.“ Aber natürlich kommt Karin Augustin auch deshalb, weil der Verband Jahr für Jahr Aushängeschilder für den Sport in Rheinland-Pfalz liefert und in den letzten elf Jahren nicht weniger als 16 WM-Titel sammelte.

Zurück zur familiären Atmosphäre: Bei der RVR-Meisterfeier, die zum zehnten Mal in der Finther Radsporthalle stattfand, werden eben nicht nur die ganz großen Stars des Hallenradsports geehrt, sondern auch der hoffnungsvolle Nachwuchs. Dazu gehören zweifellos die Mädels des RSV Ebersheim, die 2017 die Deutsche Schüler-Meisterschaft im 4er Kunstfahren errangen. Außerdem sicherten sie sich den European Team-Cup, für den sie anstrengende Reisen kreuz und quer durch Europa in Kauf nahmen. Dem Nachwuchs-Status entwachsen ist der Kunstrad-4er des VfH Worms, die als Deutsche Vize-Meister der Elite und nach dem Rücktritt des amtierenden Deutschen Meisters nun von den ganz großen Titeln träumen dürfen. Nicht von den ganz großen Titeln träumen dagegen die Absolventen des Rheinhessen Rad-Cup. Das Ziel dieser Breitensport-Serie ist es, mindestens 333 Kilometer bei den rheinhessischen Radtouristik-Veranstaltungen zusammen zu strampeln. Alle, die das schaffen, dürfen sich mit dem eigens geschaffenen Wertungstrikot schmücken, das ihre Kondition auf dem Straßenrad dokumentiert.

Der Verbandsvorsitzende Dr. Marcus Klein würdigte in seiner Rede alle Erfolge – seien es die persönlichen Triumphe der Breitensportler über den eigenen Schweinhund oder die herausragenden Titel der Weltmeisterinnen Nadja und Julia Thürmer sowie der Vize-Weltmeister André und Benedikt Bugner, die „nebenbei“ genau wie die Thürmers auch die German Masters gewannen und Deutscher Meister wurden. Gleichzeitig machte Klein aber auch darauf aufmerksam, dass künftig nicht jedes Jahr so erfolgreich verlaufen wird wie das Rekordjahr 2016, als der kleine Verband drei von fünf möglichen WM-Titeln im Kunstradfahren eroberte: Nach dem Rücktritt der damaligen Weltmeisterinnen Lisa Hattemer und der Geschwister Thürmer ist die „Goldene Generation“ des Verbandes von ehemals sieben auf aktuell noch zwei Athleten geschrumpft: Mut machte er André und Benedikt Bugner, deren zweiter Rang bei der WM schon Unkenrufe einer Wachablösung auslöste. „Ich weiß aus eigener Erfahrung, das heißt gar nichts“, so der Heimtrainer der sechsfachen Weltmeisterinnen und fünffachen Vizeweltmeisterinnen Sprinkmeier/Schultheis. „Ihr seid jetzt die Jäger und nicht mehr die Gejagten und wie ich euch kenne, werdet ihr diesen Vorteil nutzen und 2018 zurückschlagen.“

Klein verschwieg aber auch nicht, dass die Erfolge der vergangenen Jahre auf harter Arbeit und enormem Engagement vor allem der Eltern und der ehrenamtlichen Trainer beruhen. Er forderte eine verstärkte Unterstützung seines Sports. „Wenn man auf Dauer erfolgreich sein will, muss man auch etwas dafür tun, zum Nulltarif kriegt man das nicht“, schrieb er denjenigen ins Stammbuch, die die Etats für die Sportförderung verwalten.

LSB-Präsidentin Augustin weiß, woher die großen Erfolge der vergangenen Jahre kommen. Es war unter anderem Klein selbst, der mit einem Team Gleichgesinnter und mit vollem Einsatz all die Kunstradfahrer seines Verbandes zu entwickeln half, die jahrelang den Kunstradsport dominierten. So nutzte Augustin den Rahmen der Meisterehrung, um den Meistertrainer und -funktionär Dr. Marcus Klein mit der Ehrennadel des Sportbundes Rheinhessen in Silber zu ehren.